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Veranstaltung

Kirchweih Rudendorf

In Rudendorf wird am Wochenende Kirchweih gefeiert. Im Mittelpunkt steht ein Festgottesdienst mit Dekan Lechner.
Auf dem so genannten Schlossberg, über den Dächern von Rudendorf, thront die Michaelis-Kirche von Rudendorf.  Foto: Günther Geiling
 
von PR-REDAKTION
Ein besonderer Festgottesdienst steht im Mittelpunkt der Kirchweih am Sonntag, 10 Uhr, in der Michaeliskirche. Anlässlich der Festlichkeiten "500 Jahre Reformation" kommt Dekan Hans-Martin Lechner aus Bamberg und spricht über "Eine feste Burg ist unser Gott", bekanntestes Lied Martin Luthers. Wie eine feste Burg steht auf dem Schlossberg auch die kleine Kirche und hält die schützende Hand Gottes über den Ort.
Dabei stellt sich die Kirchengeschichte des Ortes alles andere als einfach dar. Ebenso wie andere Dörfer, die im Besitz der Adelsfamilien waren, versuchten die Herren von Rotenhan nach dem Augsburger Religionsfrieden auch Rudendorf an die evangelische Pfarrei Rentweinsdorf zu binden. Aber es bildete sich dann in Rudendorf so etwas wie ein kleines evangelisches Zentrum heraus, sehr zum Ärgernis des Pfarrers aus der Urpfarrei Stettfeld.


Pfarreigründung 1604

Obwohl in Rudendorf keine Kirche vorhanden war, gründete Hans Georg von Rotenhan im Jahre 1604 eine Pfarrei und setzte einen Pfarrer ein. Ein Raum im Gemeindehaus diente für Gottesdienste. 1617 bat die Witwe Eva von Rotenhan zu Rentweinsdorf den Fürstbischof zu Bamberg um Holz und Steine zur Errichtung eines Pfarrhauses oder Kirchleins, weil der Kastner von Baunach ihr das Steinbrechen am Feilstein bei Lußberg eingestellt habe. In der Folge kam es zu Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Bischof von Bamberg und Julius Echter von Würzburg. Dieser teilte am 9. August 1617 dem Bamberger Bischof mit, dass trotz Verbots der Kirchenbau in Rudendorf so weit fortgeschritten sei, dass die Zimmerleute aufrichten wollten. Er machte deshalb den Vorschlag, dass Würzburger und Bamberger Beamte sich dorthin begeben und den Bau einreißen sollten.


Befehl zum Abbruch

Daraufhin erging tatsächlich vom Bamberger Bischof an den Amtmann zu Baunach der Befehl, sich mit dem Eltmanner Centgrafen in Verbindung zu setzen und sich mit Untertanen und Handwerkern nach Rudendorf zu begeben, um das Kirchlein zu demolieren. Der Abbruch scheint tatsächlich erfolgt zu sein, der Streit wegen des Kirchenbaues dauerte bis 1624 und führte bis vors kaiserliche Kammergericht. Da keine Kirche mehr im Ort war, ließen im Jahre 1629 die übrigen 23 Lutheraner ihre Kinder wieder im alten Gotteshaus der Pfarrei Stettfeld taufen, doch sonst nahmen sie am evangelischen Gottesdienst in Gleisenau teil. Während des Dreißigjährigen Krieges ging die lutherisch seelsorgliche Tätigkeit am Ort ein und Rudendorf wurde ganz nach Gleisenau eingepfarrt. Auf Bestreben von Pfarrer Medicus konnte erst 1895 ein Kirchenbauverein gegründet werden. 1941 sollte mit dem Bau begonnen werden, doch der Architekt war im Krieg gefallen.


Einweihung der neuen Ortskirche

Nachdem 1948 die Einlagen des Vereins durch die Währungsreform wertlos geworden waren, konnte erst am 11. Oktober 1953 mit der Grundsteinlegung begonnen und 1954 die neue Ortskirche eingeweiht werden.
Die Kirchweih beginnt schon am Donnerstag mit dem Aufstellen des Kirchweihbaumes. Am Freitag gibt es in der Gastwirtschaft Käb den traditionellen Bocksbraten und das ganze Wochenende über fränkische Kirchweihspezialitäten.
gg
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