Ich willige einX

Diese Website verwendet das Besucheraktions-Pixel von Facebook für statistische Zwecke. Mit einem Cookie kann so nachvollzogen werden, wie unser Marketing auf Facebook wirkt und wie wir es verbessern können. Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihr Einverständnis hierzu erteilen. Eine genaue Beschreibung zum „Besucheraktions-Pixel“, zu Cookies im Allgemeinen und Ihrem Widerspruchsrecht, das Sie jederzeit ausüben können, steht Ihnen in unserer Datenschutzerklärung unter hier zur Verfügung.

Ein Anruf beendet die Auszeit

Was tut man nicht alles für die „alte Liebe“? Thomas Bergner kehrt aus dem Trainer-Ruhestand zurück, um der SG Klein-/Großlangheim aus der Patsche zu helfen.
Raus aus der Deckung: Thomas Bergner gibt in Kleinlangheim ein Comeback als Trainer.
 
von ANDREAS STÖCKINGER

Es war ein Montagabend Ende September, als bei Thomas Bergner das Telefon klingelte. In der Leitung: Kevin Fischer, einer aus der Vorstandsriege des VfL Kleinlangheim. Fischer schilderte, dass die SG Klein-/Großlangheim nach dem Abschied Denis Herrlingers auf Trainersuche sei. Ob Bergner sich wohl vorstellen könne, wieder bei der SG einzusteigen?

Nach kurzer Bedenkzeit sagte der 50-Jährige zu, auch aus alter Verbundenheit und Erinnerung. Kleinlangheim – da war doch was. Drei Jahre, von 2001 bis 2004, war Bergner dort Spielertrainer zu Kreisliga-Zeiten des VfL. Einmal fehlte nicht viel, um die Bezirksliga zu erreichen. Erfolgreiche Zeiten für den Mainbernheimer, der sagt: „Mein Herz hängt schon noch ein wenig am Verein. Ich war ja noch Mitglied. Bei einem anderen Verein hätte ich das wohl nicht gemacht.“

Gute Gespräche mit der Vereinsführung bildeten das i-Tüpfelchen. Vorbei war damit für Thomas Bergner die Auszeit als Trainer, die er sich vor mehr als einem Jahr auferlegt hatte. „Ich war komplett raus, hatte mich gerade daran gewöhnt, das war nicht so schlecht“, sagt er. „Dann kam der Anruf.“

Also übernahm er den Job bei der SG, nachdem Herrlinger aus beruflichen Gründen – und wohl auch ein wenig aus Frust über den unglücklich verpassten Aufstieg am Ende der vergangenen Saison – aufgehört hatte. Als Zweiter verlor die SG im Sommer in der Relegation zur Kreisklasse trotz eines 2:0-Vorsprungs gegen Wülflingen/Haßfurt. Aktuell sieht es bei der seit Sommer 2015 bestehenden Gemeinschaft der Kicker aus Klein- und Großlangheim etwas anders aus. Das 1:2 zuletzt gegen Abtswind III/Feuerbach bedeutete bereits die dritte Niederlage in dieser Runde. Damit ist die SG Dritter, mit sechs Punkten hinter Tabellenführer SG Rimbach/Lülsfeld. Noch ist also nichts verloren und die Chance, nach oben zu kommen, im-mer noch da.

Und doch bezeichnet Bergner die Situation als „Katastrophe“. Das liegt in erster Linie daran, dass ihm eine riesige Reihe an Verletzten und nicht zur Verfügung stehender Spieler das Trainerleben schwer mache. Vorigen Samstag fehlten zehn Mann aus dem Kader der letzten Saison. Die Verbliebenen verkauften sich teuer – zumal Abtswind Akteure aufbot wie Patrick Hock oder Aljoscha Keßler, die dort einmal zur ersten Garnitur gehörten. Es komme einfach vieles zusammen, so Bergner.

Nicht nur, dass die SG ihre dritte Partie innerhalb sechs Tagen absolvieren musste. Im vierten Spiel musste er schon wieder eine andere Formation aufbieten als wenige Tage zuvor, immer wieder muss er improvisieren. Bezeichnend eine Situation, die der Coach schildert. „Hallo, Trainer, du kennst mich zwar nicht, aber ich könnte am Samstag spielen.“ So meldete sich neulich einer am Handy. Prompt stand der „Unbekannte“, der zuvor verletzt gefehlt hatte, in der Startelf.

Nicht genug der Unwägbarkeiten, stellt Bergner bei seiner Mannschaft ein Torwart-Problem fest. Alexander Baum hat diesen Sommer aufgehört, sein Nachfolger Lucas Zwingel brach sich den Arm. So musste in Dominik Droll ein Feldspieler in den Kasten, was nicht so funktionierte. „Da muss ich mir was überlegen“, sagt Bergner. Angetan ist er vom Eifer und der Einstellung seiner Akteure. „Die Truppe ist willig, sie passt vom Charakter her. Die Verletzten kommen zur Spielersitzung, lassen sich sehen. Die Jungs bleiben nach dem Training auch mal sitzen.“ Überhaupt macht es Bergner, der zuletzt beim SC Mainsondheim war, wieder Spaß.

Für die nächste Zeit setzt er auf die Rückkehr einiger Spieler, zudem will er System reinbringen, konditionell einiges aufholen, da die Vorbereitung im Sommer mäßig lief. Von Aufstieg will der erfahrene Trainer nicht viel wissen. Es gelte, bis zum Winter an der Spitze dran zu bleiben. Wichtig seien nun ein Sieg gegen Altenschönbach und danach in Rimbach zu bestehen, wo sein Bruder Jürgen Trainer ist. Im Winter würden die Karten neu gemischt – auch in der Trainerfrage. Wie Thomas Bergner selbst sagt, hält er es für „gut möglich“, wenigstens bis Rundenende bei der alten Liebe zu bleiben.

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.