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Erste Reise nach Wiederwahl: Uli Hoeneß besucht Fanclub in Wunsiedel

Der erste Fanclub-Besuch nach seinem Comeback als Bayern-Präsident führte Uli Hoeneß nach Wunsiedel. Über 600 Anhänger feierten ihn dort enthusiastisch.
Uli Hoeneß ist wieder da, wo er vor seiner Haft auch schon war. Als Präsident des FC Bayern München inmitten der Fans, die ihn begeistert feiern. Foto: Werner Reißaus
 
von WERNER REIßAUS
Welch ein Triumphlauf für Uli Hoeneß! Knapp 36 Stunden nach seinem Comeback als Präsident des FC Bayern München besuchte er erstmals wieder die Fan-Basis - und das in Oberfranken. Rund 600 Fans Fichtelgebirgshalle feierten den ehemaligen Sträfling enthusiastisch.

Nach einem Weißwurst-Frühschoppen skandierten die Fans lauthals: "Wir wollen Uli sehen, wir wollen Uli sehen...!" Und fast pünktlich kam der alte und neue Bayern-Präsident zur Tür herein und wurde mit stehenden Ovationen empfangen. Für Uli Hoeneß war es fast wie eine Art Triumph-Lauf. Er genoss sichtlich das Bad in der Menge. Äußerlich ruhig und entspannt nahm er auf der Bühne zwischen den beiden Moderatoren Thorsten Ernstberger und Matthias Will Platz und ließ die Fans gleich wissen: "Es freut mich sehr, dass ich heute bei euch sein darf." Eineinhalb Stunden stand Hoeneß für Fragen zur Verfügung, fast jeder Fan bekam anschließend ein Autogramm.

Hoeneß hatte für die Bayern-Fans sogar eine vorweihnachtliche Bescherung im Gepäck. Denn er verkündete, dass der bayerische Lieblings-Franzose Frank Ribery seinen Vertrag um ein Jahr verlängert hat. Auch beim holländischen Nationalspieler Arjen Robben scheint nach der Einschätzung von Uli Hoeneß Bewegung in die Vertragsgespräche zu kommen: "Ich weiß, dass Karl-Heinz Rummenigge mit seinem Vater, der ja sein Berater ist, in Verbindung steht. Arjen hat überragende Verdienste für den Verein. Da muss man einfach schauen, dass wir ihn weiter an den FC Bayern binden."

Auf den Hinweis, dass er jetzt in Wunsiedel wieder begeistert empfangen wurde, aber vor dreieinhalb Jahren der Applaus für ihn mehr oder weniger verstummt war, entgegnete Hoeneß gelassen: "Es war natürlich eine schwierige Zeit für mich. Vor allem, weil es von 100 auf Null ging. Die Zeit in Landsberg war für mich sehr, sehr schwierig. Aber wer mich kennt, der weiß, dass ich versucht habe, diese Dinge vernünftig zu überstehen. Ich habe mich, wie alle sagen, sehr vorbildlich verhalten. Das war auch die Grundvoraussetzung, dass ich möglichst schnell nach Hause komme. Er war eine schlimme Zeit, aber ich habe unglaubliche Unterstützung von vielen Menschen bekommen, die ich gar nicht gekannt habe. Ich habe bei der Jahreshauptversammlung gesagt, dass ich über 5 000 Briefe in die Haftanstalt bekommen habe von vielen Fans und Mitgliedern, aber auch von wildfremden Leuten aus anderen Vereinen und anderen Gesellschaftsschichten, die mir Mut zugesprochen haben. Und zusammen mit meiner Familie, die mir unglaubliche Unterstützung gegeben hat - vor allem von meiner Frau - ist es mir gelungen, diese Zeit zu meistern. Auch der FC Bayern und seine Fans haben einen Riesenbeitrag geleistet, dass ich diese Zeit überstanden habe."

Ob er am Freitag mit so einer triumphalen Rückkehr gerechnet habe? Uli Hoeneß: "Ich habe es erhofft." Doch sicher war er sich nicht, wie er zugab, schließlich hätten ja auch die Meinungsforscher bei der US-Wahl daneben gelegen. Uli Hoeneß glaubt, dass "das Gute", das er "in den vergangenen 30, 40 Jahren beim und für den FC Bayern und für viele in unserer Gesellschaft getan" habe, "die Fehler überwogen" hätte. Sein Seitenhieb auf die Medien: "Die Medien müssen langsam merken, dass sie mit ihrer Sprache und ihrer Meinungsmacherei eigentlich meistens schief liegen und dass das Volk sehr gut weiß, was es für richtig hält oder nicht."

Und was entgegnet Hoeneß Kritikern, die meinten, dass er sich mit der Rückkehr ins Präsidentenamt beim FC Bayern keinen Gefallen tue? "Denen muss ich gar nichts entgegnen, weil die mich überhaupt nicht kennen. Ich habe mich, bevor ich die Entscheidung getroffen habe, wieder anzutreten, sehr intensiv mit meiner Familie unterhalten und habe meine Meinung durchgesetzt. Sie war am Anfang nicht dafür, aber sie hat gemerkt, dass der FC Bayern ein Teil meines Lebens ist. Sie hätten es ertragen müssen, dass ich nicht glücklich gewesen wäre, wenn ich diese Aufgabe ganz abgegeben hätte. Spätestens seit Freitag weiß ich, dass ich da hingehöre. Dass der FC Bayern mich wieder aufgenommen hat, das werden er und seine Fans nicht bereuen."

