Ich willige einX

Diese Website verwendet das Besucheraktions-Pixel von Facebook für statistische Zwecke. Mit einem Cookie kann so nachvollzogen werden, wie unser Marketing auf Facebook wirkt und wie wir es verbessern können. Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihr Einverständnis hierzu erteilen. Eine genaue Beschreibung zum „Besucheraktions-Pixel“, zu Cookies im Allgemeinen und Ihrem Widerspruchsrecht, das Sie jederzeit ausüben können, steht Ihnen in unserer Datenschutzerklärung unter hier zur Verfügung.

3000 Motorsport-Fans strömen zum Flugplatz

Der Motorsport-Tag des Fassoldshofer Rennstalls Isert am Kulmbacher Flugplatz lockte die Massen: Etwa 3000 Besucher kamen.
"Taxi"-Fahrten in einem KTM X-Bow konnte man beim Motorsport-Tag des Rennstalls Isert am Kulmbacher Flugplatz gewinnen. Foto: Alexander Muck
 
Motoren dröhnen, Reifen quietschen, in der Luft liegt der Geruch nach verbranntem Gummi. Ein Flitzer nach dem anderen startet. Hinter dem Absperrband drängen sich die Zuschauer und knipsen Bilder mit dem Smartphone. Nicht etwa auf einer Rennbahn fand am Samstag dieses Spektakel statt, sondern auf dem Kulmbacher Flugplatz. "Motorsport zum Miterleben" war das Motto der Veranstaltung des Fassoldshofer Rennstalls Isert, zu der geschätzte 3000 Besucher gekommen waren.

Das Motorsport-Team Isert hatte von den 1970er bis 90er Jahren etliche große Erfolge in der DTM oder im Supertourenwagen-Cup gefeiert und namhafte Fahrer wie Peter Kox, Johnny Cecotto oder Prinz Leopold von Bayern unter Vertrag. Anfang dieses Jahres ist die Familie Isert wieder in den Rennsport eingestiegen. Den größten Saisonerfolg feierte das Isert-Team kürzlich am Nürburgring, wo Christopher Haase und Arne Hoffmeister beim VLN-Langstreckenrennen mit dem KTM X-Bow ihre Klasse gewannen. An dieser Hochstimmung sollte nun auch die Öffentlichkeit teilhaben. Den ganzen Tag über verloste Radio Plassenburg Mitfahrgelegenheiten in einem X-Bow des österreichischen Motorrad- und Sportwagenherstellers KTM.

Mit bis zu 200 Kilometer pro Stunde bretterten die drei ultraleichten Flitzer über die knapp 800 Meter lange Start- und Landebahn. Einer der glücklichen Gewinner war der 50-jährige Motorsport-Fan Matthias Weggel aus Döllnitz. "Das ist eine Wahnsinnsbeschleunigung. Nach der ersten Runde habe ich zum ersten Mal geschnauft", prustete er los, als er nach der Fahrt ausstieg. "Jederzeit wieder" war sein Fazit und das der 18-jährigen Nadine Haslinger aus Kupferberg. Eigentlich sei sie nicht so interessiert gewesen am Motorsport, über einen Bekannten sei sie zur Veranstaltung gekommen. "Saugut" kommentierte Nadine die Fahrt.

Am Steuer der Rennwägen saßen die Isert-Piloten Arne Hoffmeister sowie die beiden Holländer Dennis Retera und Stéphane Kox, die 22-jährige Tochter des Rennfahrers Peter Kox. Lokalmatador Christopher Haase aus Kirchleus war wegen einer Verpflichtung für Audi bei der DTM kurzfristig verhindert.

Auch der 74-jährige Seniorchef Heinz Isert, einst selbst ein erfolgreicher Motorsportpilot, setzte sich nach 20 Jahren Pause wieder ans Steuer eines Rennwagens. "Das könnte ich den ganzen Tag lang machen", schwärmte er.

