Fussball-Bundesliga

"So ein Arschloch!": Brutalo-Foul an Augsburgs Kohr überschattet Bundesliga-Spieltag

Ein brutales Foul von Mainz-Spieler José Rodriguez am Augsburger Dominik Kohr überschattet die Bundesliga-Partie am Sonntag.
Der Augsburger Dominik Kohr krümmt sich vor Schmerzen nach einer brutalen und unnötigen Grätsche von Mainz-Akteur José Rodriguez. Foto: Stefan Puchner/dpa
 
von DPA
Ein brutales Foul hat die Bundesliga-Partie am Sonntatg zwischen dem FC Augsburg und dem FSV Mainz 05 (1:3) überschattet. Mainz-Aktuer José Rodriguez hatte mit einer üblen Grätsche gegen Dominik Kohr den sportlichen Ausgang der Partie am Sonntag zunächst klar in den Hintergrund gestellt. Obwohl die Sonntagspartie des dritten Spieltags de facto entschieden war, brachte Rodriguez seinen Augsburger Gegenspieler auf der Höhe der Mittellinie mit einer brutalen Grätsche zu Fall.


FCA-Boss Hofmann: "So ein Arschloch!"

Mainz-Coach Martin Schmidt entschuldigte sich sofort für das brutale Foul seines Spieler, Augsburgs Trainer Dirk Schuster hoffte auf einen nicht allzu langen Ausfall - und Vereinspräsident Klaus Hofmann schäumte vor Wut. "So ein Arschloch!", wetterte der FCA-Boss nach dem 1:3 (0:1) im Heimspiel gegen den 1. FSV Mainz 05 in Richtung Rodriguez. Kohr wurde mit einer offenen Wunde an Schien- und Wadenbein in eine Klinik gebracht. Die Rote Karte für Rodriguez und die zu erwartende Sperre waren kein Trost.


Keine Brüche, aber wochenlange Pause

Wie der FCA am Montag mitteilte, ist die Verletzung des 22-jährigen Mittelfeldspielers trotz der Härte des Foulspiels weniger schlimm, als zunächst befürchtet. Kohr habe keine Knochenbrüche erlitten, wird den Schwaben aber dennoch wochenlang fehlen. Kohr musste nach der Heimniederlage des FCA noch am Sonntag wegen seiner schweren Verletzung am Unterschenkel operiert werden. Bei den Untersuchungen wurden ein schweres Weichteiltrauma mit tiefer, offener und etwa 14 Zentimeter großen Wunde am freiliegendem Unterschenkelknochen festgestellt. Auch Muskel und Sehnen seien betroffen, berichtete der FCA.Die exakte Ausfallzeit sei nicht absehbar, weil diese vom Heilungsverlauf abhängig sei.

"Ich werde den Blick nach vorne richten und hoffe, dass ich so schnell wie möglich wieder fit werde. Ich bin froh, dass es kein Bruch ist, muss aber jetzt sehr geduldig sein, um zu sehen wie die Heilung verläuft", äußerte Kohr in einer Mitteilung des Vereins. "Wir drücken Dominik alle Daumen, dass der Heilungsprozess so gut und so schnell wie möglich verläuft. Wir sind sicher, dass Dominik stark zurückkommen wird", erklärte FCA-Manager Stefan Reuter.

Auf der Höhe der Mittellinie war der eingewechselte Mainzer Rodriguez seinem Gegenspieler in die Beine gerauscht, und das kurz vor Schluss, als das Match nach den Toren von Jhon Cordoba (7. Minute), Yunus Malli (75.) und Yoshinori Muto (81.) längst entschieden war. "Ich kann mich nur in aller Form, auch im Namen meiner Mannschaft, entschuldigen", sagte 05-Trainer Schmidt. Diese Aktion spiegle nicht sein Team wider, den betroffenen Spieler erwarte eine adäquate Bestrafung. Am Abend veröffentlichte Mainz bei Facebook eine Entschuldigung von Rodriguez.




Verhaegh: "So etwas gehört nicht auf den Fußballplatz"

"Das ist unfassbar", schimpfte FCA-Kapitän Paul Verhaegh über die Aktion in der Nachspielzeit. "So etwas gehört absolut nicht auf den Fußballplatz. Mit so einer Aktion gefährdest du die Karriere von einem Spieler", betonte Verhaegh.

Der Vorfall trübte auch die Stimmung beim Siegerteam, wie Mainz-Coach Schmidt berichtete. Vor allem aber bedeutet er für Augsburg den nächsten bitteren Ausfall eines Stammspielers. Obwohl zunächst noch keine genaue Diagnose bekannt wurde, geht Trainer Schuster von einem längeren Ausfall seines defensiven Mittelfeldspielers aus. Er befürchtete noch am Abend Schäden an Schien- und Wadenbein. Unter Woche war Caiuby operiert worden - der fehlt wohl die ganze Hinrunde.


Vor dem anstehenden Gastspiel bei Angstgegner Bayer Leverkusen am Mittwoch (20.00 Uhr) muss sich Schuster in der Zentrale etwas einfallen lassen. Gegen Mainz fehlten den Fuggerstädtern die gewinnbringenden Ideen, nur nach dem zwischenzeitlichen 1:1 durch Konstantinos Stafylidis (73.) schnupperte Augsburg kurz am Erfolg.
Aber eben nur kurz - denn der Ausgleich hielt nicht länger als wenige Augenblicke. Am Ende entschieden die Gäste-Tore von Jhon Cordoba (7. Minute), Yunus Malli (75.) und Yoshinori Muto (81.).

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