Ich willige einX

Diese Website verwendet das Besucheraktions-Pixel von Facebook für statistische Zwecke. Mit einem Cookie kann so nachvollzogen werden, wie unser Marketing auf Facebook wirkt und wie wir es verbessern können. Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihr Einverständnis hierzu erteilen. Eine genaue Beschreibung zum „Besucheraktions-Pixel“, zu Cookies im Allgemeinen und Ihrem Widerspruchsrecht, das Sie jederzeit ausüben können, steht Ihnen in unserer Datenschutzerklärung unter hier zur Verfügung.

Frankenderby

Nach Frankenderby: Club muss nach unten schielen - wird es eng für Schwartz?

Gegen kampfstarke Fürther leistete sich der 1. FC Nürnberg im Derby eine allzu emotionslose Vorstellung und muss jetzt nach unten schielen.
Zwei Derby-Gesichter: Während der Fürther Marcel Franke (rechts) jubelt, ist der Nürnberger Tim Matavz nur noch genervt. Foto: Daniel Karmann, dpa
 
Alois Schwartz ist so ein netter Kerl, dass es ihm keiner übel nimmt, wenn er mal wieder wenig Bundesliga-like die Stammtisch-Tonart wählt: "Es tut weh, weil wir wieder durch einen drecksabgefälschten Schuss verloren haben." Dass der 1. FC Nürnberg mal wieder ein Derby gegen Greuther Fürth verloren hat, lag wahrlich nicht nur am Treffer von Robert Zulj zum 1:0-(0:0)-Endstand. Vielmehr wollte den 262. mittelfränkischen Metropolen-Vergleich nur eine Mannschaft erkennbar gewinnen: die Spielvereinigung, die schon das Hinspiel mit 2:1 für sich verbucht hatte.


Die Gefahrenzone im Blick

Die ist jetzt schon Siebter, hat elf Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz und darf sich auf ebensoviele Spiele ohne jeden Druck freuen. Der Club indes muss Hand in Hand mit den Würzburger Kickers dezent nach unten schielen und hoffen, dass aus den nur acht Zählern plus nicht flugs so wenige werden, dass es noch eng werden könnte. Torwart Thorsten Kirschbaum, am von Georg Margreitters Rücken abgefälschten Gegentor schuldlos, war sich der Situation bewusst, gestand, die Gefahrenzone im Blick zu haben. Und erkannte auch, dass da mehr schief gelaufen war als dieses in seiner Entstehung schlecht verteidigte Fürther 1:0, als Sercan Sararer vor Zuljs 25-Meter-Schuss drei Nürnberger genarrt hatte. "Wir hatten zu wenig Entlastung, in der gegnerischen Hälfte haben wir uns nie durchsetzen können", kritisierte Kirschbaum. Und sah auch die Schwartzsche Vorgabe ("mit aller Gewalt gewinnen") ebenso schnell über den Haufen geworfen, wie die Taktik.

Erstmals probierte es nämlich auch der Club mit einer Dreierkette und Fünfer-Mittelfeld. "Wir wollten über schnelles Umschaltspiel nach vorn kommen", so Kirschbaum. Das klappte überhaupt nicht, eine einzige herausgespielte Chance durch den schwedischen Neuzugang Mikael Ishak drei Minuten vor dem Ende ist halt alles andere als Ausdruck unbändiger Offensivkraft und dazugehörigen Willens. Gut, hinten war's nicht ganz daneben. "Es hat sich eigentlich stabil angefühlt", befand der Club-Keeper. Eigentlich . . .


Kampfstarke Greuther

Tatsächlich aber spielten die Fürther das gleiche System deutlich mutiger, freilich auch nicht zum ersten Mal. "In so ein Spiel muss man mit Härte kommen", verriet Kleeblatt-Flügelflitzer Khaled Narey, worauf es eben noch so ankommt. "Wir haben nie locker gelassen. Und als Nürnberg müde war, haben wir zugestochen."

Fürwahr, gelaufen sind diese Greuther als gäbe es für jeden Meter eine Saison-Gratifikation. Selbst einer wie Sararer, nicht gerade ein Ausbund an Disziplin, half tief in der eigenen Hälfte aus, um dann, wie beim 1:0 in der 77. Minute, wieder anzutreiben. "Genau dafür brauchen wir ihn", quittierte sein Trainer Janos Radoki diesen Fleiß mit einem Sonderlob. Das hätte auch Torschütze Zulj bekommen müssen, denn der Österreicher war in diesem von Kampf, Fehlpässen und fehlenden Torchancen geprägten Derby der beste Fußballer auf dem Feld.
Unermüdlich hatte er als zentraler Mann hinter dem Sturmduo Sararer/Bolly nach spielerischen Lösungen gesucht, die jedoch im auch nicht sonderlich kreativen Fürther Gefüge schwer zu finden waren.
Unter Radokis Regie hat sich die SpVgg jedoch zu einer effektiven Ergebnis-Elf gemausert hat, die in den letzten fünf Partien elf Punkte gesammelt hat. Und die statt mit Abstiegsgefahr plötzlich mit dem (bedeutungslosen) Rennen um Platz fünf zu tun hat. "Wir haben kein Ziel, aber wir wollen so weit klettern wie möglich", formulierte es Narey.

Sein Trainer warnte jedoch: "Jetzt müssen wir in Sandhausen bestätigen. Es bringt nichts, das Derby zu gewinnen und das nächste Spiel abzuschenken. Außerdem müssen wir nach vorn stabiler werden, mit dem ersten Kontakt mehr Tempo reinbringen."


Wird es eng für Schwartz?

So ambitioniert hört sich das bei Schwartz nicht an, für den es im Falle weiterer Niederlagen - zuletzt vier Punkte in sechs Partien - eng werden könnte. Eher nach Wehklagen: "Wir hatten viele Abgänge in der Offensive, das sieht man jetzt. Da sind wir auf der Suche."

Immerhin ist es nicht lange her, da hatte der FCN in 41 aufeinander folgenden Spielen getroffen.

Michael Bauer

zum Thema "Frankenderby"

Newsletter kostenlos abonnieren


noch Zeichen



Bitte melden Sie sich an, um kommentieren zu können:

Sie sind noch nicht registriert? Bitte hier registrieren.