Kleinlangheim sucht neue Königin

Vor dem Start ins zweite Bundesliga-Abenteuer beklagen Kleinlangheims Frauen einen herben Verlust – und das ausgerechnet auf der Königsposition.
Die Bundesliga im Blick haben die Kleinlangheimer Korbballerinnen (von links) Verena Riedl, Anna Grafmans, Michaela Ortner, Nora Denner, Carmen Wilhelm, Tina Scheidler und Indra Bock mit ihrem Trainer Leon Wilhelm. Zur Mannschaft gehört auch Ramona Riedl.
 
von ANDREAS STÖCKINGER

Das Unternehmen Bundesliga beginnt an diesem Wochenende wieder für die Korbball-Frauen des VfL Kleinlangheim. Fünf Jahre nach ihrem Abstieg versuchen sie sich erneut in der höchsten deutschen Liga. Die Aufsteigerinnen gehen nicht nur als Außenseiterinnen ins Rennen, sondern noch dazu mit einem großen Handicap. Ihre Korbhüterin Carmen Wilhelm, die gleichzeitig beste Werferin des VfL ist, fällt wegen einer Meinskusverletzung aus, nicht nur für den Auftakt der Hallenrunde an diesem Sonntag in Porta Westfalica.

Kürzlich im Urlaub spürte Carmen Wilhelm, dass irgendwas mit ihrem Knie nicht in Ordnung ist. Beim Trainieren Anfang August hatte sie sich leicht verletzt. Das werde schon wieder, dachte sie sich. Als die Schmerzen nicht besser wurden, ging sie zum Arzt. Der riet ihr zur Operation, die sie möglichst rasch ausführen lassen solle. Die OP hat sie inzwischen hinter sich, aber die Vorrunde muss die 29-Jährige nun pausieren. „Carmens Verletzung hat uns natürlich getroffen“, sagt Trainer Leon Wilhelm. „Aber die Mannschaft besteht ja nicht nur aus einer Spielerin. Wir müssen die Position nun eben neu besetzen.“

Die Neue braucht Gespür

Das ist nicht ganz einfach. Ausgerechnet auf der Königsposition muss der VfL improvisieren. In die Bresche springen müssen zunächst Michaela Ortner und Verena Riedl. Die beiden zeigten sich im Training sehr engagiert, diese Rolle auszufüllen. Leon Wilhelm weiß, dass dies nicht von heute auf morgen möglich ist. „Es ist schwierig, weil es eine Zeit dauert, bis man das Gespür für den Korb hat.“

Was die Position der Korbhüterin ausmacht, beschreibt eine Internetseite so: „Innerhalb einer Korbballmannschaft übernimmt eine Spielerin die Aufgaben der Korbhüterin. Nur ihr ist es erlaubt, den Korbraum zu betreten und den Ball am Korb abzufangen, was das Erzielen eines Treffers erschweren soll. Sie darf aber nicht größer als 176 cm sein. Eine weitere Aufgabe der Korbhüterin ist die Ausführung des Abwurfes aus dem Korbraum. Außerhalb des Korbraumes ist sie gleichberechtigte Feldspielerin.“

Als Ziel kann es für die Kleinlangheimerinnen nur eines geben – den Klassenverbleib. „Das wäre mit mir auch nicht anders gewesen. Da brauchen wir uns nichts vorzumachen“, sagt Carmen Wilhelm. In den ersten Spielen irgendwie punkten will der Aufsteiger. „Das Korbverhältnis ist egal“, sagt sie. „Wenn wir auch mal eine Packung kriegen, ist das nicht so schlimm. Du kannst in der Bundesliga gegen jeden Gegner eine Klatsche kriegen.“

Mannschaft ist nun jünger

Die VfL-Frauen lassen es auf sich zukommen, ohne großen Druck. Ihr Trainer Leon Wilhelm möchte keine Prognose wagen. Ohne die etatmäßige Korbhüterin werde es schwieriger zu gewinnen, aber nicht unmöglich, sagt er. „Mithalten, mitspielen – viel mehr rechnen wir uns gar nicht aus. Spätestens zur Rückrunde wollen wir angreifen.“ Im Vergleich zu vor fünf Jahren habe sich die Mannschaft nun verjüngt, einige erfahrene Kräfte mischen sich mit den jüngeren.

„Das Verhältnis passt. Wir sind flexibler geworden“, meint Trainer Wilhelm. Zudem zeigten sich gerade die jüngeren Kräfte in der Vorbereitung sehr motiviert für ihre erste Bundesliga–Runde. Die beginnt am Sonntag ge-gen den deutschen Meister TuS Helpup, wo sich der VfL nichts ausrechnet. Im zweiten Spiel wartet mit dem TuS Kettig ein Aufsteiger aus Rheinland-Pfalz, den man nicht einschätzen könne.

Von den Konkurrenten aus dem Schweinfurter Raum dürften besonders Bergrheinfeld und Schraudenbach eine starke Rolle einnehmen. Seinen einzigen Heimspieltag trägt der VfL Kleinlangheim am 23. Oktober aus – in der Halle in Dittelbrunn. da im Kitzinger Raum keine Halle zur Verfügung stand, die die Vorgaben erfüllte.

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