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Sport  // Lichtenfels

Obermain-Marathon

Obermain-Marathon: "Ich wollt, mir wüchsen Flügel"

Felix Mayerhöfer und Sandra Spörl hatten bei der 13. Auflage des Laufs am Obermain die Nase vorne.
Nicht alle Läufer bezwingen den Staffelberg im Lauftempo. Manchmal ist einfach eine Gehpause nötig. Fotos: Christian Voll und Hartmut Klamm
 
Sonntag, 9. April, 13.30 Uhr, Adam-Riese-Halle, Obermain-Marathon, die dreizehnte Auflage. Fast alle der gut 1700 Sportler sind im Ziel nach dem zweifellos größten Massensportereignis der Umgebung, die Siegerehrung läuft, Medaillen und Urkunden werden verteilt. Viele Altersklassen, viele Sieger, viele Finisher - fröhliche Gesichter. Die fast 800 Helfer, die professionelle Organisation rund um den Leiter Karl-Heinz Drossel, das märchenhafte Sonnenwetter, die zufriedenen Sportler, die fließenden Abläufe - all das sorgt dafür, dass es einem die Floskel "läuft wie am Schnürchen" beinahe auf den Notizblock zwingt.
Also sucht man sich andere Themen: 1. Laufen als Mythos, 2. Laufen im Gottesgarten, 3. Laufen - flach oder am Berg? Und am Ende wird man zur Überzeugung kommen: Man kann das mit dem Laufen als des Menschen ursprünglichster Fortbewegungsform so sehen - oder eben ganz anders.


Laufen als Mythos

Die einen laufen, um zu gewinnen, die anderen, um anzukommen. Marathon-Gesamtsieger Felix Mayerhöfer, ein 35-jähriger Sportlehrer aus Kronach mit Heimat in der Oberpfalz, hat den Streckenrekord geknackt und erstmals unter 2:40 Stunden gedrückt. Er hatte einen perfekten Tag: "Ich war früh alleine vorn, war gut drauf, hatte nie das Gefühl, es könnte etwas anbrennen. Und wenn man dann noch spürt, dass der Abstand zu den Verfolgern wächst, kommt man in einen Flow. Man schwebt."
Holger Reinlein von der Feuerwehr Bad Staffelstein, ein ehemaliger Ringer, hat die Schmer-zen des Sports nachhaltiger kennengelernt, sagt aber jetzt: "Das war es alles wert." Es war sein erster Marathon - und den hat er rund zwei Stunden nach dem Sieger bewältigt, also ist auch er ein Finisher. Obwohl: "Ich hab' mich nicht nur einmal unterwegs gefragt: ,Was tu ich da gerade?'" Und so hat er wie viele andere bei steilen Anstiegen ein Gehpäuschen eingelegt.


Laufen im Gottesgarten

Die einen laufen mit Blick auf die Uhr, die anderen stellen das Erlebnis vor das Ergebnis. Marathon-Gesamtsiegerin Sandra Spörl (Team Erdinger Alkoholfrei) gewinnt bei ihrem dritten Start in der Badstadt zum dritten Mal, mit über zehn Minuten Vorsprung in 3:14:50 Stunden, und erzählt von ihren Wahrnehmungen unterwegs: "Natürlich ist die Strecke wunderschön, leider hatte ich nicht so viel Zeit zum Gucken. Es lief vom Start weg prima, nichts tat weh, und als ich irgendwann auf die Uhr schaute, dachte ich: ,Wow, was für ein Tempo'."
Und dann gibt es Läufer, die genehmigen sich am Staffelberg tatsächlich ein Bierchen zwi-schendurch, nehmen sich Zeit für ein Handyfoto am Gipfelkreuz und einer singt gar - kein Witz - das Frankenlied: "Ich wollt, mir wüchsen Flügel."


Laufen - flach oder am Berg?

Die einen lieben das Laufen an den Anstiegen, die anderen hassen es. Die beiden Gesamtgewinner Spörl und Mayerhöfer etwa sagen sinngemäß das gleiche: "Mir liegen die Anstiege. Ich freue mich drauf." Für andere sind die 700 Höhenmeter in Bad Staffelstein sogar nur der Aufgalopp für noch größere Berg- und Talfahrten demnächst, etwa beim Rennsteiglauf in Thüringen.
Insgesamt aber haben der durchwegs flache Halbmarathon um Bad Staffelstein mit 714 und auch die 12,5-Kilometer-Strecke mit fast 300 Aktiven die größere Anhängerzahl als die tradi-tionelle 42,195-Kilometer-Distanz.
Die Nordic-Walker bewältigen eine Strecke von 16 Kilometern. Sie achten natürlich vor allem auf den gesundheitlichen Aspekt und den olympischen Gedanken. Doch so viele Individualisten es an diesem Tag gibt, etwas haben sie alle gemeinsam - im Ziel sind sie vor allem eines: glücklich.
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