Frickenhausen erreicht nur ein 0:0

Schläfrig waren sie trotz früher Anreise nicht mehr, und doch boten Frickenhausens Frauen in München nur eine müde Nullnummer. Der Trainer nennt die Gründe.
Ein Holpern und Stolpern boten Pauline Großer und die Frickenhäuserinnen beim 0:0 in München.
 

Dieser Auftritt der Frickenhäuser Fußballerinnen stand von Beginn an unter keinem günstigen Stern. „Es hat geregnet, und wir haben auf einem Kunstrasen gespielt, der genauso voll Wasser gesaugt war wie der Ball“, erzählte Trainer Gernot Haubenthal nach einem 0:0, das ihm nicht nur wegen des Resultats wie ein Hauch von nichts vorkam. Nach zwei klaren Siegen in der vergangenen Saison über Stern München entwickelte sich diesmal rund 250 Kilometer von der Heimat entfernt eine zähe Partie. „Man hat gleich gemerkt, dass nicht viel gehen würde. Es war eine ziemliche Quälerei.“

Trotz des ungewohnt frühen Aufbruchs am Sonntag um 6.30 Uhr und einer etwa vierstündigen Busfahrt beharrte Haubenthal später darauf, dass es daran am wenigsten gelegen habe. Die Mannschaft sei ausgeschlafen gewesen, und das mochte schon etwas heißen, bedenkt man, dass sie in den zwei vorherigen Partien dieser Saison unter weitaus günstigeren Bedingungen einen eher schläfrigen Eindruck erweckt hatte. In Pegnitz hatte sie die anfängliche Passivität zu Rundenbeginn zwei Punkte gekostet, im Derby gegen den ETSV Würzburg II war die Sache noch einmal gut gegangen. In München habe man den Lernprozess gespürt. „Dafür fehlte es dann an anderer Stelle.“

Zum Beispiel im Mittelfeld, wo das Herz des Spiels schlägt, aber diesmal kaum Druck entstand. Vielleicht lag es ein Stück weit am robusten Einsatz der Münchnerinnen, die Frickenhausens Vorwärtsdrang laut Haubenthal mit taktischen Fouls zu stoppen versuchten und dafür bereitwillig Gelbe Karten in Kauf nahmen. Das bremste den Kombinationsfluss und trug dazu bei, dass echte Torszenen in dieser Partie eine Rarität blieben.

Für München jagte Emma Hult den Ball allein vor TSV-Torhüterin Julia Kohl in den grauen Truderinger Himmel (4.) und Tamara Schneider traf aus achtzehn Metern den linken Pfosten (25.). Frickenhausens Gefahrenmomente erschöpften sich in Gelegenheiten von Sandra Abersfelder, Romina Kuffner und Sophia Dietze, „keine wirklichen Tormöglichkeiten“, wie der FC Stern auf seiner Homepage notierte.

So ergab sich am Schluss eine „müde Nullnummer“, die bei Haubenthal diffuse Gefühle provozierte: ernüchternd, aber andererseits auch irgendwie verdient.

Das Spiel in der Statistik

FC Stern München – TSV Frickenhausen 0:0

Stern München: Mirjam Maahs; Sanije Shala, Iris Kux, Evelyn Maß, Lisa Heuß, Emma Hult, Marigona Sekiraqa, Susanne Schleupner, Nora Alisch, Merve Kantar (81. Michelle-Melanie Ney), Tamara Schneider.

Frickenhausen: Julia Kohl; Sabine Müller, Pauline Großer, Simone Barthel (46. Katrin Hauck), Candida Schwarz, Anna Thormann, Romina Kuffner, Sandra Abersfelder (87. Johanna Roll), Tabea Rauschenberger Sophia Dietze, Katharina Other.

Schiedsrichter: Dominik Kappelsberger (Aßling).

Zuschauer: 30.

Gelbe Karten: Heuß, Schleupner, Kantar.

Rote Karte: Shala (München, 80., Schiedsrichterbeleidigung).

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