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Ringen

Lichtenfelser verpassen ganz knapp die Play-offs

Der AC Lichtenfels unterliegt im letzten Bundesliga-Kampf dem SC Luckenwalde mit 16:17. Trotzdem: Die Saisonbilanz fällt positiv aus.
Die vermeintliche Vorentscheidung: Laimutis Adomaitis hat den Luckenwalder Damian Hartmann geschultert. Sein Jubel zeigt, wie nahe die Lichtenfelser dem Play-off-Einzug waren. Fotos: cv
 
Die Beschreibung der Gemütszustände bei den Ringern des AC Lichtenfels und ihrer Fans kannte nur eine Richtung, als es am Samstagabend gegen halb zehn galt, das Unfassbare in Worte zu fassen: Enttäuschung. Mit 16:17 einen denkwürdigen Kampf gegen den SC Luckenwalde verloren - Play-offs verpasst um einen einzigen Mannschaftspunkt - und das nach einer tollen Saison! Trotzdem: Der fünfte Platz in der Bundesliga Nord ist der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte.
Die zuvor noch unter den Fan-Gesängen brodelnde ACHalle, die aus allen Nähten platzte und schon 90 Minuten vor dem Start keine Zuschauer mehr aufnahm, wirkte nach der Heimniederlage im letzten Punktkampf der Saison wie kollektiv gelähmt. Keiner wusste, wohin mit seiner Enttäuschung, als die siegestrunkenen Luckenwalder ihren "Doch-noch-Matchwinner" Lennard Wickel (74 kg, Freistil) in einer Freudentraube unter sich begruben. Die Lichtenfelser standen trotz 6:4 Einzelsiegen am Ende mit leeren Händen da. Gut eine Stunde später hatte ACL-Vorsitzender Stefan Heinlein die Fassung wiedererlangt: "So groß die Enttäuschung ist, so traurig wir alle sind: Wenn man als Mannschaft bzw. als Verein eine solche sportliche Tragödie durchsteht, kann das eine Gruppe auch zusammenschweißen."
Bence Juhasz (55 kg, griechisch) setzte als Erster die Reihe seiner starken Kämpfe fort. Lange musste er gegen Stefan Grigorov um kleine Vorteile ringen, doch ein Kraftakt mit fünf Punkten in der Schlussminute führte zu einem deutlichen 11:4. Noch einen drauf setzte Dato Kerashvili (ACL, 120 kg, Freistil): Gegen den bislang unbesiegten deutschen Meister und Olympiastarter Nik Matuhin wuchs der 20 kg leichtere Georgier über sich hinaus. Ein gekonterter Durchdreher und leidenschaftlich ausgekämpfte knifflige Situationen ebneten ihm den Weg zu einem 5:3.
Mit 2:1 bezwang Adam Bienkowski (60 kg, Freistil) verdient den oft allzu passiven und wohl vom Gewichtmachen geschlauchten Philipp Herzog, der schon ab der 3. Min. weite Phasen des Kampfes auf den Knien bestritt. Mitunter musste ihm sogar der Kampfrichter Andre Schedler (AV Zella-Mehlis) wieder auf die Beine helfen. Dass der ansonsten völlig tadellos leitende Mann in Weiß dieses "Kampf-Verhindern" duldete, musste auch deswegen verwundern, da er gleich im Anschluss den ACler David Vala (96 kg, griechisch) nach drei Passivitätsverwarnungen von der Matte stellte. Mit diesem einen Sieg egalisierte der WM-Dritte Viktor Lörincz (LSC) den 3:7-Rückstand. Und sein Team ging sogar mit 9:7 in Front, nachdem der deutsche Meister Erik Weiß (66 kg, griechisch) mit 2:0 gegen Rumen Savchev (ACL) gewann.
