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Basketball

Vor dem Saisonstart in der Bundesliga: Das hat sich bei den Play-off-Kandidaten verändert

Brose Bamberg hat einen Umbruch hinter sich, Medi Bayreuth setzt auf Kontinuität - ein Blick auf die Basketball-Bundesliga kurz vor dem Saisonstart.
Der US-amerikanische Neuzugang   Gabe York spielte mit  Medi Bayreuth eine starke Vorbereitung.    Peter Mularczyk
 
von FLORIAN KIRCHNER
Die Basketball-Bundesliga startet am Wochenende in ihre 52. Saison. Einen Platz im Vorderfeld der Tabelle peilen die beiden oberfränkischen Vertreter Brose Bamberg und Medi Bayreuth an, doch die Konkurrenz hat sich zum Teil sehr gut verstärkt - ein Blick auf die Liga vor dem Saisonstart.

Meister Bamberg musste im Sommer gegen den "Fluch des Erfolges" ankämpfen: Trainer Andrea Trinchieri, der seinen Vertrag beim neunfachen Deutschen Meister bis Sommer 2019 verlängert hat, war gezwungen, auf Einkaufstour zu gehen. Mehrere Leistungsträger der Meisterformation hatten sich für lukrativere Angebote aus Südeuropa (Causeur, Melli, Strelnieks) und der NBA (Theis, Darius Miller) entschieden.

Zweimal wurde der Italiener in der Bundesliga fündig. Aus Ulm holte er Power Forward Augustine Rubit, vom FC Bayern München kam Kapitän Bryce Taylor, der derzeit die deutsche Staatsbürgerschaft anstrebt.

Für den Spielaufbau engagierten die Bamberger Ricky Hickman (EA Mailand/Italien) und den Spielmacher des italienischen Nationalteams Daniel Hackett (Piräus/Griechenland) sowie für den Frontcourt den Serben Luka Mitrovic (RS Belgrad/Serbien) und den US-Amerikaner Quincy Miller (Maccabi Tel Aviv/Israel).


Selbstbewusste Bayreuther

Nach einer fast perfekten Saison, in der Medi Bayreuth das Überraschungsteam der Liga stellte, den vierten Platz in der Hauptrunde erreichte und erstmals seit dem Erstligaaufstieg im Jahr 2010 in die Play-offs einzog, hat sich das Selbstverständnis der Bayreuther gewandelt - vom Abstiegskandidaten zum Play-off-Anwärter.

Kontinuität heißt das Rezept, mit dem Trainer Raoul Korner an die Erfolge der Vorsaison anschließen will. Das deutsche Korsett der Mannschaft ist unverändert, zudem bleiben mit Nate Linhart, De´Mon Brooks und Assem Marei auch drei Kontingentspieler dem Verein treu.

Neu im Kader sind James Robinson (KK Igokea Aleksandrovac/Bosnien und Herzegowina) als Point-Guard, Gabe York (Erie Bay Hawks/NBA G-League) als Shooting-Guard sowie der erfahrene Venezuelaner John Cox (Pau-Lacq-Orthez/Frankreich), der sowohl im Aufbau als auch auf der kleinen Flügelposition spielen kann.

"Wir wollen beweisen, dass wir eben nicht nur ein One-Hit-Wonder sind, sondern dass das der Anfang einer neuen Zeit ist. Wir sehen uns selbst als Play-off-Anwärter und scheuen uns nicht mehr davor, das P-Wort in den Mund zu nehmen", formuliert Korner die Ziele für die Bundesliga-Saison.

Doch auf die Medi-Basketballer wartet auch eine neue Herausforderung: die erstmaligen Teilnahme an der Champions League. Der vergleichsweise kleine Bayreuther Kader nimmt es hier in der Vorrunde mit attraktiven Gegnern wie dem italienischen Meister Venedig, dem slowenischen Meister Ljubljana sowie den international erfahrenen Spitzenclubs Banvit (Türkei), Straßburg (Frankreich) und AEK Athen (Griechenland) auf.


Begehrte US-Amerikaner

Zurück zur Konkurrenz in der Bundesliga: Bei den 18 Vereinen standen auf dem Transfermarkt insbesondere US-Amerikaner im Mittelpunkt des Interesses. In der kommenden Saison nehmen diese etwa 75 Prozent der insgesamt 108 zur Verfügung stehenden Ausländerpositionen ein.

Eine kleine Gruppe von Basketball-Exoten führen zwei Spieler aus Neuseeland an: Ulm setzt auf Power Forward Isaac Fotu (23, 203 cm), der zuletzt in der ersten spanischen Liga bei Saragossa mit durchschnittlich 9,5 Punkten und 5,8 Rebounds starke Werte erzielte. Die Frankfurt Skyliners haben Spielmacher Tai Webster (22, 193 cm) direkt vom US-College in die Bundesliga geholt.

"Tai ist ein Point-Guard, der aber auch als Combo-Guard eingesetzt werden kann. Er ist sehr gut im Pick and Roll und hat das Potenzial, ein sehr guter Verteidiger zu werden", setzt Frankfurts kanadischer Trainer Gordon Herbert große Hoffnungen in den Neuseeländer.

