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Querläufer (161)

Heute laufe ich allein, mein Freund

Wer bei Läufen in der Region startet, erlebt einiges. Jochen Brosig erzählt davon in seiner FT-Kolumne. Diesmal nimmt er Abschied von einem Lauffreund.
Einer der Orte, den der Querläufer bei seinem Training künftig ohne seinen Lauffreund vom Langstreckenteam des FSV Großenseebach passieren wird. Fotos: Jochen Brosig
 
Heute laufe ich allein, mein Freund. Es ist Sonntag, es ist kalt und es schneit. Durchs Moorhof-Gebiet, wo wir so oft gelaufen sind. Bei Sonne, Wind und Regen. Im Sommer wie im Winter. Hier haben wir uns immer vorbereitet. Intervalltraining, extensive Läufe, Tempodauerläufe oder "Long Jogs". Vor sieben Jahren haben wir dort unser Marathontraining durchgezogen. Wir waren zusammen in Schweinfurt. Dort bist du deine Halbmarathon-Bestzeit gelaufen. Du hast alles aus dir herausgeholt und kamst glücklich ins Ziel.

Heute laufe ich allein, mein Freund. Eiskristalle an den Zweigen, Rauhreif überzieht das Gras. Auf dem schneebedeckten Boden sind Spuren. Sohlenmuster von Laufschuhen, aber nicht von deinen. Damals - das war überhaupt dein Jahr. Auf dem Weg zum Regensburg-Marathon waren wir gemeinsam in Bad Windsheim und in Neustadt. Du warst gut drauf, hast tolle Leistungen abgeliefert. Ich sehe noch deinen kritischen Blick auf die Uhr nach dem Zieleinlauf in Bad Windsheim. Aber du warst auf dem richtigen Weg.

Heute laufe ich allein, mein Freund. Mein Atemhauch nimmt mir kurz die Sicht. Dort hinten taucht Biengarten auf. Das Ortsschild war schon immer ein Messpunkt auf unseren Tempoläufen. Dann in Regensburg, es war dein Tag. Bestens vorbereitet, deinen Marschplan im Kopf. Mit der richtigen Taktik hast du Kilometer um Kilometer abgespult. Am Ende stand deine Marathon-Bestzeit. Was haben wir uns im Ziel zusammen gefreut!

Heute laufe ich allein, mein Freund. In der Ferne liegt Weisendorf und vor mir Kairlindach. Du hast dich mehr aufs Radfahren konzentriert. Auch da mit akribischer Vorbereitung. Dein Ziel war Frankreich. 96 Stunden im Sattel. Randonneur durftest du dich fortan nennen. Das Lauftraining war dir aber weiterhin wichtig.

Heute laufe ich allein, mein Freund. Du hattest Willenskraft. Ausdauertraining war dein Ding. Beim Sechs-Stunden-Lauf in Fürth waren wir zweimal. Du hast mit 63 Kilometern schon beim ersten Mal überzeugt. Ich war beeindruckt von deiner Leistung. Beim zweiten Mal mit über 67 Kilometern hast du dich übertroffen. Danach haben dich Wettkämpfe nicht mehr interessiert. Du hast gewusst, was du leisten kannst. Das hat dir gereicht. Beim Training im Langstreckenteam hast du dich aber weiter engagiert. Jetzt laufe ich allein, mein Freund. Es ist nicht mehr weit bis zum Ziel.

Heute laufe ich allein, mein Freund. Doch in Gedanken läufst du neben mir.


Running with tears in my eyes
Euer Querläufer

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