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Fussball

Treffen sich zwei Fußball-Welten...

Der Club und die Roten Bullen: Beim Vergleich ihrer U19-Mannschaften in Stöckach gewähren beide Vereine einige Einblicke in ihre Arbeit.
In Stöckach traten die U19 von RB Leipzig und des 1. FC Nürnberg zu einem Testspiel an, das die Roten Bullen mit 5:2 für sich entschieden.  Fotos: Uwe Kellner
 
von UWE KELLNER
Der Einladung des FC Stöckach sind nicht nur die U19-Teams des 1. FC Nürnberg und RB Leipzig gefolgt, sondern auch rund 250 Besucher, die sich den fußballerischen Leckerbissen nicht entgehen lassen wollen. Apropos Leckerbissen, die Roten Bullen brachten ihre Verpflegung selbst mit. Auch sonst gibt es feine Unterschiede im Vergleich zum 1. FCN und dem Amateurfußball.

Auf dem Sportgelände des FC fanden zwei Testspiele der U19 von RB Leipzig statt. Das letzte bestreitet die U17 der Roten Bullen am Sonntag um 17 Uhr gegen den FC Augsburg. Bereits am Dienstag gewann Leipzig bei strömendem Regen, also englischem Wetter, mit 3:2 gegen die U18 des FC Southampton. Nach den regnerischen Tagen musste der Platzwart Höchstleistung bringen, damit auch die zweite Partie gegen den 1. FC Nürnberg stattfinden konnte.

Bereits gegen Southampton staunte Stöckachs Abteilungsleiter Stefan Gebhardt nicht schlecht, als die Leipziger fragten, ob ihre Ersatzbank Platz für 20 Spieler und acht Trainer bietet. "Da mussten wir eben noch ein paar Bänke dazu stellen", lacht der Funktionär. Die weitere Organisation gestaltete sich einfach, denn die Roten Bullen hatten alles selbst dabei - sogar ihr eigenes Essen für die Mahlzeit nach dem Spiel, das in der kräfteraubenden Vorbereitung genau auf die Bedürfnisse der Sportler abgestimmt ist. "Nur ihre Hütchen hatten sie in Leipzig vergessen, da konnten wir aushelfen", so Gebhardt. Passiert also nicht nur Amateuren.


Keine U23 mehr in Leipzig

Zehn bis zwölf Taktikfolien haben die Stöckacher bei einem zufälligen Blick in die Leipziger Kabine erblickt, die U19 war für alle Eventualitäten gewappnet. Natürlich wurde die Partie gegen die A-Jugend des FCN auch per Kamera für eine spätere Videoanalyse aufgezeichnet. "Auch wenn wir viel Personal haben, gibt es trotzdem noch einmal eine deutliche Steigerung bei den Profis. Die arbeiten auf Championsleague-Niveau, wir auf Bundesliga-Niveau", erklärt Robert Klauß, Trainer der Leipziger U19, der aktuell seine Ausbildung zum Fußballlehrer absolviert. Der 32-Jährige ist seit einigen Jahren bei den Roten Bullen und coachte noch im Vorjahr die U23. Diese wurde zur neuen Saison jedoch abgeschafft, so dass die A-Jugend ab sofort die neue "zweite Mannschaft" ist, wenn man es so will. Der Sinn dahinter ist der Wunsch nach absoluten Spitzentalenten, die, sofern sie den Sprung aus der U19 zu den Profis nicht direkt schaffen, vermutlich sowieso nicht die Riesenkarriere vor sich haben. Stattdessen werden sie an Zweit- oder Drittligisten verkauft oder ausgeliehen.

Für die Zuschauer in Stöckach heißt das, dass sie viele Leipziger Spieler gesehen haben, die in der nächsten Saison das Trikot eines anderen Vereins tragen müssen, wenn sie den Sprung zu den Profis nicht schaffen - zumindest die des älteren Jahrgangs. Andererseits ist die Verzahnung zwischen Jugend und Herren nun noch stärker. "Vier Spieler aus dem jüngeren Jahrgang, die normalerweise bei uns eingeplant sind, haben es sich verdient und sind mit den Profis zum Emirates-Cup geflogen, wo sie Trainingseinheiten und Testspiele mitnehmen dürfen", so Klauß über die Bindung zu den Profis.

Beim Club hingegen geht der Weg noch weitgehend über die Zwischenstufe U21. "Leipzig geht seinen Weg, wir gehen unseren. Da gibt es kein Gut oder Schlecht. Wir haben unseren Weg, bei dem wir versuchen, schnellstmöglich Spieler aus der U19 in die U21 und danach in den Herrenbereich zu bringen. Das ist uns letzte Saison relativ gut gelungen, daran wollen wir anknüpfen", so Daniel Wimmer, Trainer der Nürnberger U19.


Disziplin allerorten

"Gegen Leipzig zu spielen, ist immer ein guter Test. Ich denke, dass wir das heute relativ gut gemacht haben, bis wir dem Gegner zwei Tore zum Ausgleich geschenkt haben. Der Rest war auch dem Ausprobieren und Durchwechseln geschuldet", resümiert Wimmer das Testspiel, welches sein Team mit 2:5 verlor. Von Beginn an war auffällig, dass die A-Jugendlichen der beiden Bundesliga-Klubs trotz Hitze viele Wege gehen, auch wenn diese teils vergebens waren. In der Summe jedoch konnte RB Leipzig auf diese Weise eine Spielhoheit herstellen, zwei Mal war der Druck auf die Nürnberger Verteidiger so hoch, dass zwei Tore fielen. Letztlich waren die vielen Wege dann doch nicht umsonst. Trotz Überlegenheit der Leipziger führte der 1. FC Nürnberg nach 40 Minuten mit 2:0. Ein sauberer Konter und ein Elfmeter führten zu diesem Spielstand. Allerdings reagierte Leipzig prompt und glich binnen zwei Minuten aus, so dass es zur Pause 2:2 stand. Nach dem Seitenwechsel wurde die Dominanz der Roten Bullen noch deutlicher. Per Traumtor in den Winkel, einem Kopfball und einem Pressing-Erfolg besorgte Leipzig den 5:2-Sieg - ohne große Theatralik, sondern mit einer nüchternen, laufintensiven und disziplinierten Spielweise.

"Beide Testspiele waren erfolgreich. Southampton war einmal etwas anderes, was wir nicht gewohnt waren, eben eine englische Mannschaft. Nürnberg hingegen ist eine typische Bundesliga-U19. Mein Fazit ist durchwegs positiv", so Klauß. Ein Murren oder Meckern seiner Jungs war über 90 Minuten nicht zu vernehmen. Zu viel steht vermutlich auch für sie auf dem Spiel, als dass sie sich so etwas leisten können. "Wir scouten deutschlandweit, aber von der Mannschaft, die heute auf dem Platz stand, sind viele Jungs schon vorher bei uns gewesen, dabei sind auch einige waschechte Leipziger oder aus der Umgebung", Robert Klauß. "Ich glaube, vom Aufwand her ist es in jedem Nachwuchsleistungszentrum mittlerweile ungefähr gleich, da unterscheiden wir uns nicht von den anderen", erklärt der hauptberufliche Trainer weiter. "Es gibt einen Tag in der Woche, der immer frei ist. An diesem können die Jungs ihre Schularbeiten machen, vom Fußball etwas Abstand nehmen und durchschnaufen. Ansonsten trainieren wir ein, oder zweimal die Woche zweimal am Tag." Zudem erfahren die Jugendlichen die Betreuung durch einen Sportpsychologen, Physiotherapeuten und allem, was sonst noch gebraucht wird.
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