Angst: nein - Vorfreude: ja - Mittwoch: Absage

Der Neuling SV Buckenhofen hätte am Mittwoch, 20. Juli, mit einem Heimspiel in seine erste Saison in der Fußball-Landesliga Mitte starten sollen. Die SpVgg Jahn Forchheim wäre beim ASV Cham dran gewesen. Am Mittwoch wurde der komplette 1. Spieltag wegen der anhaltenden Regenfälle abgesagt.
Der 23-jährige Nigerianer Toyin Ogunjimi  (hier noch im schwarz-roten Trikot seines bisherigen Vereins SV Memmelsdorf) ergänzt den Buckenhofner Angriff. Foto: sportpress
 
Lediglich die auf Dienstag vorgezogene Auftaktpartie TSV Neustadt - SpVgg Ansbach (2:0) fand statt. Als Erstes waren die Buckenhofen am Mittwoch mit der Absage an der Reihe. Das Heimspiel gegen den Bayernliga-Absteiger Freier TuS Regensburg fällt aus. Der Platz ist aufgrund der starken Regenfälle durchgeweicht. Nur ein paar hundert Meter weiter ist sogar die Autobahn überschwemmt. Beim Ligaleiter Gustav Kagerbauer spülte es am Mittwoch eine Absage nach der anderen herein, auch die Partie der Jahnler in Cham kam hinzu. Als Letztes wurde dann Partie SSV Jahn Regensburg II gegen Dergah Spor Nürnberg abgesagt. "Der Wettergott hat kein Einsehen, deshalb müssen leider alle Begegnungen der Landesliga Mitte abgesagt werden", teilte Kagerbauer um 14.02 Uhr mit. Die Nachholtermine will er am Donnerstag bekannt gegeben.
Die SpVgg Jahn Forchheim eröffnet die Saison nun am Samstag, 23. Juli, 15 Uhr, mit einem Heimspiel gegen die SpVgg Hankofen/Hailing. Der SV Buckenhofen feiert seine Landesliga-Premiere jetzt am Sonntag, 24. Juli, 15 Uhr, mit einem Auswärtsspiel beim FSV Erlangen-Bruck II.
Aufgrund der Ligenreform des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) wird die Fußball-Landesliga Mitte in der Saison 2011/12 zum letzten Mal in der bisherigen Form absolviert. Die SpVgg Jahn Forchheim und als Neuling der SV Buckenhofen sind dabei. Am Saisonende können sich die Teams für die neue Regionalliga Bayern, die neue zweigleisige Bayernliga oder eine der fünf neuen Landesligen qualifizieren. Einen Abstieg in die Bezirksebene gibt es nicht.
Der neue SVB-Trainer Rainer Gerlitz blickt auf eine "relativ kurze Vorbereitung seit dem 19. Juni" zurück, wie er sagt, "wir mussten in nur vier Wochen schnell alles hinkriegen." Er legte Wert auf die "Grundkomponenten Kondition, Kraftausdauer, Technik und Taktik." Drei Spielsysteme ließ er einstudieren (teils mit zwei "Sechsern", teils mit einer Spitze). Sein Ziel: mit einem flexiblen System auf den jeweiligen Gegner reagieren. Rainer Ger litz meint: "Als Aufsteiger muss man sich von Woche zu Woche am Gegner orientieren. Wir werden jedes Mal anders taktieren."