In diesem Zusammenhang nahm Hoeneß auch zu den Meldungen in den sozialen Netzwerken Stellung: "Mich hat die Anerkennung der Leute auf der Straße - ich habe mich an den Wochenendurlauben nicht versteckt - viel mehr berührt als das, was dort an Mist abgeladen wurde." Für Hoeneß ist es ein Debakel, dass die Äußerungen in den Netzwerken versteckt, also anonym erfolgen können.

Der neue Präsident ließ die Fans wissen, dass beim FC Bayern gegenwärtig keine großen "Baustellen" vorhanden sind: "Wir haben sportlich eine Delle, das weiß jeder, wenn der FC Bayern kein Tabellenführer der Bundesliga ist. Wir dürfen da aber nicht von einer Krise reden. Wir stehen wirtschaftlich fantastisch da. Bei der Jahreshauptversammlung wurde nachgewiesen, dass der FC Bayern noch nie so gesund war wie zuvor. Man muss Carlo Ancelotti noch etwas Zeit geben. Die Mannschaft und er müssen noch zusammenwachsen. Pep war natürlich einer, der extrem streng war, der sehr auf Disziplin geachtet hat. Die neue Art von Ancelotti, die Spieler etwas an der langen Leine zu lassen, wird am Ende prima funktionieren."

In die Talkrunde kamen auch die Vertreter der Fan-Clubs aus dem Fichtelgebirge zu Wort. So wurde die Kritik laut, dass kein konkretes System unter Carlo Ancelotti erkennbar sei. Uli Hoeneß räumte ein, das Pep Gardiola ein Verfechter von einem sehr strikten System gewesen sei und Carlo Ancelotti dagegen den Spielern etwas mehr Freiraum lasse. Hoeneß sagte: "Er hat natürlich das Pech, dass extrem viele Spieler verletzt waren. Um eine tolle Leistung zu bringen über Wochen und Monate, muss man eine eingespielte Mannschaft haben. Und das hatten wir beileibe nicht. Wenn man so oft wechseln muss wie wir, ist es extrem schwierig, einen Rhythmus zu finden. Wir wollen uns jetzt noch bis Weihnachten durchwurschteln, und dann greifen wir wieder voll an. Aber vorher wollen wir uns eines schon noch erlauben, nämlich Leipzig zu Hause zu schlagen."

Ein Thema war auch Thomas Müller: "Er hat gegenwärtig einen Mangel an Selbstvertrauen. Man muss dem Thomas einfach alle Zeit der Welt geben. Was der für diesen Verein geleistet hat, das ist enorm. Ich höre ja im Umfeld, den Einen oder Anderen, der sagt, man sollte ihn mal auf die Bank setzen. Da muss ich sagen, da bin ich total dagegen. Spieler von seiner Klasse, die muss man durchziehen."

Kritik übte Uli Hoeneß daran, dass das Amt des Sportdirektors bereits jetzt mit der Personalie Philipp Lahm in Verbindung gebracht werde, denn der Bayern-Kapitän hat noch einen Vertrag bis zum Juni 2018: "Wir tun alle gut daran, dieses Thema in aller Ruhe und im stillen Kämmerlein zu diskutieren."

Auf die Frage eines jungen Bayern-Fan, was Uli Hoeneß denn lieber war oder ist, Spieler oder Präsident zu sein, stellte er fest: "Grundsätzlich ist es so, das Spieler das Schönste ist. Spieler bei Bayern München, wenn man in den größten Stadien der Welt mit 70 bis 80 000 Zuschauer auflaufen kann und Teil der Manschaft sein kann, das ist das Allerhöchste. Aber wenn man nicht mehr trainieren und spielen kann, waren für mich zwei Dinge wichtig. Nicht die Trainerposition, sondern Manager bei Bayern München und jetzt Präsident. Das sind zwei wunderschöne Aufgaben. Als Präsident, wo man mit verantwortlich ist für einen riesigen Verein, der jetzt 284 000 Mitglieder hat, der wahnsinnig gesund ist und eine ungeheure soziale Verantwortung hat. Wir haben ja auch wichtige Aufgaben für die Gesellschaft."

Ob der FC Bayern auch im Basketball Serienmeister werden will? . Es werde seiner Meinung schwierig, weil Brose Bamberg mit Michael Stoschek einen fanatischen Hauptsponsor habe: "Er hat ein tolles Imperium aufgebaut. Dazu kommen aber auch Vereine wie Alba Berlin. Und auch in Ulm wird in dieser Serie gutes Basketball gespielt. Es wird im Basketball nicht möglich sein, so zu dominieren wie es im Fußball möglich ist, weil wir dazu nicht die wirtschaftlichen Mittel haben."

zum Thema "Uli Hoeneß"






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