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Wenn Relegation, dann auch Aufstieg

Kapitän Christoph Sasse setzte sich und seine Mannschaft unter Druck. Als Topfavorit gilt für ihn aber die Reserve eines Bundesligisten.
Die glorreichen Sechs (Etwashäuser Tischtennisspieler): Kamil Michalik, Bastian Herbert, Felix Günzel, Christoph Sasse, Jens Jung und Radu Botos (von links).
 

Aufsteiger TSV Bad Königshofen II ist für Etwashausens Christoph Sasse der große Meisterschaftsfavorit in der Tischtennis-Bayernliga. Zumindest, wenn die Reserve des Bundesliga-Neulings in der stärkstmöglichen Aufstellung antritt. Der Respekt des TVE-Kapitäns ist jedenfalls groß vor dem Konkurrenten. Wobei es der Student insgesamt „geil findet, was Bad Königshofen in Sachen Tischtennis los macht“.

Aber Sasse wäre nicht Sasse, wenn er nicht auch sich und seine Mannschaft zum Favoritenkreis zählen würde. Zumindest sein Anspruch ist hoch: „Im letzten Jahr waren wir Zweiter und sind in der Relegation gescheitert. Diesmal scheitern wir nicht mehr!“ Klingt im ersten Moment mutig und nach Lautsprecher. Der 23-Jährige hat aber mit seinem Elan, seinem Selbstbewusstsein und in erster Linie auch seiner Leistung (21:6-Siege) bereits in der vergangenen Saison zum Etwashäuser Höhenflug beigetragen. Als weiteren Mitkonkurrenten nennt er den SV DJK Eggolsheim. Die Oberfranken sind als Tabellenzweiter hinter Meister Bad Königshofen II über die Relegationsrunde der Landesliga-Vizemeister aufgestiegen. Vier Tschechen bilden das Gerüst der Mannschaft, bei der die Etwashäuser zum Saisonauftakt am Samstag, 16. September, antreten müssen. Nachvollziehen kann Sasse die Philosophie des Gegners nicht.

Dann lieber doch die Rolle des „Dorfvereins“, die er seiner Mannschaft zugesteht, ergänzt um einen Spitzenspieler. Als der erwies sich Kamil Michalik in der vergangenen Saison auf Anhieb. Nach vier Niederlagen in der Vorrunde kassierte er in der Rückrunde nur noch eine. Er hat dadurch bewiesen, dass er nicht nur als Trainingspartner die gesamte Mannschaft stärker gemacht, sondern sich durch das regelmäßige Training auch selbst verbessert hat. Der Pole ist voll integriert, lebt mit seiner Frau Sylwia und zwei Kindern in Albertshofen, wo er mittlerweile schon einmal umgezogen ist. „Das war ein Einsatz für die gesamte Mannschaft“, erzählt Christoph Sasse und verrät auf diesem Weg auch eines der Etwashäuser Erfolgsgeheimnisse: den Zusammenhalt.

Der hat wohl auch mit dazu beigetragen, dass Michalik den Abwerbversuchen anderer Vereine widerstanden und dem TVE die Treue gehalten hat. Er bildet das Spitzenpaarkreuz zusammen mit Bastian Herbert, dem größten Tischtennistalent, das die Etwashäuser bisher hervorgebracht haben. Der 16-Jährige hat mittlerweile seine Schule mit der mittleren Reife beendet und eine Lehre als Schreiner begonnen. Aus dem Nachwuchskader des Bayerischen Tischtennis-Verbandes habe er sich verabschiedet, weil ihm der Aufwand zu groß geworden sei, erzählt Vater Thomas. Trotz seiner Jugend verfügt sein Sohn offensichtlich über eine realistische Selbsteinschätzung.

Das bestätigt auch Bayerns Verbandstrainer Cornel Borsos, der ihn seit Jahren unter seinen Fittichen hatte. Er bedauert Herberts Entscheidung, „weil er mit seinen Ergebnissen dem Bayerischen Tischtennis-Verband einiges zurückgegeben hat und wir ihn gerne dabei gehabt haben“. Borsos kann sie aber nachvollziehen. „Um seinen Leistungsstand halten zu können, hätte er seinen Aufwand steigern müssen.“ Das lasse sich mit einer Berufsausbildung nicht mehr vereinbaren.

Dem Verein gereicht Bastian Herberts Rückzug aus dem Bayernkader natürlich zum Vorteil. Nun können auch die Etwashäuser ihren Spielplan einhalten und müssen nicht mehr wegen dessen häufigen Turniereinsätzen ständig nach neuen Ausweichterminen suchen. Herbert kann sich voll und ganz auf seine Mannschaft konzentrieren. Vielleicht ein Mosaiksteinchen, um das ausgegebene mutige Saisonziel seines Mannschaftsführers Christoph Sasse zu erreichen.

Die Etwashäuser haben aber auch einen personellen Verlust zu verzeichnen. Mannschafts-Senior Torsten Küster steht nur noch in absoluten Ausnahmefällen zur Verfügung. Er hat sich nach seinem Achillessehnenriss zwar wieder herangekämpft und zum Saisonende auch ein paar Einsätze gehabt. Für eine ganze Bayernliga-Saison konnte sich der mittlerweile 52-Jährige aber nicht mehr motivieren. Er hat sich für mehr Freiheit entschieden und will nach 43 Jahren seine Freizeit nicht mehr nach einem Terminplan richten müssen. Für ihn rückt Radu Botos in die Mannschaft, der den Routinier bereits in der vergangenen Saison ordentlich vertreten hat und nach Ansicht von Christoph Sasse eine tolle Entwicklung aufweist.

Der Kapitän sieht bei sich und seinen Kollegen noch weiteres Entwicklungspotenzial. Insofern liegt sein mutig formuliertes Saisonziel vielleicht doch im Bereich des Möglichen. Dass sein Top-Favorit Bad Königshofen II immer in der laut Rangliste möglichen Bestbesetzung antritt, ist dagegen eher unwahrscheinlich. Josef Ort hält eine Aufstellung mit Christoph Schüller, Marcin Miszewski, Camilo Cordero, Tizian Bauer, Lukas Schwarz und Leon Sick für die wahrscheinlichste. „Unser Ziel ist es, vorne mitzuspielen“, erklärt der Vater von Nationalspieler Kilian Ort.

TVE-Tischtennis-Wissen

Aufgebot

1. Kamil Michalik 2100

2. Bastian Herbert 2024

3. Felix Günzel 1998

4. Christoph Sasse 1923

5. Jens Jung 1869

6. Torsten Küster 1783

7. Radu Botos 1802

Heimspieltermine

23.09. 17:30 Uhr TV Altdorf

30.09. 15:00 Uhr TTC Rugendorf

14.10. 17:30 Uhr TSV Bad Königshofen II

04.11. 14:30 Uhr TV Erlangen

25.11. 17:30 Uhr TSV Eschau

10.02. 17:30 Uhr DJK Effeltrich

03.03. 17:30 Uhr TTC Tiefenlauter

10.03. 17:30 Uhr DJK Eggolsheim

14.04. 17:30 Uhr TSV Ansbach II

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