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Veranstaltung

Kirchweih Banzgau

Die Banzer Klosterkirchweih findet dieses Jahr von Freitag, 13., bis Montag, 16. Oktober, statt. Der Festgottesdienst ist am Sonntag um 10 Uhr.
Das ehemalige Benediktiner-Kloster Banz zählt zu den beeindruckendsten Bauwerken Frankens. Foto: gst
 
von PR-REDAKTION
Vor über 300 Jahren herrschte auf dem Banzberg eine rege Bautätigkeit. Unter Abt Kilian Düring begannen ab 1701 die Bauarbeiten an der Klosteranlage. Die Grundsteinlegung des Gotteshauses erfolgte am 11. Mai 1710 nach Plänen von Johann Dientzenhofer, den Architekten des Fuldaer Doms. Der berühmte Baumeister des Barocks krönte sein Werk nicht nur mit einer weithin sichtbaren Doppelturmfassade, die 1718 vollendet war, sondern auch mit einen einzigartigen Gewölbesystem im Inneren der Kirche. Mit ihrer ausgefallenen Grundriss- und Gewölbelösung zählt die Banzer Kirche zu den genialsten Raumschöpfungen des deutschen Barock. Einheimische Bildhauer, Maler, Kunsthandwerker und Stuckatoren trugen das ihrige zum Gelingen des Gesamtkunstwerkes bei. Am 15. Oktober 1719 nahm der Würzburger Weihbischof Johann Bernhard Mayer die feierliche Konsekration (Weihe) der Kirche vor.


Zahlreiche Gäste

Das Fest wurde dem Anlass entsprechend mit zahlreichen Gästen aus nah und fern gefeiert. In diesem Zusammenhang taucht noch ein weiterer Name auf, der mit Kloster Banz untrennbar verbunden ist: Valentin Rathgeber, der berühmte Kirchenkomponist des Spätbarock kam 1707 nach seinem Studium in Würzburg als Kammerdiener des Abtes Kilian Düring nach Banz und trat später ins Kloster ein. Bei der Einweihung der neuerbauten Klosterkirche war Rathgeber für die musikalische Umrahmung der Feierlichkeiten verantwortlich. Man vermutet, dass sich dies hauptsächlich auf den weltlichen Teil des Festes beschränkte. Als vielseitiger Komponist verfasste Rathgeber insgesamt 486 Werke geistlicher als auch weltlicher Art. Sein größter Erfolg dürfte aber das dreibändige "Ohren-vergnügende und Gemüth-ergötzende Tafel-Confect" sein, das auch unter der Bezeichnung "Augsburger Tafelconfect" bekannt ist. Eine Sammlung von weltlichen Liedern mit zeitkritischen, unterhaltsamen und nachdenklichen Inhalt, die zunächst anonym veröffentlicht wurden. Am 2. Juni 1750 endete um zwei Uhr Nachmittag das Leben von Valentin Rathgeber in Banz. Er wurde in einem der Nischengräber in der Gruft der Benediktinerabtei beigesetzt. Heute erinnert ein in unmittelbarer Nähe zur Stiftskirche aufgestelltes Denkmal an den musikalischen Pater.


Zahlreiche Altäre

Die Banzer Stiftskirche ist besonders zur Weihnachtszeit einen Besuch wert. Dann schmückt eine Sammlung von Jesuskindern, die Pfarrer Alt im Laufe der letzten Jahrzehnte zusammen getragen hat, die zahlreichen Altäre der Kirche. Im Schein unzähliger Kerzen künden die "Buben" von der Menschwerdung Jesus. Berühmt sind auch die Konzerte im Original-Musikklang des Barock auf der Seuffert-Orgel. Der Geist des berühmten Hoforgelmachers Johann Philipp Seuffert schwebt noch heute im Kirchenraum in Banz und erfreut Gottesdienst- wie Konzertbesucher gleichermaßen.


Gottesdienst um 10 Uhr

Am Sonntag, 15. Oktober, wird der Weihe der Kirche vor 298 Jahren gedacht. Ein Fest, das mit einem feierlichen Gottesdienst um 10 Uhr begangen wird. Der weltliche Teil des Kirchweihfestes gehört wie schon in früheren Zeiten den weltlichen Genüssen. Die Banzer Klosterkirchweih geht von Freitag, 13., bis Montag, 16. Oktober. Zu den Spezialitäten der "Klosterschänke" zählen Kirchweih-Krapfen, Kalbsleber und allerlei Kirchweihleckereien. Auch in den umliegenden Gasthöfen werden die Kirchweihbesucher wie immer mit fränkischen Spezialitäten und einem guten Schluck Gerstensaft verwöhnt. Danach bietet sich ein Spaziergang durch die herbstlichen Wälder um Kloster Banz geradezu an. Eine weitere Möglichkeit wäre ein Besuch des Museums im Eingangsbereich der Klosteranlage.
gst
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