Neueröffnung

Ein Platz für alle Generationen

Der Vorplatz der Spinnerei in Kulmbach hat jetzt einen Soccer-Court und einen Spielplatz. Das Pförtnerhaus erstrahlt in neuem Glanz.
Martin Pöhner (rechts) hat die Historie der Spinnerei in einer Ausstellung zusammengefasst. Interessierte Zuhörer bei der Eröffnung am Mittwoch waren (von links) Johannes Müller vom Architekturbüro H2M, Annegret Kühne, Oberbürgermeister Henry Schramm und Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz.
 
von PR-REDAKTION
Das Pförtnerhaus erstrahlt in neuem Glanz, der Soccer-Court ist aufgestellt, eingenetzt und beleuchtet und auch der Spielplatz steht - der Vorplatzes des Spinnereigebäudes präsentiert sich jetzt mit einem neuen Gesicht. Am Mittwoch wurde das neue Kleinod feierlich eröffnet.


Das Pförtnerhaus bekam seinen ursprünglichen Charakter zurück

Das fast 100 Jahre alte Pförtnerhaus der "Kulmbacher Spinnerei" (erbaut 1921 von Architekt Enßlin) bildete bis zur Werksschließung 1994 den "schmucken" Eingangsbereich zum Kulmbach prägenden Werksgelände der Kulmbacher Spinnerei. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude verlor jedoch in den letzten Jahrzehnten immer mehr sein ursprüngliches Aussehen.
Nicht denkmalgerechte Sanierungen im Innen- wie im Außenbereich, einhergehend mit dem Einbau von Metallfenstern, dem Abbau der prägenden Fensterläden, dem Anbau eines Wintergartens und dem Anbringen von Glas-Metallvordächern, nahmen dem Gebäude seinen ursprünglichen Charakter.
Nachdem die Stadt Kulmbach 2012 die Gebäude entlang der Bahnlinie gekauft hatte, hatte man sich intensiv darum bemüht, auch das Pförtnerhaus zu bekommen, da es ein zentrales und prägendes Element des ehemaligen Spinnereiareals ist und im Zuge der Gesamtsanierung eine wichtige Rolle einnimmt.
Nach längeren Bemühungen ist es Anfang 2015 gelungen, das Pförtnerhaus von der Firma Futura Vermögensverwaltungsgesellschaft zu erwerben. Sofort begannen die Voruntersuchungen und Planungen für eine umfangreiche und denkmalgerechte Sanierung des Objektes. Hauptanliegen war es, dem Gebäude seinen ursprünglichen Charme wieder zu geben.
Das Pförtnerhaus wurde in seiner Außenerscheinung, Fassade, Dach sowie Fenster voll umfänglich saniert. Die Fensterteilungen und Öffnungen wurden wieder nach dem historischen Vorbild gestaltet.
An der Außenhülle mussten zahlreiche Arbeiten durchgeführt werden. Das Dach wurde erneuert, alle konstruktiven Schäden wurden behoben, zudem wurde eine Wärmedämmung eingebaut. Nach einer Untersuchung des historischen Anstriches erfolgte eine komplette Überarbeitung der Fassade. Die Metallfenster wurden durch nachgebildete historische Holzfenster mit entsprechender Teilung und Fensterläden ersetzt.
Die nachträglich angebauten Stahlvordächer und der Wintergarten wurden abgebrochen. Eine Sanierung bzw. Erneuerung erfuhren die Rundsäulen im Eingangsbereich.
In den Innenbereich wurde ebenfalls viel Arbeit investiert. Im Erdgeschoss wurden die kompletten Bodenbeläge ausgebaut und durch denkmalgerechte Naturstein- und Fliesenböden ersetzt. Der Innenausbau wurde so gestaltet, dass ein Stadtteiltreff mit gastronomischer Nutzung entstehen konnte. Hier soll auch die Geschichte der Spinnerei durch Wandinstallationen, etc. erlebbar gemacht werden.
Das Obergeschoss wurde grundsätzlich instandgesetzt und für weitere mögliche Nutzungen vorbereitet. Hier wurden in den letzten Jahrzehnten eine Reihe von nicht denkmalgerechten Umbauten vorgenommen (u.a. Zahnarztpraxis), die zurückgebaut und durch fachgerechte Materialien (u.a. denkmalgerechte Dielen etc.) ersetzt wurden.
Das Gebäude hing noch an der Gas- und Wasserversorgung der Villa und des Fritz. Diese wurde getrennt und separat erstellt. Im gesamten Gebäude wurde die gesamte Heizungs-, Sanitär-, Lüftungs- und Elektroinstallation erneuert.
Die komplette Entwurfsplanung wurde mit dem Landesamt für Denkmalschutz abgestimmt. Eine entsprechende Freigabe ist vorhanden. Die Baumaßnahme wird auch weiterhin von Dr. Kahle begleitet.
Die Gesamtkosten belaufen sich auf zirka eine halbe Million Euro. Die förderfähigen Kosten aus dieser Summe werden durch das Brachenprogramm der Bayerischen Staatsregierung mit 70 % gefördert. Der denkmalpflegerische Mehraufwand wird mit Hilfe der Oberfrankenstiftung und der Bayerischen Landesstiftung unterstützt.


Neu: Soccer-Court und Spielplatz

Zum neu entstehenden Gesicht der Alten Spinnerei gehören auch der Soccer-Court samt Spielplatz sowie die Grünflächen.
Action trifft Ruhe - ein Platz mit einem Park-ähnlichen Charakter für das urbane Leben. Diese Idee steckt hinter dem neu entstandenen Eingangsbereich des Spinnereigebäudes. Inmitten des Platzes wurden zwei Kastanienbäume, die später einmal als Schattenspender dienen sollen, gepflanzt. Insgesamt wurde mit bunten Sträuchern, Blumen, Grünflächen und zahlreichen Sitzgelegenheiten ein freundliches Ambiente geschaffen.
Oberbürgermeister Henry Schramm: "Wir wollten einen Platz für das urbane Leben gestalten - zum Kicken und Körbe werfen, zum Herumtoben auf dem Spielplatz, genauso wie zum Ausruhen und Verweilen. Dafür soll auch der neue "Stadtteil-Treff" im Pförtnerhaus sorgen. Ich freue mich sehr, dass die Kids und Jugendlichen den Court und Vorplatz jetzt mit Leben füllen, der von Maurizio Malandrino, dem künftigen Pächter des Pförtnerhauses, betreut wird."
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