Die Stimmung unter den Gästen war so gut wie das Wetter. Eine Besucherin, die 42-jährige Tanja Fischer aus Weismain, ist überzeugter Motorsportfan. Sie sagte: "Die Motorengeräusche live vor Ort zu hören, ist ein ganz anderes Erlebnis, als im Fernsehen." Die zehnjährige Anna Heßlinger aus Untersteinach hat bereits Autoscooter-Erfahrung. Sie erklärte: "Pferde und Puppen sind nicht so mein Ding. Ich mag lieber Rennautos."

Landrat Klaus Peter Söllner wollte sich zwar nicht zu einer Fahrt überreden lassen, jedoch zeigte er sich begeistert von der Veranstaltung. Er sagte: "Hut ab! Ein Rennsport-Event wie dieses hat es in Kulmbach schon lange nicht mehr gegeben. Das könnt ihr öfters machen." Oberbürgermeister Henry Schramm lobte: "Eine supertolle Veranstaltung, die belebt den Flugplatz!"

Der Geschäftsführer der Flugbetriebsgesellschaft, Thilo Holthaus, koordinierte den ganzen Tag lang die Roll- und Flugbewegungen. Neben den schnittigen Rennwagen gab es immer wieder Flugzeuge und Helikopter in Aktion zu bestaunen. Holthaus erklärte: "Wir sind ein Verkehrslandplatz mit Betriebspflicht. Wir haben bis zu 5000 Starts- und Landungen pro Jahr. In der Hauptsaison wäre so etwas nicht gegangen." Holthaus freute sich über die große Besucherzahl und lädt die Bevölkerung ein, öfters mal am Flugplatz vorbei zu schauen, die Gastwirtschaften sind jedes Wochenende geöffnet.

Große Fans des Kulmbacher Flugplatzes sind die beiden Töchter von Michael Groh aus Kulmbach, vier und acht Jahre alt. "Als sie im Radio gehört haben, dass ein Flugplatzfest stattfindet, gab es kein Halten mehr", berichtete der Vater. Gut, dass es auch Unterhaltung für die kleinen Gäste gab. Das Spielmobil des Kreisjugendrings war mit von der Partie. Die Mitarbeiter boten Basteln und Schminken an sowie Rasenski und eine Vielzahl von Wurfspielen.

Eine besondere Attraktion unter den jungen Besuchern waren die Modellautos der Firma D-Edition aus Neuenmarkt. Auf einem Übungsparcours konnten sie per Fernsteuerung Neuheiten testen wie den Traxxas xMaxx-Truck oder den Neo Fighter Buggy.

Den erwachsenen Autofans stellte die Isert Group ihr Sortiment an BMW, Maserati oder Ferrari vor. Als der Motor des 560 PS starken Lamborghini Gallardo röhrte, schwärmte Geschäftsführer Wolfgang Isert: "Das ist Musik in meinen Ohren, da bekomme ich Gänsehaut."

Tickets für ein ganzes Wochenende bei den Deutschen Tourenwagen-Masters (DTM) verloste das Kulmbacher Börsenmagazin "Der Aktionär".

Besonders dankte Uwe Isert der Sportgemeinschaft Roth-Main, die die Bewirtung der Gäste übernahm sowie der gesamten Belegschaft der Firma Isert, die mit etwa 80 Leuten im Einsatz war, vom Parkplatzeinweiser bis zum Boxenteam.
Uwe Iserts Fazit am Ende des Tages: "Das war überragend! Wir hatten Glück mit dem Wetter, alles lief reibungslos und es waren so viele Besucher da, dass wir den Parkplatz zweimal anbauen mussten."


Interview mit Stephane Kox

Die 22-jährige Stephane Kox, Tochter des niederländischen Rennfahrers Peter Kox, hat heuer in der X-Bow-Battle einige Erfolge für Isert Motorsport eingefahren. Im Interview verrät sie, wie es ist, als Frau in einer Männerwelt.

