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Querläufer (160)

Selbst ist der Querläufer

Wer bei Läufen in der Region startet, erlebt einiges. Jochen Brosig erzählt davon in seiner FT-Kolumne. Diesmal: Die Tücken in der Wettkampfplanung.
Mal wieder alleine unterwegs: Querläufer Jochen Brosig nahm den Dreikönigslauf in Kersbach in Angriff, mit solchen Wetterbedingungen kann die Läuferfrau allerdings wenig anfangen.  Foto: privat
 
Der neue BLV-Laufkalender ist da. Hans-Peter schickt mir eine E-Mail: "In Kersbach liegt er aus." Das ist eine gute Nachricht für den Querläufer. Seit Tagen ist er nervös. Er soll die Wettkampfplanung 2017 für sein bestes Stück, die Läuferfrau, erstellen. Eine äußerst schwierige Situation. Einen geeigneten Wettkampf für die Läuferfrau zu finden, ist die Hölle. Deshalb sieht man uns so selten gemeinsam bei Laufveranstaltungen. In der Laufszene werde ich mittlerweile als ewiger Single oder als Geschiedener, der seinen Frust wegläuft, eingestuft. Die Aufgabe ist klar. Der BLV-Laufkalender muss her. In Kersbach ergattere ich ein Exemplar.

Die Zeit allgemein ist ein wichtiger Faktor: Fast alle Wettkämpfe fallen auf einen Tag, an dem die Läuferfrau bestimmt irgendwelche Tätigkeiten in Haus, Flur, Küche oder Garten einplant. Hat sie dann einmal Zeit, ist bestimmt ein wettkampffreies Wochenende in der Region. Dann steht natürlich die Startzeit im Vordergrund: Veranstaltungen vor 12 Uhr mit einer Anfahrt über 30 Minuten fallen generell aus dem Raster. Hier lässt sich schon einiges herausfiltern. Ich beginne mit der Streichliste.

Ein Marathon ist leichter zu laufen, als eine passende Laufveranstaltung für meine Frau zu finden. Man muss natürlich auch die Jahreszeit im Blick haben: Die Läuferfrau mag keine Hitze. Und keine extreme Kälte. Folglich bleiben die Wettkampfmonate März/April und Oktober/November. Das Thema Wetter steht bei der Sichtung ganz oben: kein Regen, kein Eis oder Schnee. Am besten bewölkt und um die zehn Grad.

Bleiben also noch Punkte wie zum Beispiel der Streckenverlauf. Die Vorgabe: eine asphaltierte und saubere Strecke. Damit ihre weißen Kompressionssocken sauber bleiben. Dass beim Streckenprofil auf einen flachen Verlauf zu achten ist, brauche ich wohl nicht zu betonen. Keine Berge.

Gute Stimmung und ein Publikum an der Strecke, das Radau macht; viele Zuschauer und ein großes Teilnehmerfeld sind ihr wichtig. Fast noch wichtiger ist die Infrastruktur nach dem Zieleinlauf. Jetzt kommen die Hauptargumente für eine Teilnahme meiner Frau: die Duschen. Und da gibt es kein Wenn und Aber. Duschen müssen auf jeden Fall vorhanden sein. Auf dem neuesten Stand und nicht veraltet. Warmwasser ist Pflicht. Duschbrausen in ausreichender Anzahl. Am besten ist eine vorherige Besichtigung durch den Ehegatten durchzuführen. Fotografieren und Bilder per WhatsApp zur Endabnahme an die Läuferfrau.

Wer unter der Dusche steht, war vorher natürlich in der Umkleidekabine. Auch hier gibt es wichtige Regeln: In den Umkleiden muss ein großzügiges Platzangebot herrschen. Es sollen genügend funktionierende Steckdosen vorhanden sein. Unser Fön ist ihr ständiger Begleiter auf Wettkämpfen. Ebenso eine Mehrfachsteckdose inklusive Verlängerungskabel. Ist nur ein Spiegel vorhanden, kann man die Veranstaltung grundsätzlich streichen. Ganz hoch zu bewerten sind dagegen Veranstaltungen, bei denen die Spiegel außerhalb der Umkleiden angebracht sind, weil sie dann nicht durch die Luftfeuchtigkeit beschlagen können. Aber es geht noch weiter.

Hat sie eine Platzierung gemacht, wartet das Siegerpodest auf sie. Aber selbst bei der Siegerehrung gibt es noch wichtige Punkte. Ganz, ganz entscheidend: Eine ausreichende Zeit (und damit meine ich mindestens 60 Minuten) zwischen Zielschluss und Siegerehrung ist sehr wichtig. Mit zerzausten Haaren und ungestylt zur Siegerehrung? Das geht gar nicht. Eine 1+ bekommt der Veranstalter, wenn er ein großes Kuchenbuffet mit Kaffeeausschank anbietet. Gibt es keinen Kaffee hinterher, ist auch diese Veranstaltung tabu.

Jetzt wisst ihr, warum ich so oft alleine bei Laufveranstaltungen bin. Auch in Kersbach war ich natürlich solo. Minus 12 Grad, muss ich noch mehr sagen? Rudi und ich sitzen gerade bei Kaffee und Kuchen bei der Siegerehrung. Da klopft mir Michael vom Lauferlebnis-Team auf die Schulter: "Wo ist denn die Läuferfrau? Man könnte denken, dass du nicht verheiratet bist", spricht er mich an. "Ja, das denken auch viele, ich bin oft lieber allein unterwegs."

Run happy and smile!
Euer Querläufer

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