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Frickenhausen will nicht stören

Beim Gegner wird eine verdiente Spielerin verabschiedet, Frickenhausen steht Spalier und zeigt sich beim 1:4 in Forstern als gern gesehener Gast.
Wieder blicken Sophia Dietze und ihre Frickenhäuserinnen drei verlorenen Punkten hinterher.
 

In einer Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Erding ging am Samstag eine „fantastische Entwicklung“ zu Ende. Verabschiedet wurde eine Spielerin, die „mit ihrem Einsatz, Engagement und ihren Führungsqualitäten“ maßgeblich zu den Erfolgen und damit zum Aufstieg des FC Forstern vor gut einem Jahr in die Bayernliga beigetragen hat. Die Laudatio auf der Homepage des Vereins galt Julia Deuschl, der Spielführerin, die sich entschlossen hatte, ihre Karriere nach zahlreichen Verletzungen zu beenden. Was hätte besser zu diesem Anlass gepasst als ein standesgemäßer Sieg? Der TSV Frickenhausen, weit gereist aus der unterfränkischen Provinz, mochte die Party nicht stören und war so gesehen ein willkommener Gast beim 4:1 (1:0) der Oberbayerinnen.

Den Augenblick, als Julia Deuschl in der 53. Minute nach ihrem ersten und letzten Bayernliga-Einsatz Lebewohl sagte, beschrieb selbst der eher pragmatische Frickenhäuser Trainer Gernot Haubenthal als „bewegenden Moment“. Drei, vier Minuten sei die Forsterner Spielerin beschäftigt gewesen, um Hände zu schütteln und Umarmungen zu gewärtigen. Bedauerlicherweise sei die Zeit am Ende nicht nachgespielt worden.

Hätte es viel geändert? Die Partie in der 3600-Seelen- Gemeinde war eines jener Spiele, das der TSV wohl selbst mit einer Stunde Nachschlag nicht mehr umgebogen hätte. „Nicht so schlecht“ sei die Darbietung seiner Schützlinge gewesen, sagte Haubenthal, aber halt nicht gut genug, um ein Team wie Forstern aus den Angeln zu heben. Schon vergangene Saison hatte man hier glatt mit 0:4 verloren.

Der Unterschied zwischen Frickenhausen und einem Spitzenteam wie Forstern zeigte sich am evidentesten mal wieder im Abschluss. „Wir haben immer noch das Problem“, sagte Gernot Haubenthal, „dass wir aus unseren Möglichkeiten viel zu wenig machen.“ Forstern ist da weniger wählerisch. Auch die Oberbayern bekamen nicht allzu viele Gelegenheiten, aber sie begnügten sich mit „zwei bis drei Unzulänglichkeiten“, die der Gast ihnen laut Haubenthal bot, um die entscheidenden Treffer zu setzen. Nach zwölf Minuten versuchte es Stefanie Kothieringer aus dem Lauf – und ihr Schuss ins lange Eck saß zum 1:0. Wenige Minuten nach der Halbzeit legte Pia Reininger das 2:0 nach. Dann flackerte das Flutlicht auf – leider nicht bis in den hintersten Winkel des Platzes.

Genau dort spielten sich für Haubenthal aber die entscheidenden Szenen vor dem 3:0 und 4:0 ab, reichlich unterbelichtet wirkte da die Frickenhäuser Abwehr, die Mühe hatte, dem Lauf des zudem sehr dunklen Balles zu folgen. Sabine Müller traf kurz vor Schluss auf Vorlage Abersfelders immerhin zum 4:1.

„Läuferisch waren wir voll auf der Höhe“, sagte Haubenthal nach einer Begegnung, die sich in vielen kleinen Duellen entschied. Forstern sei „sehr präsent“ gewesen auf dem Platz, habe geschickt die Passwege zugestellt und damit viele Fehlpässe bei Frickenhausen provoziert. Um Sandra Abersfelder kümmerte sich Forstern meist zu zweit – und doch schuf sie mit hoher Laufarbeit Platz für ihre Mitspielerinnen. Die Kunst wird sein, die Räume künftig effektiver und entschlossener zu nutzen, um auch in Begegnungen mit mutmaßlichen Spitzenteams mal etwas mehr als Erfahrung zu gewinnen. „Ich kann nicht meckern“, sagte Haubenthal, „wir haben gut gespielt und sind – auch wenn das Ergebnis anderes vermuten lässt – nicht untergegangen.“

Das Spiel in der Statistik

FC Forstern – TSV Frickenhausen 4:1 (1:0)

Forstern: Melanie Scherer; Martina Mittermaier, Helena Altenweger, Julia Deuschl (53. Evi Kopp), Pia Reininger, Franziska Stimmer, Julia Ruckdeschl (80. Johanna Stadler), Verena Krumay (65. Sandra Obermeier), Stephanie Richter, Julia Deißenböck, Stefanie Kothieringer.

Frickenhausen: Julia Kohl; Karen Ettinger (82. Sarah Schmidt), Sabine Müller, Candida Schwarz, Zozan Özdemir (65. Sarah Wintzheimer), Simone Barthel, Katharina Other, Tabea Rauschenberger, Anna Thormann, Sophia Dietze, Sandra Abersfel- der.

Schiedsrichterin: Cordula Gangl (Hebertshau-sen).

Zuschauer: 50.

Gelbe Karte: Altenweger.

Tore: 1:0 Stefanie Kothieringer (22., nach einem Flügellauf über rechts), 2:0 Pia Reininger (51.), 3:0 Evi Kopp (73.), 4:0 Stefanie Kothieringer (79.), 4:1 Sabine Müller (83., nach Einzelaktion von Sandra Abersfelder).

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