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Veranstaltung

Kirchweih Ebern

Die Kirchweih in Ebern findet mit Markt und verkaufsoffenem Sonntag von Donnerstag, 14., bis Montag, 18. September statt.
Fachwerk- und Bürgerhäuser prägen die gute Stube der Altstadt.
 
von PR-REDAKTION
Kirchweih oder Kerwa nennen sich die Festlichkeiten in Franken, die ursprünglich der Weihe oder der Segnung der Kirchen gewidmet waren. Heute jedoch steht mehr das Weltliche im Vordergrund, Sinnes- und Gaumenfreuden inbegriffen. So auch in Ebern, wo schon am Donnerstag der Auftakt erfolgt und das bunte Treiben bis Montag anhält.
Die Laurenzi-Kirchweih erinnert an den Kirchenpatron Laurentius, dessen Namenstag schon am 10. August gefeiert wird. "Kirchenweihe", das war die erste Messe im neu erbauten Gotteshaus. Mit dieser Weihe sollten alle Kräfte gebannt werden, die der Kirche, der Gemeinde und dem Gottesdienst Schaden zufügen könnten. Der Tag dieser Weihe wurde dann jährlich mit dem Kirchweihfest gefeiert, um den Schutz gegen negative Kräfte zu erneuern.
Der "Weihe-Brauch" der Kirche hat heidnische Wurzeln. Schon in vorchristlicher Zeit wurden Kultstätten gesegnet und damit zu heiligen Stätten erhoben. Die christliche Kirche machte sich diesen Brauch zu Eigen. Rom genehmigte im Mittelalter die Weihe der Kirchen ausdrücklich. So haben sich die Kirchweihtermine für die verschiedenen Ortschaften im Laufe der Zeit fest eingebürgert und wurden meist ans Ende der Erntezeit gelegt. Später war nicht mehr der tatsächliche Tag der Kircheneinweihung ausschlaggebend für die Terminierung des Fests. Vielmehr wurde ein Sonntag vor oder nach einem bestimmten Heiligen ausgewählt, der für die Kirche bedeutsam war. Kirchweihtermine wurden auch so gelegt, dass in unmittelbarer Nachbarschaft mehrere Kirchweihen zusammenfielen - beim Kirchweihtanz sollten ja auch die Burschen und Mädchen aus der Nachbarschaft zugegen sein.
Dorf- und Familienfest Kirchweih war also schon immer ein Dorf- und Familienfest, das Tage vorher vorbereitet und tagelang gefeiert wurde. Lag der Termin im Herbst, war die Ernte bereits eingebracht. So war Zeit zum Danken und zum Feiern gegeben. Auch in Ebern wird das Kirchweihfest losgelöst vom Festtag des Laurentius nahezu mit Herbstbeginn gefeiert. Viele Bräuche vergangener Zeiten sind dabei in den Hintergrund getreten. Andererseits lebten gerade in den letzten Jahren frühere Gewohnheiten wieder auf. Dazu gehören sicherlich der Kirchweihtanz der Fleisch- und Wurstfreunde Ebern-Heubach, die Aufstellung des Kirchweihbaumes, der Stadtrundgang der "Kirchweih-Musikanten" und viele Bräuche mehr.
Überwog früher die Feier im Familienkreis, spielt sich heute viel in der Gastronomie ab. Doch auch hier enthält die Speisekarte nicht mehr die früheren Spezialitäten wie Schnickerli, saure Kutteln oder Entenjung, die mit den Schlachttagen vor der Kirchweih einhergingen. In manchen Orten gehört aber noch der "Bocksbraten" zum Kirchweihauftakt oder auch das Knöchla mit Kraut. Dazu kommen dann traditionelle Gerichte wie Geflügel oder Gerichte vom Wildschwein und Reh und natürlich Bräten in allen Variationen neben kurz Gebratenem. Zur Kaffeestunde sind leckeren Gebäckstücke wie Kirchweihkrapfen, Streusel- und Käsekuchen in den Hintergrund getreten, abgelöst von Torten in allen Variationen. Aber so ändern sich im Laufe der Zeit eben auch die Kirchweihbräuche. gg
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