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Skateboarden

Tricks, Chaos und Gemeinschaft beim Kulmbacher Skate-Contest

Ruhm und Geld? Das ist den Teilnehmern des Kulmbacher Skate-Contests egal. Den Fahrern und Organisatoren geht es um mehr.
Ingo "Cäptn Biesi" Biesenecker aus Lichtenfels flippt über ein "Curb" und vier Treppenstufen.  Fotos: Markus Klein
 
von MARKUS KLEIN
Mit breitem Grinsen rückt Ingo "Cäptn Biesi" Biesenecker seine Kapitänsmütze zurecht und rollt auf das Curb zu, ein längliches, boxenförmiges Hindernis. Aus den Lautsprechern dröhnt die Titel-Melodie aus dem Film "Fluch der Karibik". Mit einer ruckartigen Beinbewegung bringt er das Skateboard dazu, abzuheben und sich um die eigene Achse zu drehen. In der Luft dreht er sich und das Brett noch zusätzlich um 180 Grad. Hinter dem "Curb" und vier Treppenstufen landet er wieder mit den Füßen auf dem Board; allerdings etwas zu weit vorn. Das Brett rutscht weg. Er fällt. Das Grinsen bleibt.


Einheit aus Individualisten

"Der Frontside Flip ist mein Lieblingstrick. Heute hat er leider nicht geklappt", sagt Biesenecker. Gewonnen hat er den zweiten Kulmbacher Skate-Contest trotzdem, vor allem wegen eines fehlerfreien Finallaufs, bei dem sich die Tricks flüssig aneinander reihten. Für den 25 Jahre alten Lichtenfelser ist es bereits der zwölfte Contest in diesem Jahr. Neben Wettbewerben in der Region war er auch in Jena, Erfurt und Sonneberg unterwegs.


Dort fand er ohne Probleme Anschluss. "Wenn man in einer fremden Stadt jemanden mit einem Skateboard sieht, ist sofort eine Harmonie da; wie eine Einheit", sagt er. Einheitliche Trikots oder Stile gibt es hingegen nicht: Die Teilnehmer fahren mit Baggy-Pants und T-Shirt, Hawaii-Hemd über der Flanellhose oder in bunten Hippie-Klamotten. Für ihre Auftritte dürfen sie sich Lieder wünschen. Die musikalische Spannweite reicht von Sixties-Rock über Punk und Hip Hop bis Techno.

Die Jury bewertet die Fahrer in ihren einminütigen "Runs" mit Punkten von 1 bis 10, von den zwei Läufen der Vorrunde zählt der bessere. Fünf der zehn angemeldeten Fahrer kommen ins Finale. Dort haben sie erneut zwei einminütige "Runs". Die Preise sponsern Skateboard-Marken, es gibt Socken und T-Shirts, für den Gewinner ein Board und eine Hose.


Zum Videobeitrag: Die Skateboard-Szene in Kulmbach

Der Contest in Kulmbach bedeutet Biesenecker viel. "Meine besten Freunde organisieren das", erklärt er. Gemeinsam gehen sie danach noch auf die Aftershow-Party. Schon während der Veranstaltung trinken sie zusammen Bier.


Gemeinsamkeit und Freiheit

Es herrscht Lockerheit statt Konkurrenzdenken. So auch für René aus dem Allgäu. Er kam nicht ins Finale, nur wenige Tricks klappten: "Normalerweise schaffe ich die. Aber ich habe nur eine Stunde geschlafen. Der Contest ist mir nicht so wichtig. Ich bin wegen meiner Freunde hier", sagt er.

Dazu zählen die Organisatoren Danny Leicher, Christian Schappert, Dominik Eck und Merlin Volkmar. Die beiden Letztgenannten traten auch als Fahrer an. Hauptveranstalter Leicher moderierte die Veranstaltung. Er benennt die Tricks und unterhält das Publikum mit Sprüchen wie "Schöner Versuch. Wollt ihr den noch mal sehen?", "Bringt mal drei Bier an den Jury-Tisch" oder "Geiler Typ, geiler Trick".


Das Chaos regiert

Die meisten Organisatoren und Fahrer kamen zu spät, die Musikanlage noch später. Wegen eines kurzfristigen Ausfalls gab es heuer keine Werbe-Flyer, nur langsam füllt sich der Park. "Auch wenn nur fünf Leute mitfahren, ist mir das egal. Dann kriegen die eben mehr Preise. Es geht mir um den Spaß", sagte Hauptorganisator Leicher vor Beginn. Und doch wurde es ein ansehnlicher Wettbewerb mit spektakulären Tricks, Spannung und rund 50 Zuschauern. Ein wenig Chaos gehört vielleicht dazu. Oder die "große Freiheit", die Gewinner Biesenecker motiviere, so oft es geht auf dem Skateboard zu stehen. "Ich kann fahren wo, wie und wann ich will", sagt er. "Der perfekte Ausgleich im Leben."
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