essen-trinken

Wohin zu Pfingsten

Martin Luthers Fluchtburg

Nicht nur zur Pfingsten ist die Veste Coburg einen Besuch wert. Die Landesausstellung "Ritter, Bauern, Lutheraner" ist bis zum 5. November geöffnet.
Morizkirche mit der Veste Coburg: Hier ist die Landesausstellung "Ritter, Bauern, Lutheraner" zu besichtigen.  Foto: R. Brabec
 
von PR-REDAKTION
Das Jubiläumsjahr "500 Jahre Reformation" rückt Martin Luther und damit die Region in den Mittelpunkt. Denn der Reformator hatte zu Coburg eine besondere Beziehung. Nirgendwo sonst im heutigen Bayern hielt er sich länger auf. Daran erinnert die Landesausstellung "Ritter, Bauern, Lutheraner" des Hauses der Bayerischen Geschichte auf der Veste Coburg und in der Stadtkirche St. Moriz.
1530 war Coburg für ein gutes halbes Jahr Luthers Wohnsitz - wenn auch nicht ganz freiwillig. Eigentlich war der Reformator auf dem Weg zum Augsburger Reichstag, um zusammen mit den evangelischen Delegierten die "Confessio Augustana" als grundlegende Bekenntnisschrift der evangelisch-lutherischen Christen vorzustellen. Coburg, das damals zum Herrschaftsbereich des Kurfürsten und Luther-Gönners Johann der Beständige gehörte, war Zwischenstation der Reisegesellschaft. Für Luther, der mit der Reichsacht und dem Kirchenbann belegt war, wäre die Weiterreise gefährlich gewesen. Deshalb bezog er, während seine Gefährten weiter Richtung Augsburg aufbrachen, zwei Zimmer auf der Veste Coburg. Dort arbeitete er an der deutschen Übersetzung von Teilen des Alten Testaments und pflegte einen umfangreichen Schriftwechsel; außerdem predigte er in der Coburger Stadtpfarrkirche St. Moriz.
Der Titel der Ausstellung deutet es bereits an: Das Haus der Bayerischen Geschichte stellt die gesamte Epoche zwischen Mittelalter und Neuzeit in den Mittelpunkt. In dieser Zeit schärfte der religiöse Umbruch in Deutschland das Bewusstsein für soziale Ungerechtigkeiten, was schließlich auch zu den Bauernkriegen führte; die Naturwissenschaften stellten bisher als sicher geltende Überzeugungen in Frage und mit dem Buchdruck startete das Zeitalter der Massenmedien.


Bis 5. November

Geöffnet ist die Ausstellung, die bis zum 5. November dauert, täglich von 9 bis 18 Uhr. Die Eintrittspreise betragen 12 Euro für Erwachsene (ermäßigt 10 Euro) sowie 2 Euro für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren. Karten gibt es vor Ort oder online unter hdbg.de, Menüpunkt "Shop".
Spätestens mit dem Aufbruch in die Neuzeit endete die Herrlichkeit der Ritter. An ihre Epoche erinnern die eindrucksvollen Burgen- und Schlossbauten, die sich im "Deutschen Burgenwinkel" in den Haßbergen in hoher Dichte sammeln. Wer die Gemäuer erkunden möchte, informiert sich auf dem Portal www.hassberge-tourismus.de. Informiert wird darin über Veranstaltungen rund ums Thema Mittelalter, bedeutende Burganlagen und Ausstellungen. Zudem gibt es einen Überblick über Führungen im Burgeninformationszentrum Altenstein, auf der Veste Heldburg und der Veste Coburg sowie in den Fachwerkstädten Bad Königshofen, Ebern, Königsberg, Seßlach und Bad Rodach. Auch gastronomische Tipps sind darin enthalten.
Newsletter kostenlos abonnieren
Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.