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Sport  // Würzburg

 Würzburger Kickers

So spielen die abstiegsbedrohten Würzburger Kickers am Sonntag

 Vor dem Saisonfinale beim VfB Stuttgart sagt Bernd Hollerbach, Trainer der abstiegsbedrohten Würzburger Kickers: "Es kann auch ein Tor langen."
Würzburger Fußballgeschichte: Kickers-Akteur Nejemeddin Daghfous umkurvt Torhüter Mitchell Langerak sowie Abwehrspieler Emiliano Insua und erzielt das Tor zum 3:0-Endstand im Hinspiel gegen den VfB Stuttgart. Beim Rückspiel am Sonntag brauchen die Würzburger erneut einen Erfolg gegen die Schwaben, um ihre Chance auf den Klassenerhalt zu wahren. Foto: Frank Scheuring, foto2press
 
Für die Konkurrenz scheint die Sache erledigt, ist der FC Würzburger Kickers schon vor dem Saisonfinale beim VfB Stuttgart am Sonntag (15.30 Uhr) abgestiegen.

Als Peter Cassalette, Präsident des TSV 1860 München, vom "Münchner Merkur" darauf angesprochen wurde, dass die Löwen auch noch direkt absteigen können, verwies er auf die miserable Rückrundenbilanz der Kickers: "Der Tabellenvorletzte Würzburg hat die ganze Rückrunde kein Spiel gewonnen. Jetzt werden die nicht gerade beim Tabellenführer vor 60.000 Zuschauern gewinnen. Selbst wenn die Stuttgarter die ganze Woche feiern sollten, müssten die immer noch gut genug sein, um Würzburg zu schlagen. Dieses Risiko, dass uns Würzburg noch überholt, halte ich nicht für sonderlich groß."


Die Würzburger Kickers können den Klassenerhalt noch schaffen

Nun ist das Zutrauen in die Kickers vor dem Saisonfinale auch bei den unerschütterlichsten Optimisten nicht sonderlich groß. Dass Spielführer Sebastian Neumann und Trainer Bernd Hollerbach beim Pressetermin sich trotzdem kämpferisch gaben, war trotzdem logisch. Was bleibt ihnen auch anderes übrig? "Im Fußball ist vieles möglich", sagt Hollerbach und fügt selbstverständlich hinzu: "Da habe ich selbst schon viel erlebt."

Dabei wissen die Kickers, wie man Stuttgart schlägt. Es war der 15. Dezember 2016, als die Rothosen den VfB am Dallenberg mit 3:0 abfieselten. Ein Spiel wie im Rausch. Die Kickers waren nach Hinrunde Tabellensechster, und manch einer träumte schon von der Bundesliga. Auch Trainer Bernd Hollerbach war in der Winterpause ziemlich optimistisch: "Wenn wir alle zusammenhalten, dann bin ich überzeugt, dass wir in näherer Zukunft einmal ganz oben anklopfen können", sagte er im Trainingslager in Spanien.

Kein einziger Sieg in der Rückrunde

Vielleicht hat auch er die Sache zu leicht genommen. Es folgte ein Absturz, der seinesgleichen sucht: Bislang kein einziger Sieg in der Rückrunde. Seit Einführung der eingleisigen Zweiten Bundesliga 1981 gab es erst zwei Mannschaften, die in der zweiten Saisonhälfte ohne Sieg blieben: Der SSV Ulm (1984/85) und der SV Babelsberg (2001/02) stiegen jeweils als Tabellenletzter ab. Weniger als zehn Tore hat seit 1981 freilich noch kein Zweitligateam in der Rückrunde geschossen - die Würzburger stehen bei neun . . .

"Es kann auch ein Tor langen", sagt Hollerbach mit Blick nach Stuttgart. Mehr als ein Treffer in einer Partie ist seinem Team in der Rückrunde freilich auch noch nicht gelungen. Trotz der Drucksituation für sein Team, das sich nur mit einem Sieg noch Chancen auf den Klassenerhalt ausrechnen kann (siehe Infobox), wird der Trainer keinen Sturmlauf befehlen: "Es macht keinen Sinn, jetzt Harakiri zu spielen", sagt Hollerbach, der in Stuttgart auf seinen treffsichersten Angreifer Elia Soriano (fünf Tore) und Mittelfeldmann Lukas Fröde ersetzen muss. Beide sind gelbgesperrt.

"Dann bekommen eben andere ihre Chance und werden sie nutzen", sagt Hollerbach. Chance? Worauf? Auf ein attraktives Angebot oder einen Vertrag in der kommenden Saison? Bei den Kickers wird man - egal, wie die Geschichte am Sonntag ausgeht - nicht gleich auseinander gehen. Bis 30. Mai, betont Hollerbach, werde noch trainiert. Erst dann beginnt für die Spieler der Urlaub. Bis dahin dürfte sich auch geklärt haben, ob es mit dem 47-Jährigen in verantwortlicher Position weitergeht.

Zunächst wartet noch die größte Kulisse der Vereinsgeschichte: Über 60 000 Zuschauer - darunter 3000 Kickers-Anhänger - sind am Sonntag in Stuttgart dabei. In unmittelbarer Nähe des Stadions steht auf dem Cannstatter Wasen eine Großbildleinwand. Dort ist noch einmal für 60 000 Menschen Platz, die den Wiederaufstieg des VfB Stuttgart in die erste Liga bejubeln wollen.

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