Damit war zu rechnen, genauso wie mit der 1:8-Niederlage des wieder eine Klasse aufgerückten Serghei Shishkov (84 kg, Freistil) gegen Martin Obst. Tim Müller (66 kg, Freistil) brachte mit seinem Widersacher Michel Schneider dann sechs Minuten "Ringen pur" auf die Matte. Der Sieger hieß mit 8:6 Punkten Tim Müller. Der ACL-Hexenkessel erreichte seinen Siedepunkt, als Laimutis Adomaitis (ACL, 84 kg, griechisch) mit einem Kopfzug wie aus dem Lehrbuch den bis dato gleichwertigen Damian Hartmann plötzlich auf die Schultern beförderte und die Lichtenfelser mit 14:13 in Führung brachte.
Andi Eichheimer (ACL, 74 kg, griechisch) baute diese durch ein gewohnt sicheres 2:0 gegen Marc Wentzke sogar auf 16:13 aus. Alles außer ein 0:4 durfte sich Simon Pilzweger (74 kg, Freistil) nun erlauben gegen Lennard Wickel (LSC), mit dem er sich stets schon heiße und ganz knappe Duelle geliefert hatte. Das Schlimmste für den ACL trat ein: Mit einer harten, jedoch regelgerechten Kopfklammer zog der Gästeringer schon in Runde 1 mit 8:0 davon. Zwei Zweier machten sein technisch überlegenes 12:0 perfekt.
So blieb für alle Untröstlichen nur noch die Flucht in die Floskel, oder, wie die Mutter Tim Müllers im besten hessischen Dialekt formulierte, den ja so mancher in der ACL-Staffel beherrscht: "'S Lebbe geht weiter!" Der Lichtenfelser Trainer Ali Hadidi sagte: "Man kann wirklich niemandem einen Vorwurf machen. Alle waren top motiviert und haben großartig gerungen. Man fühlt sich jetzt wie ein Marathonläufer, der in Führung liegend 100 Meter vor dem Ziel umknickt, nicht mehr weiterlaufen kann und alle anderen an sich vorbeiziehen sieht." Sein Luckenwalder Kollege Andreas Zabel: "So verrückt kann Ringen sein! Das war nicht vorherzusehen. Dass Lennard seinen Kampf gewinnen kann, hielt ich für möglich, nicht aber, dass er noch einen Vierer holt."
Der ACL-Vorsitzende Stefan Heinlein erklärte: "Es hat nicht sollen sein! Wir hatten uns diesen Erfolg alle so sehr gewünscht. So schwer es fällt, wir werden bald wieder in die Zukunft schauen müssen. Schön immerhin, dass sich alle unsere Gäste so positiv über unsere Organisation dieses Abends geäußert haben." Tobias Schütz blickte zurück: "So ist der Sport eben. Es war trotzdem eine super Saison. Wir sind ein Team und wir gewinnen und verlieren zusammen. Da gibt es nicht den geringsten Vorwurf an irgendwen."
Rudi Hofmann, der Fanclub-Vorsitzende: "Das tut weh! Aber wer am Ende einen Punkt mehr hat, gewinnt. Wir Fans danken dem Team für diese großartige Runde und sind mit ihr stolz, so weit gekommen zu sein."

AC Lichtenfels - 1. Luckenwalder SC 16:17
Mattenleiter: Andre Schedler (Zella-Mehlis)
55 kg gr.: Juhasz Bence - Stefan Grigorov (11:4) 3:1 3:1
120 kg Fr.: Dato Kerashvili - Nik Matuhin (5:3) 2:1 5:2
60 kg Fr.: Adam Bienkowski - Philipp Herzog (2:1) 2:1 7:3
96 kg gr.: David Vala - Viktor Lörincz (0:4) 0:4 7:7
66 kg gr.: Rumen Savchev - Erik Weiß (0:2) 0:2 7:9
84 kg Fr.: Serghei Shishkov - Martin Obst (1:8) 1:3 8:12
66 kg Fr.: Tim Müller - Michel Schneider (8:6) 2:1 10:13
84 kg gr.: Laimutis Adomaitis - Hartmann   (4:0 SS) 4:0 14:13
74 kg gr.: Andreas Eichheimer - Marc Wentzke (2:0) 2:0 16:13
74 kg Fr.: Simon Pilzweger - Lennard Wickel (0:12 ) 0:4 16:17


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