Daniel Rille versenkt die Pille

Der Kersbacher Co-Trainer hat die Lücke in der Poxdorfer Freistoßmauer erkannt und traf zur Führung, die aber nicht hielt.
Kersbachs Co-Trainer Daniel Rille zirkelte die Pille um die Mauer herum zur 1:0-Gästeführung nach acht Minuten. Begünstigt freilich durch eine Lücke zwischen Marius Meyer und Sebastian Arlt, der noch etwas den Kopf einzog.  Fotos: Hühnlein
 
von LEO HÜHNLEIN
Nur ein Tor von Alexander Kapp hat den Unterschied zwischen dem verlustpunktfreien Tabllenführer der Kreisklasse 2, TSV Ebermannstadt, und dem zählerlosen Schlusslicht SpVgg Reuth gemacht. Die SpVgg Heroldsbach bleibt nach einem 3:1 gegen Schlaifhausen ungeschlagen und dem Spitzenreiter auf den Fersen. Die DJK Kersbach rutscht durch das 1:1 im Derby beim SV Poxdorf auf Rang 3 ab. Mit einem 8:0 gegen Wimmelbach hat sich der SV Kleinsendelbach die Führung in der Torwertung und den vierten Tabellenplatz geschnappt.

Das Aufsteigerduell zwischen den bisher punktgleichen ATSV Forchheim und SV Langensendelbach ging knapp an die Gäste. Auch in der Begegnung des TSV Neunkirchen gegen die Spvgg Hausen, die beide vier Punkte auf dem Konto hatten, gewann das Auswärtsteam. Absteiger Effeltrich hat ein 3:0 gegen Hetzles gerade noch ins Ziel gerettet, den ersten Saisonsieg eingefahren und zieht den Gegner mit in den Tabellenkeller. Ebenfalls über den ersten Dreier durfte sich Neuling Dormitz freuen, der in Weilersbach mit 5:2 die Oberhand behielt.


SV Poxdorf - DJK Kersbach 1:1

Obwohl Petrus schlechte Laune hatte und dem "Infranken-Kick" Fritz-Walter-Wetter bescherte, kamen 155 Unentwegte nach Poxdorf. Sie wollten sich das Derby gegen Kersbach nicht entgehen lassen. Zunächst sahen sie, dass die Gäste ihrer Favoritenrolle gerecht wurden. In ihrer Analyse nach der Parie kamen beide Trainer einem bekannten Zitat von Franz Beckenbauer sehr nahe, der sagte: "Man kann jedes Spiel gewinnen und man kann jedes Spiel verlieren."

Alfred Reck, in Personalunion Vorsitzender, Stadionsprecher und Platzkassier in Poxdorf, ließ sich als frischgebackener Großvater vom Wetter nicht aus der Ruhe bringen: "A paar Leut wern scho trotzdem kumma." Mit Schirmen bewaffnet kamen auch Kersbacher. In den ersten Minuten sahen die Anhänger beider Reihen aber nichts, was mit Fußball zu tun hatte, erst allmählich fanden die Gäste mit ihrem aggressiven Pressspiel den Schlüssel in die Partie und schnürten den SV in der eigenen Hälfte ein.

Kersbachs Co-Trainer Daniel Rille, als verlängerter Arm des an der Linie dirigierenden Lutz Reinhold, zog die Fäden und ein von Fabian Förtsch an ihm verursachter Freistoß brachte erstmals Gefahr. Rille legte sich die Pille zurecht und versenkte sie aus gut 25 Metern, indem er den Standard an der Mauer vorbei auf die für Torhüter Michael Heiß verdeckte Ecke zog. Zwar ahnte der Keeper die Finte, aber das nasse Spielgerät flutschte als Aufsetzer unter der Armbeuge zum 0:1 in die Maschen (8.).

Der SV war konsterniert, die DJK versuchte nachzulegen. Eine Direktabnahme von Rille parierte Heiß gekonnt, hatte aber bei der folgenden Ecke - wiederum von Rille - Glück, als der sträflich alleingelassene Jonas Liedel im Fünfer hochstieg, aber knapp über die Latte köpfte.

Trotz Regens: Die Luft brannte und Heiß wurde warm in den Handschuhen. Er rettete in höchster Not gegen den durchgebrochenen Tobias Freimuth, bugsierte die Abnahme von Christian Seeberger über das Gestänge und rettete gegen dessen Bruder Florian bravourös. Einzig nennenswerte Chance der Gastgeber war ein Heber von Sebastian Arlt, der über das Gästetor flog. So kamen die Hausherren, denen der Ausgleich von Johannes Reck wegen einer Abseitsstellung kurz vor der Pause verwehrt blieb, mit einem blauen Auge in die Kabine.

Die DJK legte sofort wieder den Hebel um und Benedikt Weißmeier traf aus spitzem Winkel an den Pfosten (50.). In der Folge wurden Versuche der Gäste in letzter Sekunde von Poxdorfer Beinen geblockt. So kam es, wie es kommen musste: Tobias Eichinger zog einen Freistoß aus dem Halbfeld Richtung Gästetor, der von einem Kersbacher unhaltbar für Dominik Weißmeier ins lange Eck zum 1:1-Ausgleich abgefälscht wurde (66.). Ab da wurde es ruppiger, ohne aus dem Rahmen zu fallen. Just der Ausgleichsschütze ließ sich zwei Minuten nach seiner Gelben Karte nochmal zu einem verwarnungswürdigen Foul hinreisen und ging per Ampelkarte zum Duschen (75.).

Nun suchten die Gäste, bei denen der Spielfluss nach dem Gegentreffer abriss, ihre Chance. Heiß machte Florian Seebergers Seitfallzieher vom Elferpunkt kalt (78.) und hatte Glück, dass Frederick Kahle für ihn das Brett von Liedel abblockte. Der zu hohe Distanzversuch von Stefan Sebald war der Schlusspunkt in einem Remis, in dem sich die Gastgeber den Punkt mit einer Willenssteigerung im zweiten Abschnitt zurückholten.


Reinhold: Der Deckel hat gefehlt

Lutz Reinholds Resümee war denn auch vom Galgenhumor geprägt: "Was soll ich viel sagen? Es hat jeder gesehen, dass wir es mehrfach versäumten, den Deckel draufzumachen. Bevor der SV zur ersten Chance kam, hätte es längst entschieden sein müssen. Dann wird man halt bestraft." Florian Poesdorf war klar, dass das Remis auch der Leichtfertigkeit der Gäste zuzuschreiben war: "Wir dürfen uns nicht beschweren, wenn wir mit 0:3 in die Pause gehen. Im ersten Abschnitt haben wir uns zu wenig gewehrt, aber uns dafür ins Spiel zurückgebissen. Für uns ist es - vor allem nach dem Platzverweis - ein Punktgewinn."

SV: Heiß - Frister, Förtsch, Meyer, Poesdorf, Kahle, Arlt, Schmitt, Eichinger, Kießling, Johannes Reck, (Kauschke, Roppelt, Jonas Reck)
DJK: Dominik Weißmeier - Matthias Zametzer, Kistner, Markus Zametzer, Liedel, Freimuth, Florian Seeberger, Benedikt Weißmeier, Christian Seeberger , Rille, Freund, (Hoffman, Sebald, Schütz)
Schiedsrichter: Karl-Heinz Kratz (SC Hertha Aisch) / Zuschauer: 155 / Tore: 0:1 Rille (8.), 1:1 Eichinger (66.) / Gelb-Rot: Eichinger (75./SVP/asd)

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