Mit Tempofußball zum Erfolg


Dadurch solle sein lauf- und spielstarkes Team unberechenbar werden. Zu spüren bekommen hat dies bereits der Ligakonkurrent SpVgg Jahn Forchheim beim Pokalspiel am vergangenen Wochenende. "Durch die Laufarbeit konnten wir ein Tempospiel aufziehen, damit ist Jahn Forchheim nicht zurechtgekommen", erklärt der SVB-Trainer. Der 1:0-Pokalsieg sei kein Zufall gewesen: "Man hat gesehen, dass wir mithalten können."
Mit Powerfußball wollen die Buckenhofner in der neuen Liga zum Erfolg kommen. Trainer Gerlitz kündigt an: "Meine Jungs sind immer fit. Ich sage: Kämpfen und laufen kann jeder, zudem können meine noch Fußballspielen." Zum Auftakt muss er auf Tom Jäckel (Knöchelverletzung) und Michael Mahr (Knieprobleme) verzichten, die in der letzten Saison zusammen 38 Tore erzielten. Diese Ausfälle müsse das Team "als Kollektiv" kompensieren.
Die Aufstiegsmannschaft des SVB blieb zusammen und wurde ergänzt, zuletzt noch durch die landesliga-erfahrenen Adem Selmani, Toyin Ogunjimi und Andreas Haupt. "Die müssen die Mannschaft und die Laufwege noch kennen lernen, bringen uns aber weiter", ist sich Gerlitz sicher. Beim Pokalerfolg und einem Turniersieg beim TV 48 Erlangen hätten sie dies schon gezeigt.
24 Mann umfasst der Kader des SVB, dazu kommen schrittweise zehn Jugendspieler, die über die neugegründete zweite Mannschaft aufgebaut werden. "Ich bin froh dass wir so viele gleichwertige Spieler haben", freut sich der Coach, "denn wir haben durch die 19er-Liga so viele Spiele in kurzer Abfolge, da wird jeder seine Einsätze haben. Wir brauchen jeden Mann."
In der letzten Saison bei gleicher Mannschaftsstärke stiegen Teams mit der hohen Punktzahl von 47 ab. Rainer Gerlitz weiß: "Das ist schon viel und schwierig zu erreichen. Uns tut gut, dass es dieses Jahr keine Absteiger gibt, da ist der Druck nicht so hoch." Ein Ziel werde nicht vom Verein oder Trainer vorgegeben, sondern: "Das haben wir mit der Mannschaft erarbeitet: Platz 15. Vier Mannschaften hinter uns zu lassen, das ist, glaube ich, machbar. Wenn wir bis zur Winterpause besser stehen, können wir unser Ziel immer noch nach oben korrigieren. Aber um auch nur einen Punkt zu holen, muss man so viel arbeiten." Eine Eingliederung in die neue Landesliga wäre wegen vieler Derbys laut Gerlitz auch kein Untergang für den Verein.
Lampenfieber oder Angst vor der Landesliga-Premiere sei in Buckenhofen nicht zu verspüren. "Eher Vorfreude", meint der Coach, "Angst kennen wir nicht, denn die hemmt die Leistung."
Einige Neuerungen kommen auf den SVB in der Landesliga zu: Der Verein muss Ordner stellen, Sanitäter und Polizei aufbieten, Glasflaschen sind untersagt, die Kabinen sind zwei Stunden vor Anpfiff bereitzustellen. Außerdem bietet der SVB eine Pressekonferenz auch für Zuschauer an und will auch zu jedem Heimspiel mit einem Jugendspiel eine Stunde vor Spielbeginn schon Leute anlocken. Die Kinder werden dann mit den Herren einlaufen. "Wir werden den fremden Mannschaften zeigen, wo Buckenhofen liegt", verspricht Rainer Gerlitz, "bei uns gibt's immer Zunder."

Jahn-Ziel ist die Bayernliga


Beim Neuling ASV Cham hätte die SpVgg Jahn Forchheim am Mittwoch ihre zweite Landesligasaison nach dem Aufstieg beginnen sollen. "Wir haben gerade im Pokal gegen Buckenhofen gesehen, wie schwer es gegen Aufsteiger ist", hatte Jahn-Trainer Michael Hutzler im Vorfeld gewarnt, "da geht viel über den Kampf. Es langt nicht, wenn man da ein bisschen spielen will."
Die Vorbereitung sei gut gelaufen, wenngleich sie kurz, aber dafür sehr intensiv gewesen sei. Nur drei Vorbereitungsspiele waren möglich, auch weil einige neue Akteure noch Relegationsspiele mit ihren bisherigen Vereinen hatten. "Deswegen braucht die Mannschaft noch Zeit, bis sie ihre Leistung bringt. Wir müssen sechs, sieben neue Spieler in die erste Elf integrieren", so Hutzler. Systeme, Abläufe und Laufwege müssten noch eingeübt werden. Hutzler wirbt um Nachsicht: "Man muss sehen, dass viele erfahrene Spieler gegangen sind, mit denen wir in der letzten Saison knapp dem Abstieg entronnen sind. Man muss die Kirche im Dorf lassen: Wir haben ganz viele junge Leute aus unteren Klassen. Von 15 Neuen stammen acht, neun aus dem nahem Umkreis. Das wollten wir auch." Er erwartet, dass Stammspieler, die bisher im Schatten von Tobias Ulbricht und Christian Staatz standen, Verantwortung übernehmen.
Das Ziel von Vorstand und Abteilung ist die Bayernliga, entweder direkt oder über die Qualifikation. Senad Bajric und Dominic Distler fallen verletzt länger aus. Aber Oliver Skuza ist nach fünf Monaten Pause (Innenbandriss) wieder zurück.

Das passiert am Saisonende 2011/12


Platz 1 und 2: Die Meister und Tabellenzweiten der drei Landesligen (Nord, Mitte, Süd) nehmen an der Qualifikationsrunde zur Regionalliga Bayern teil. Diejenigen Teams davon, die den Aufstieg in die Regionalliga nicht schaffen, werden in die neue Bayernliga Nord bzw. Süd (5. Spielklasse) eingegliedert.

Platz 3 bis 8: Die Vereine der drei Landesligen, die einen Tabellenplatz von 3 bis 8 einnehmen, sind für die Bayernliga Nord bzw. Süd qualifiziert.

Platz 9 bis 15: Die Vereine, die in der Abschlusstabelle einen Tabellenplatz von 9 bis 15 (21 Vereine) belegen, spielen mit den Meistern der sieben Bezirksoberligen in einer Qualifikationsrunde mindestens sieben freie Plätze in der Bayernliga Nord bzw. Süd aus.

Platz 16 bis 19: Die Mannschaften der drei Landesligen ab dem Tabellenplatz 16 werden in der Saison 2012/13 in die fünf neu zu bildenden Landesligen eingegliedert. ft

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