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90 Minuten durch den Dreck

Wer bei Läufen startet, erlebt einiges - auch abseits der Strecke. Jochen Brosig erzählt davon in seiner FT-Kolumne. Diesmal: Wenn es schmutzig wird.
Mehr als 700 Läufer waren am Wochenende am Start, als die 13. Auflage des Zeiler Waldmarathons ihren Aufritt hatte.  Foto: Wolfgang Dietz
 
Das Herbstlaub schimmert rotbraun und goldgelb. Bei jedem Schritt knistert und raschelt es. Der Dreck spritzt. Von den Knöcheln bis zum Hals sind wir voller Schlammspritzer. Keine Angst vor Matsch und Dreck. Querfeldein heißt der neue Trend zur Leistungssteigerung. Wir sind mitten in der Hochsaison für Geländeläufe. Der Querläufer will damit seine eigenen Erfahrungen machen. Nach der Laufpause will er in den nächsten Wochen abseits von Asphalt- und Kieswegen durch den fränkischen Blätterwald streifen. Zeiler Waldmarathon heißt heute seine Herausforderung. Mittlerweile sieht er wie ein Schoko-Crossie aus.

Im Herbst oder Frühling auf breiten Wegen durch die bunt gefärbte Natur zu laufen, ist purer Genuss. Am schönsten ist es aber, abseits der betonierten Strecken, auf Feld- und Waldwegen, Wiesen und Pfaden, die der moderne Läufer Trails nennt. So werden Landschaftsläufe zu Trailläufen. Und wenn diese nicht ganz so lang sind, gilt der Begriff Crosslauf. Eine Runde hat in Zeil 21 Kilometer. Für mich als Halbmarathoni einmal zu durchlaufen. Es ist ein crossiger Mix. Wurzeln, Äste, Steine, auf Pfaden bergauf und bergab. Das ist Trail-Running pur.

Gut beraten ist, wer auf diesen Unternehmungen die Straßenschuhe gegen solche mit härterer Sohle und vor allem gutem Profil austauscht, um den zunehmend glitschigen Blätterteppich ohne Rutschpartie zu bewältigen. Natürlich habe ich vor dem Lauf noch einmal meine Bereifung aktualisiert.

Ultra-Trails stammen aus einer Zeit, als auch ein Marathon noch etwas Besonderes war. Heutzutage müssen es schon ein paar Kilometer mehr sein, um einen Nichtläufer zu beeindrucken. Die Läufer müssen zum Beispiel am Rennsteig von jeher durch den Wald, wo das Maiwetter den Weg in eine Matschpiste verwandeln kann. "Das war crosser als cross", kann da schon einmal als Kommentar kommen. Aber heute bin ich nicht am Rennsteig. Und es ist nicht Mai, sondern nasskalter November. Der Zeiler-Waldmarathon hat mich fest im Griff.

Mich und ein paar andere Läufer, die sich derzeit durch das Ende der langen Trockenzeit ihren Sport nicht vermiesen lassen. Zeiler Waldmarathon. Das bedeutet 21 oder 42 lange Kilometer und etliche Höhenmeter bergauf und wieder bergab. Reichlich Regen hat harte Trails in weiche Schlammpisten verwandelt. Platsch, platsch, matsch. Wer ohne Musikdröhnung unterwegs ist, vernimmt auf seinem Weg über Schmodder, durchweichte Blätterteppiche und durch Pfützen fast vergessene Geräusche. Dass Schuhe und Hose danach nicht mehr unbedingt eine Zierde für Meister Propper sind, liegt in der Natur der Sache. Crosslaufen ist so ähnlich wie im Dreck spielen. Laufpartner Michael trifft es auf den Punkt: "Die Dreckspritzer an den Waden musst du wie eine Trophäe tragen."

Doch von Trophäen sind wir noch weit entfernt. Vor uns liegen noch 16 Kilometer und rund 600 Höhenmeter. Oh Mann, platsch, platsch, matsch.

Run happy and smile!
Euer Querläufer

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