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Fussball-Landesliga

Jahn Forchheim entlässt Trainer und blamiert sich mit Pressemeldung

Die Meldung von Jahn Forchheim zur Entlassung von Michael Hutzler sorgt für Kopfschütteln. Sie gleicht auffällig der von Bayer Leverkusen zu Roger Schmidt.
Wurden beide am Sonntag entlassen: Roger Schmidt (l.) bei Bayer Leverkusen, Michael Hutzler (r.) bei der SpVgg Jahn Forchheim. Kurioserweise ähneln sich die beiden Pressemitteilungen nahezu bis aufs Wort.  Fotos: dpa, Sportfoto Zink
 
von TOBIAS SCHNEIDER
Es ist das unrühmliche Ende einer über viele Jahre erfolgreichen Zusammenarbeit: Nach dem 1:2 der SpVgg Jahn Forchheim bei der DJK Schwebenried/Schwemmelsbach in der Fußball-Landesliga-Nordwest hat sich der Verein mit sofortiger Wirkung von seinem Trainer Michael Hutzler getrennt, dabei aber gegenüber der Öffentlichkeit ein recht dilettantisches Bild abgegeben: Die Meldung zur Trennung ist nahezu deckungsgleich mit der Bekanntgabe von Bayer 04 Leverkusen, sich von Trainer Roger Schmidt zu trennen.


Die Pressemeldungen im Vergleich

SpVgg Jahn Forchheim: "Aufgrund der aktuellen sportlichen Entwicklung sind wir nach ausführlicher Analyse und Beratung zu der Auffassung gelangt, dass eine Trennung für die weitere Entwicklung und Zielerreichung unumgänglich ist. Die sportliche Leitung übernimmt ab sofort Christian Springer, der ursprünglich erst ab der kommenden Spielzeit als Cheftrainer fungieren sollte. Nun geht es zunächst einzig und allein darum, in veränderter Konstellation neuen Schwung aufzunehmen und wieder Konstanz in unsere Leistungen zu bringen. Unser Team hat große Qualitäten, die es allerdings zu selten in dieser Saison gezeigt hat. Die Spieler stehen nach der Trennung mehr denn je in der Pflicht und in der Verantwortung, diese wieder abzurufen."

Bayer 04 Leverkusen: "Angesichts der aktuellen sportlichen Entwicklung sind wir nach sehr ausführlicher Analyse und Beratung zu der Auffassung gelangt, dass eine Trennung zwar schmerzhaft, aber für die weitere Entwicklung und Zielerreichung von Bayer 04 unumgänglich ist. [....] Nun geht es zunächst einzig und allein darum, in veränderter Konstellation neuen Schwung aufzunehmen und endlich Konstanz in unsere Leistungen zu bringen. Unser Team hat große Qualitäten, die es allerdings viel zu selten in dieser Saison gezeigt hat. Die Spieler stehen nach der Trennung von Roger Schmidt mehr denn je in der Pflicht und in der Verantwortung, diese Qualitäten wieder freizusetzen."


Kommentar: Copy und Paste in Perfektion (von Sportredakteur Tobias Schneider)

Guter Stil scheint dieser Tage nicht das höchste Anliegen der SpVgg Jahn Forchheim zu sein, unabhängig von der Frage, ob die Trennung von Trainer Michael Hutzler zu diesem Zeitpunkt die richtige Entscheidung gewesen ist. Das spielt hier keine Rolle. Dass ein Verein nach fast sieben Jahren unter einem Trainer eine Veränderung vornehmen möchte, ist legitim, noch verständlicher dadurch, dass der Start ins Jahr 2017 mit nur einem Punkt aus zwei Spielen als nicht gelungen bezeichnet werden darf. Zum Saisonende war Hutzlers Ablösung ohnehin beschlossene Sache. Nun muss er sofort gehen. So ist das Geschäft, auch in der Sechstklassigkeit.

Die Trennung hätte der Verein, auch als einfacher Landesligist mit entsprechendem Umfeld, vernünftig kommunizieren können - mit einigen persönlichen Worten des Dankes für die geleistete Arbeit und irgendwelchen Glückwünschen für des Ex-Trainers sportliche wie persönliche Zukunft. Was man in so einer Situation halt schreibt, typische Fußball-Floskeln eben, zwar nichtssagend und inhaltsleer, aber für beide Seiten gesichtswahrend. Die Fußball-Verantwortlichen der SpVgg geben sich dagegen lieber der Lächerlichkeit preis.

Die Pressemeldung zur Entlassung von Michael Hutzler (siehe oben) ist nichts weiter als ein billiger Abklatsch jener Meldung, die Bundesligist Bayer 04 Leverkusen nur wenige Stunden zuvor zur Freistellung seines Trainers Roger Schmidt veröffentlicht hatte. Die Passagen decken sich zu großen Teilen bis aufs Wort, zur Krönung der Peinlichkeit wird das abgekupferte Werk von drei Verantwortlichen der ersten Mannschaft unterzeichnet. Seinen Trainer mit einer abgeschriebenen Meldung vom Hof zu jagen, ist unwürdig und bildet das traurige Schlusskapitel der Ära Hutzlers - das hätte sich der Verein mit eigenen Worten ersparen können.

zum Thema "SpVgg Jahn Forchheim"

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