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Kegeln

Zäsur beim TSV Ebermannstadt

Die Aufstiegsmannschaft ist weg, aber der Trainer platzt vor Stolz: Warum bei den Ebsern vieles etwas anders ist.
Die 1. Herrenmannschaft des TSV Ebermannstadt wird kommende Saison ein gänzlich neues Gesicht haben: Während Robin Straßberger (l.) und Lukas Biemüller (2.v.l.) zum FSV Erlangen-Bruck in die 2. Liga wechseln, schließt sich auch Florian Seiler (nicht im Bild) mit dem SKC Victoria Bamberg II einem Zweitligisten an. Steffen Wein (2. v.r.) geht derweil zurück nach Memmelsdorf. Trainer und Ersatzmann Michael Parzefall (r.) hat trotzdem eine konkurrenzfähige Truppe für die neue Spielzeit zusammengestellt.  Foto: privat/Archiv
 
von TOBIAS SCHNEIDER
Irgendwann, das war Michael Parzefall klar, würde diese Zeit kommen; jener Tag, an dem sie das heimische TSV-Nest verlassen und einen neuen Kurs einschlagen wollen. Gern hätte Parzefall, der nicht nur Trainer, sondern auch Mentor und Freund ist, diesen Moment noch etwas hinausgezögert, wie vermutlich jeder, der seine Zöglinge so lange umsorgt hat, sie Großwerden hat sehen, wie sie sich entwickeln - als Sportler, als Menschen.

Nun ist der Zeitpunkt aber gekommen: Lukas Biemüller (19) und Robin Straßberger (20), beide seit Kindesbeinen an in der Kegel-Abteilung des TSV Ebermannstadt aktiv und seit über zehn Jahren von Parzefall betreut, werden in der kommenden Saison andernorts zur Kugel greifen; sie verlassen die 1. Männermannschaft des TSV, mit der sie vergangene Saison in die Bezirksklasse A aufgestiegen sind und wagen den großen Sprung in die 2. Liga: Beide spielen ab der neuen Saison beim FSV Erlangen-Bruck. Mit Florian Seiler, seit rund drei Jahren bei den Ebsern aktiv, wechselt der dritte Akteur der Aufstiegsmannschaft ebenfalls in die 2. Liga, er spielt künftig für den SKC Victoria Bamberg II. Und Steffen Wein, der Vierte im Bunde, kehrt zum SV Memmelsdorf (Kreisklasse A) zurück. Bedeutet also: Dem TSV bricht seine komplette erste Mannschaft weg.

Was für viele Vereine, egal welcher Sportart, einen nicht zu kompensierenden Tiefschlag bedeuten würde, erfüllt Michael Parzefall dagegen mit großem Stolz: "Ein Sprung in die 2. Bundesliga ist genau das, was ich mir immer für meine Spieler erträumt habe", sagt der Abteilungsleiter: "Mein Ziel war, die Jungs mindestens auf Landesliga-Niveau zu bringen. Jetzt können sie ihr Potenzial zeigen und beweisen, dass sie es auch in der 2. Liga draufhaben."

Natürlich sei es aus sportlichen Gesichtspunkten für den Verein schwierig, dass sich das Quartett zu diesem Schritt entschieden habe, Parzefall hat aber vollstes Verständnis. "Ich bin da niemandem böse, wie könnte ich auch? Lukas und Robin haben mit acht Jahren bei mir mit dem Kegeln begonnen. Wir sind Freunde, vertrauen uns und gehen ehrlich miteinander um. Zumal es sportlich für die Jungs eine große Chance ist. Robin ist 20, Lukas erst 19. Ich selbst hätte es in diesem Alter wohl auch nicht anders gemacht."