Drei Viertel aller Kontingentstellen wurden mit neuen Akteuren besetzt. Ex-Bundestrainer Dirk Bauermann räumte auf diesen Positionen in Würzburg auf, John Patrick tat es ihm bei den Riesen Ludwigsburg gleich und entschied sich ebenfalls für einen Kompletttausch auf den Ausländerpositionen.


FC Bayern bläst zum Angriff

Die Bilanz des ambitionierten FC Bayern München in der zurückliegenden Saison war ernüchternd: Nach der Niederlage im Pokalfinale gegen Bamberg und dem Aus im Eurocup-Viertelfinale gegen Malaga waren die Münchner auch im Meisterschafts-Halbfinale gegen Bamberg (0:3) chancenlos.

"Wir werden definitiv einen starken Point-Guard verpflichten", versprach Bayern-Präsident Uli Hoeneß daraufhin zum Saisonende. Gesagt, getan: Künftig wird der serbische Olympia-Silbermedaillengewinner Stefan Jovic (Roter Stern Belgrad/Serbien) den Spielaufbau der Münchner leiten und die Attacke auf Abonnementsmeister Bamberg anführen.

Mit ihm kamen Braydon Hobbs (Ulm) und der NBA-erfahrene Jared Cunningham (Jiangsu/China) für den Backcourt sowie Vize-Europameister Milan Macvan (Mailand/Italien) zur Verstärkung unter den Brettern.

Vizemeister Oldenburg präsentiert sich zur neuen Saison mit deutlich verändertem Gesicht. Bei den Niedersachsen führen die beiden US-Amerikaner Chris Kramer (Rytas/Lettland) und der Ex-Bayreuther Brian Qvale (Kuban/Russland) die Liste der Abwanderer an.

Neu dazu kamen Aufbauspieler Mickey McConnell (Obradoiro/Spanien), Shooting Guard Bryon Allen (CEZ Nymburk/Tschechien), der österreichische Centerspieler Rasid Mahalbasic (Sevilla/Spanien), College-Absolvent Christian Jones (University of Nevada) sowie der Deutschamerikaner Isaiah Philmore (Tübingen) und Europameisterschaftsteilnehmer Karsten Tadda (Ulm).


Ulmer Topscorer ist weg

Groß war der Aderlass nach dem Saisonende bei Hauptrundensieger Ulm: Nach zwei tollen Jahren, in denen er sich zum MVP (besten Spieler der Liga) entwickelt hatte, entschied sich Topscorer Raymar Morgan für ein finanziell lukrativeres Engagement beim türkischen Erstligisten Bursa. "Wir haben uns sehr weit gestreckt, konnten aber das Angebot aus Bursa leider nicht mitgehen", sagt Trainer Thorsten Leibenath.

Neu im Ulmer Kader sind unter anderem die NBA-erfahrenen Luke Harangody (Darüssafaka Istanbul/Türkei) und Toure Murry (Belediye/Türkei) sowie Ryan Thompson (Bonn) und Jung-Nationalspieler Ismet Akpinar (Berlin).


Trainer-Ikone in Berlin

Mit einer spanischen Trainer-Ikone will Alba Berlin, die einst stärkste Marke im deutschen Basketball, verlorenen Glanz zurückgewinnen und an die Erfolge vergangener Tage anknüpfen - immerhin datiert die letzte Meisterschaft der Hauptstädter neun Jahre zurück.

Alejandro "Aito" Garcia Reneses, der in seiner Karriere neun spanische Meisterschaften, je fünf Pokalsiege und europäische Titel sowie die olympische Silbermedaille mit Spaniens Nationalteam gewann, hat bei den zuletzt flügellahmen Albatrossen die Nachfolge von Ahmet Caki angetreten. "Aito verkörpert die perfekte Kombination aus Talentförderung und sportlichem Erfolg. Bei seinen bisherigen Trainerstationen hat er es geschafft, Spieler zu entwickeln und gleichzeitig erfolgreich zu sein", sagt Alba-Sportdirektor Himar Ojeda.


Zwei Kracher kurz vor Saisonstart

Die Gießen 46ers sorgten Mitte September mit der Verpflichtung des ehemaligen Münchner Centerkolosses John Bryant für einen Paukenschlag in dieser Transferperiode. Der zweifache Bundesliga-MVP spielte zuletzt bei AS Monaco und unterzeichnete bei den Mittelhessen einen Einjahresvertrag. "Wir freuen uns, dass wir mit John Bryant einen Spieler mit großer Erfahrung für uns gewinnen konnten. Er wird uns mit seiner Qualität taktisch variabler machen", ist Cheftrainer Ingo Freyer überzeugt.

Wenig später legte auch Würzburg nochmals nach und holte Nationalmannschaftskapitän Robin Benzing (Tecnyconta Saragossa/Spanien) in die Bundesliga zurück. "Er gibt uns noch mehr Qualität, Variabilität und Scoring auf den Flügelpositionen", ist Trainer Dirk Bauermann überzeugt.
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