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Bundesliga

Der Trainer geht, das Geschmäckle bleibt

Fünf Spiele, ein Punkt, zwei Tore - Fußball-Bundesligist Hamburger SV entlässt den Trainer. Doch damit sind die Probleme nicht gelöst. Eines bleibt.
Dietmar Beiersdorfer ist Vorstandsvorsitzender und seit der Vertragsauflösung von Peter Knäbel im Mai auch Direktor Profifußball beim Hamburger SV. Nach der Trennung von Trainer Bruno Labbadia am Sonntag steht auch er in der Kritik. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa
 
von CHRISTIAN HOLHUT
Dass der Hamburger SV nach dem fünften Spieltag seinen Trainer wechselt, mag vielen nicht schmecken. Es ist allerdings nur konsequent. Bruno Labbadia hat es mit der Rettung des Bundesliga-Urgesteins zwar geschafft, "Hamburger des Jahres" zu werden - nicht aber, die Mannschaft trotz ausreichender Vorbereitungszeit ohne Verletzungssorgen weiterzubringen. Entwickelte Spieler? Oder gar eine erkennbare Ausrichtung, die es dem Gegner schwer macht? Nach 18 Monaten nicht zu erkennen. Auch wenn das Bayern-Spiel in Sachen Kampf und Defensive gar nicht schlecht war: Das HSV-Spiel wirkt in dieser Saison ideenlos und beliebig. Und das reicht dann eben nur für einen Punkt und zwei Tore aus fünf Spielen.

Labbadia lebte den HSV, deshalb gestaltete er seinen Abgang mit Würde - und einer gewissen selbstkritischen Klasse, wie man sie sich auch für die Allmacht im Verein wünschen würde. Ein anderes Problem nämlich bleibt ungelöst: Dietmar Beiersdorfer. Der gebürtige Fürther wurde vor zwei Jahren mit viel Pathos als Vorstandsvorsitzender zurückgeholt - in der Gewissheit, dass er den HSV wie schon als Sportchef 2002 bis 2009 erfolgreich führen wird. Damals schrieb er den Fans das Märchen von "Dukaten-Didi" ins Herz, in dem er so manche Million in der Vereinskasse verdoppelte. Junge Top-Spieler wie Rafael van der Vaart oder Jérôme Boateng finden, günstig kaufen, erfolgreich für den HSV spielen lassen und für ein Mehrfaches verkaufen: Was für ein Heilsbringer für einen Verein, der Millionen für Abfindungen und Vertragsauflösungen verplempert, die er nicht einmal mehr einnimmt.

Allerdings wurde aus der Vision ein Alptraum. Die Millionen als Resultat erfolgreichen Handelns bleiben weiter aus, stattdessen fließen sie auch auf absehbare Zeit einzig und allein aus der Tasche eines Edel-Fans: Milliardär Klaus-Michael Kühne. Aus "Dukaten-Didi" ist allenfalls der Esel geworden, der Millionen ausgibt für horrend teure Transfers, die mehr schlecht als recht weiterhelfen. So ist es beispielsweise nur schwer erklärbar, dass ein Verein ohne Champions-League-Ambitionen mit drei Innenverteidigern in die Saison startet, von denen nur der 36-Jährige Emir Spahic konstant Erstliga-Niveau hat. Und im Gegenzug über 23 Millionen Euro in die Offensive pumpt, so dass Relegationsheld Pierre-Michel Lassoga ebenso zusehen muss wie U 20-Nationalstürmer Luca Waldschmidt. Es spricht Bände, wenn Beiersdorfer bei den Transfers keine Fehler sieht und darauf verweist, dass alle Personalien mit dem Trainer abgestimmt gewesen seien.

Insofern muss Labbadia den Brei auslöffeln, den viele überforderte Köche verdorben haben - allen voran ein Vorstandsvorsitzender, der in seiner Bilanz nach zwei Jahren unter "Rausschmisse" vieles notieren kann, bei "Image" und "Erfolg" aber eher nichts. Und das hat, bei aller Skepsis, was Labbadias Leistung als Trainer betrifft, dann doch ein Geschmäckle.
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