Wie ein Domino-Effekt

Zunächst hatte Biemüller seinen Abschied mitgeteilt, ihm folgten Straßberger und Seiler im Abstand weniger Tage. Wein dagegen hatte schon in der vergangenen Rückrunde oft pausiert. "Die Jungs unternehmen auch privat viel. Es war klar, dass es einen Domino-Effekt geben könnte, wenn sich einer für einen Wechsel entscheidet", so Parzefall.

Der Abteilungsleiter und Trainer steht nun vor der großen Aufgabe, eine konkurrenzfähige Mannschaft auf die Beine zu stellen, die ab September in der Bezirksklasse A an den Start gehen wird. Gespräche mit potenziellen Neuzugängen wurden zwar geführt, konnten aber nicht zum gewünschten Ende gebracht werden. Die Wechselfrist endet sowieso in Kürze.

Nun profitiert der Verein aber davon, in den vergangenen Jahren einen stattlichen Unterbau errichtet zu haben und macht aus der Not eine Tugend: Ein Mix aus zweiter und dritter Herrenmannschaft rückt auf und bildet das Gerüst der Bezirksliga-Mannschaft: Marco Edelmann (16) und Tim Schnitzer-lein (15) bilden den blutjungen Kern, erweitert um die Routiniers Jürgen Trautner und voraussichtlich Werner Giersch, beide in den 50ern.
Als Ersatzmann steht Parzefall zur Verfügung, greift aber nur ein, wenn es gar nicht mehr anders geht.

"Das ist natürlich ein anderes Mannschaftsgefüge als zuvor", sagt Parzefall mit Verweis auf die großen Altersunterschiede des Teams im Vergleich zu den vergangenen Jahren. "Bei Marco und Tim soll der Leistungsgedanke im Vordergrund stehen, wir wollen sie fordern und fördern. Jürgen und Werner kegeln seit Jahrzehnten, das ist ein Selbstläufer. Da werden wir es etwas lockerer angehen", so Parzefall. Großen Druck will er seiner neuen 1. Mannschaft auch gar nicht machen. Aus der 10er-Liga steigen zwei Mannschaften ab, chancenlos seien die Ebser keineswegs: "Wir sind in dieser Besetzung konkurrenzfähig, davon bin ich überzeugt. Wir wollen die Klasse halten und uns nicht abschlachten lassen. Die Aufgabe gehen wir aber mit der nötigen Gelassenheit an."


TSV meldet weniger Teams

Der Abschied des Quartetts hat allerdings unmittelbare Auswirkungen auf die Meldung der am Spielbetrieb teilnehmenden TSV-Mannschaften: Statt bisher drei Herren-Teams schicken die Ebser nur noch zwei Herren-Mannschaften ins Rennen, die Jugend wird auf ein Team reduziert. "Wir haben zwar 14 gemeldete Jugendliche, wollen künftig aber mehr rotieren", sagt Parzefall.

Der in Ebermannstadt vor über zehn Jahren ausgelöste Kegel-Boom hat zwar nun eine erste Delle bekommen, große Zukunftsängste treiben Parzefall aber nicht um: "Wir müssen uns jetzt eben neu erfinden, es geht etwas kleiner weiter, von einem radikalen Schritt würde ich aber nicht sprechen. Die Abteilung wird von vielen Schultern getragen, wir können und werden das verkraften."


Vier Bahnen bleiben das Ziel

Auch der Neubau einer neuen Kegel-Anlage - seit Jahren eine Herzensangelegenheit von Parzefall - sei durch die personellen Entwicklungen noch lange nicht vom Tisch.

"Wir sollten es weiter probieren. Aktuell erstellen wir einen Plan, der die Machbarkeit betrifft. Spruchreif ist zwar nichts, wir bleiben aber weiter dran", sagt Parzefall. Die alte Zwei-Bahnen-Anlage im Keller des TSV-Sportheims ist inzwischen in die Jahre gekommen, der Neubau einer größeren Anlage mit dann vier Bahnen "könnte wieder einen Boom auslösen", hofft Parzefall. Damit kennt er sich ja bestens aus.
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