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Kritik von Vereinsvertretern: Spielpläne aus der Mottenkiste

Viele Spiele sind ausgefallen, die Belastung für die Vereine im neuen Jahr wird noch größer. Das muss nicht sein, findet Burks Trainer Thomas Oppelt.
Nichts geht im Seetal-Stadion: Wegen der Niederschläge war der Platz unbespielbar, das Derby gegen Oesdorf fiel aus.
 
von LEO HÜHNLEIN
Nichts war es mit Fußball in Burk: Der InFranken-Kick aus der Kreisliga 1 zwischen dem 1.FC Burk und der DJK-SC Oesdorf fiel wie das Gros der Partien vom Wochenende ins Wasser. Gerne hätten sich die Rivalen dem Derby gestellt, vor allem weil die Auftaktpartie zum Saisonstart schon aus dubiosen Gründen am grünen Tisch entschieden werden musste.

In allen Ligen des Spielkreises Erlangen/Pegnitzgrund fiel die Mehrzahl der Partien dem Dauerregen der letzten Tage zum Opfer. In manchen Klassen fanden sogar überhaupt keine Spiele statt. Auch in der Kreisliga 1 standen letztlich nur drei ausgetragene Partien zu Buche. Für Ehrenvorstand Manfred Reges ist die Spielabsage eine vernünftige Entscheidung gewesen: "Genau durch den Hauptplatz führte früher ein Nebenarm der Regnitz, unter dem Gelände verlaufen noch immer Wasseradern, so drückt von unten nach oben die Feuchte durch."

Was in den trockenen Sommermonaten ein Vorteil, ja fast ein Segen für die Burker ist, führt in den Übergangsmonaten oft zu unberechenbaren Umständen. Reiner Behling, der sich seit 12 Jahren für die Platzpflege im Seetal-Stadion verantwortlich zeigt, erklärt die Einschätzung: "Wie der Name Seetal ja schon verrät, liegt unser Gelände in der Nähe zu den Altgewässern der Regnitz in Nachbarschaft der Sportinsel. Es ist zwar keine richtige Insel, aber mit wenig Unterbrechungen ist die gesamte Landzunge von Wasser umgeben, der Grundwasserspiegel dementsprechend hoch. Wenn es mehrere Tage regnet, kann gar nicht so viel abfließen, wie nötig wäre, um abzutrocknen. Von außen sieht die Rasenfläche oft makellos aus, die Nässe merkt man erst auf dem Platz."

Es wäre fatal, wenn er trotzdem bespielt würde. Binnen weniger Tage wären so Investitionen von bis zu 10 000 Euro im Jahr vernichtet. "Da spreche ich nicht nur für den FC, vor solchen Fragen stehen viele andere Platzpfleger in ihren Vereinen. Ich bin froh, dass man mir dabei vertraut und es auch respektiert, wenn ich den Platz sperre."

FC-Trainer Thomas Oppelt hätte auch gerne das Derby gespielt, um wieder in die Spur zu finden: "Aber es ist in Ordnung. Niemand anderes als Reiner kann das besser einschätzen. Und das sage ich jetzt nicht, weil er mein Schwiegerpapa ist. Er wohnt gleich neben dem Gelände, ist oft mehrfach am Tag hier und kennt die Umstände wie kein Zweiter."


Zu viele Spiele im neuen Jahr?

Dennoch kam Oppelt die Absage ungelegen, wie er zugibt, allerdings versucht er auch über den Tellerrand hinauszuschauen: "Wetterbedingte Spielabsagen wird es immer geben. Für Trainer und Vereine wird es aber schwierig, wenn es zu viele Spieltage sind, die im neuen Jahr nachgeholt werden müssen. Vor ein paar Jahren mussten derart viele Spiele aufgeholt werden, dass manche Mannschaften ab Mitte April sechs oder acht englische Woche hatten."

Seiner Ansicht nach wäre denkbar, dass am Anfang der Saison eher Wochenspieltage eingeplant werden könnten: "Angenommen, man fügt im August oder September ein paar Wochenspieltage ein, wenn es warm ist und die Leute abends gern zum Sportplatz gehen. Die Vereine könnten so auch eher Bratwürste und Bier verkaufen. Dann wäre der Druck auch für den Spieleinteiler nicht so groß, wenn durch einen miesen Herbst viele Spiele an einigen Wochenenden ausfallen."


Liga statt Pokal

Oppelt wäre es lieber, anstatt der angesetzten Pokalspiele um Punkte zu ringen: "Der Toto-Pokal spielt bei den meisten im Kreis eine untergeordnete Rolle, wichtiger ist die Punkterunde. Freilich ist es reizvoll, wenn ein namhafter Gegner auf der Matte steht. Aber das sind einzelne Momente, während durch zu viele Nachholspiele der Erfolg einer ganzen Saison auf dem Spiel steht." Dass zum Saisonstart auch die fehlenden Urlauber eine Rolle spielen würden, sei inzwischen normal, "aber dieses Phänomen betrifft quer über alle Klassen hinweg alle Vereine gleichermaßen. Es hilft nichts, auf früher hinzuweisen, als damals niemand während der Saison in Urlaub gefahren wäre. Die Zeiten haben sich geändert, die Einstellung sowieso."

Außerdem könnte sich ein weiteres Thema von allein aufdrängen, das wiederum eine Änderung der Klasseneinteilung - zum Vorteil des Spielplans - nach sich ziehen könnte: "Die Vereinslandschaft ist im Umbruch, nicht nur bei den Fußballern. Die Fusionen haben sich erhöht, manche Vereine können alleine kein Team mehr stellen und haben seit Jahren auch keine Jugendarbeit mehr."

Ginge diese Tendenz so weiter, könnten die Klassenstärken bald ohnehin nicht mehr aufrecht erhalten und müssten neu verteilt werden: "Wieso nicht auf Kreisebene mit 14 Mannschaften pro Liga in den Spielbetrieb gehen? Jedes Team hätte nur noch 26 Ligaspiele, anstatt über 30 oder 32 Wochenenden einsatzbereit sein zu müssen." Ein weiterer Aspekt wäre dadurch ebenfalls besser regulierbar, meint Oppelt: "Wenn wir genauer in die Winterpause oder zum Saisonende kommen, dann kommt es letztlich allen zugute. Und alle am Spielbetrieb beteiligten Personen könnten auch besser ihre Urlaubsplanungen durchführen. In den letzten Jahren hatten manche Teams nach der Relegation kaum zehn Tage Pause, bevor es wieder los ging. Das macht auf Dauer keinen Sinn."





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