Stephane, wie wird man Rennfahrerin?
Ich bin mit dem Rennfahren aufgewachsen. Mein Vater hat mir viele Sportarten gezeigt, Reiten und so weiter. Mit 15 habe ich angefangen, Gokart zu fahren, erst nur als Hobby, aber es lief gut. Später bin ich auf Autos umgestiegen. 2013 bin ich Formelautos gefahren, 2014 Tourenwagen. Es war nie Druck da, ich wollte es so. Mein Vater ist sehr stolz, aber wir haben lange darüber geredet, ob es Sinn macht.

Trittst du gegen andere Frauen an?
Das Verhältnis im Rennsport ist 99:1 Männer zu Frauen. Es gibt Frauenwertungen, aber das will ich nicht. Ich trete fast nur gegen Männer an. Wenn wir den Helm aufsetzen sind wir alle gleich.

Was waren deine größten Erfolge?
Letztes Jahr haben wir das 24-Stunden-Rennen im belgischen Zolder gewonnen mit einen BMW M235i. Weitere Erfolge hatte ich im Audi TT RS, im Ferrari 488 GT3 und im Mercedes AMG GT3. Dieses Jahr war ich im KTM X-Bow sehr erfolgreich. Wir standen bei jedem Rennen auf dem Podest.

Gibt es einen Wettkampf zwischen Vater und Tochter?
Mein Vater fährt schon 30 Jahre. Wir in Holland würden sagen, er kann mit dem Auto lesen und schreiben. Ich komme immer näher ran, aber um so gut zu sein wie er, brauche ich mehr Erfahrung. Zum Spaß sagen wir, es ist ein Wettkampf, aber ich weiß, mein Vater fiebert mit, wenn ich fahre. Er möchte, dass ich gewinne.

Was ist dein Ziel?
Mein Ziel ist es, im Tourenwagensport zu bleiben. Früher habe ich immer gesagt, ich möchte bei der DTM mitfahren. Nun weiß ich, dass das sehr schwierig sein wird. Ich finde die GT-Klasse gut. Wenn ich ein Ziel habe, dann ist es das 24-Stunden-Rennen von Le Mans.

Hast du einen Plan B als Alternative zum Motorsport?
Ja, seit September studiere ich Jura in Maastricht. Der Rennsport ist unsicher, ich möchte ein Backup haben. Der Rennsport ist hektisch. Jura ist eine andere Welt, das bringt mich auf andere Gedanken. Aber wenn ich die Wahl hätte, Werksfahrer zu werden oder Anwalt, dann hätte Anwalt keine Chance.

Wie ist es, Beifahrer zu sein?
Vor allem, wenn ich bei Männern mitfahre, halte ich meist den Mund. Denn ich weiß, für Männer ist Autofahren so ein Egoding. Die werden dann unsicher oder frustriert, wenn eine Frau sie kritisiert.

Wie ist das bei deinem Freund?
Der ist zum Glück auch Rennfahrer, Robin Frijns. Der war Formel-1-Fahrer, jetzt ist er Werksfahrer bei Audi. Wir haben uns auf der Gokart-Strecke kennengelernt. Gokart fahre immer noch, zum Trainieren und zum Spaß.

Welches Auto fährst du privat?
Bis vor einem Monat hatte ich einen Mini Cooper mit 211 PS. Dann hatte ich plötzlich ungefähr 1000 Strafzettel und mein Vater meinte, ich brauche ein anderes Auto. Nun habe ich einen Audi A1 Diesel mit 90 PS. Den Berg rauf muss ich runter schalten, aber es ist schon o.k., ich kann ja auf der Rennstrecke schnell fahren.

Hast du Hobbys?
Ich reite, weil ich finde, in der Natur zu sein mit einem Tier ist ein guter Ausgleich. Ein bisschen Angst habe ich aber noch. Im Gegensatz zum Auto bremst das Pferd nicht, wenn ich es will.





Bitte melden Sie sich an, um kommentieren zu können:
Benutzer     Passwort    

Sie sind noch nicht registriert? Bitte hier registrieren.