Herzogenaurach: Kästl-Team weiß zu überzeugen

Mit zwei deutlichen Siegen in der zweiten Runde des Molten-Cups hat die TS Herzogenaurach unterstrichen, dass in der Bayernliga mit ihr zu rechnen ist.
Trainer Hans-Jürgen Kästl (links) startet am kommenden Wochenende mit diesem Kader in die Bayernliga-Saison (vorne von links): Amelie Theobald, Saskia Probst, Tanja Küffner, Julia Friedl, Carole Mittelheisser, (Mitte von links) Corinna Merz, Viktoria Egle, Martina Ebersberger, Nina Bestle, Kristin Lang sowie (hinten von links) Alina Erdmann, Lena Mergner, Janka Kräck und Laura Wedrich. Es fehlen: Annika Bernhardt (TW), Sarah Stephan und Stefanie Mittasch. Foto: privat
 
Mit einem lachenden sowie einem weinenden Auge kehrten die Bayernliga-Handballerinnen von der zweiten Runde des Molten-Cups aus Kissingen zurück. Zwar konnte das Team von Trainer Hans-Jürgen Kästl mit zwei Siegen gegen den gastgebenden Landesligisten HSG Mainfranken (26:23) und nachfolgend gegen den Ligarivalen HC Erlangen (21:16) aufwarten, doch dass sich die Französin Carole Mittelheisser bereits beim Aufwärmen eine Muskelverletzung zuzog und nun einige Wochen ausfallen wird, passt so gar nicht in die Planungen von Trainer und Mannschaft.

Die Linkshänderin wurde gerade für die anspruchsvolle rechte Rückraumposition aufgebaut, wo sie sich in der Vorbereitung hoffnungsvoll eingebracht hatte, doch nun muss Kästl schon vor dem ersten Punktspiel wieder improvisieren. Nur gut dass man es rechtzeitig schaffte, den Kader gleich mit mehreren qualifizierten Nachwuchskräften zu verstärken. Eine davon, die erst 19-jährige Laura Wedrich, nutzte ihre Chance auf der personell plötzlich brach liegenden Rückraumposition. Obwohl sie Rechtshänderin ist, trug das vielseitig ausgebildete und groß gewachsene Talent mit beachtlichen Leistungen maßgeblich zum Weiterkommen in diesem Pokalturnier bei.


Ohne Harz spielt es sich anders

Dass die TSH in der ersten Begegnung mit dem Gastgeber lange brauchte, um ihren Rhythmus zu finden, lag nicht nur an dem kleinen Schock nach Mittelheissers Ausfall, sondern auch an der stets unangenehmen Situation, ohne Haftmittel für die Hände spielen zu müssen. "Man ist gezwungen, sich in allen Ballaktionen umzustellen, jeder Pass und jeder Torwurf bedarf einer weit intensiveren, technischen Anforderung, was dann - wenn man nur sporadisch auf Harz verzichten muss - einfach nicht auf Anhieb klappt", erklärte der TSH-Coach die ungewöhnlich vielen technischen Fehler.

Jedenfalls war über weite Strecken kein Klassenunterschied erkennbar. Beim Stand von 12:10 wurden die Seiten gewechselt, ehe die Gäste mit einem Zwischenspurt auf 15:11 und 19:15 davonzogen und sich den Druck von den Schultern nahmen. Der 26:23-Erfolg war jedoch deutlicher, als der Spielverlauf vermuten ließ.

Aber so kam es zum erwarteten Finale gegen den Nachbarn aus Erlangen, der sich zuvor im Siebenmeterschießen gegen Forchheim durchgesetzt hatte. Der HC war nicht in Bestbesetzung angereist, durfte aber als leicht favorisiert eingestuft werden, da bei der TSH neben Mittelheisser auch Viktoria Egle, Nina Bestle, Stefanie Mittasch und Saskia Probst ausfielen. Es kam dennoch anders, wohl auch deswegen, weil sich die TSH im Abwehrverhalten enorm steigerte - basierend auf tollen Torhüterleistungen von Martina Ebersberger und Annika Bernhardt.

Zudem kam das Team nun auch mit dem Ball bestens zurecht, während der HC in der zweiten Hälfte mit dem Tausch der Torhüterin gegen eine Feldspielerin sein Glück zu suchen schien. 11:7 lautete der Halbzeitstand aus Sicht der TSH, und nach rund 40 Minuten lag Herzogenaurach deutlich mit 16:9 in Front, dann sogar mit 21:13. Dass nach insgesamt 100 absolvierten Spielminuten etwas die Zügel schleifen gelassen wurden und der HC noch auf 16:21 verkürzte, wollte Kästl nicht überbewerten: "Bei dieser Hitze und dem deutlichen Vorsprung konnte man einfach nicht mehr erwarten."


Das Team kann improvisieren

Letztlich zeigte sich der Trainer beeindruckt davon, wie sein Team erst die Verletzung Mittelheissers sowie den haftlosen Ball wegsteckte und dann auch noch mit personellen Improvisationen gut klar kam. So spielte Lena Mergner nicht auf ihrer angestammten Kreisläuferposition, sondern musste im Rückraum aushelfen, was ihr dank der Routine und Einstellung gut gelang. Auch Sarah Stephan und Amelie Theobald, die sich als Spielgestalter abwechselten, wussten mit zunehmender Spieldauer, positive Akzente zu setzen.

"Nun noch die Spiele in Nürnberg und bei der HSG Fichtelgebirge ohne Haftmittel, dann muss ich ab November mal für längere Zeit nicht mehr jeweils einen Sack für die Bälle mit und die ohne Harz herumschleppen", schmunzelte Kästl, dem die Erleichterung über den insgesamt guten Saisonstart anzumerken war.
TSH: Ebersberger, Bernhardt - Kräck (2), Stephan (6), Theobald (7/1), Wedrich (13/9), Friedl (3), Mergner (2), Küffner (3), Lang (5), Merz (1) Erdmann (5)





Bitte melden Sie sich an, um kommentieren zu können:
Benutzer     Passwort    

Sie sind noch nicht registriert? Bitte hier registrieren.