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Querläufer (172)

Die Motivation des Geschichtenerzählers

Jochen Brosig erzählt diesmal in seiner FT-Kolumne, wie bei seinem Einsatz als Zug- und Bremsläufer in Fürth gute Laune und Motivationskünste gefragt sind.
Ob 3:15, 3:30 oder 3:45 Stunden - die Zug- und Bremsläufer sind für unterschiedliche Endzeiten im Einsatz.
 
Die Mail kam Anfang des Jahres. "Liebe Zugläufer des Metropolmarathons Fürth, wir danken euch für eure Unterstützung. Auch 2017 benötigen wir wieder erfahrene Zugläufer", schrieb der Organisator des Metropolmarathons. Ich musste nicht lange überlegen. Da bin ich wieder dabei. Jetzt ist Sommer und wir laufen durch die Straßen von Fürth.

Sambatrommeln, klatschende Zuschauer, begeisternde Zurufe vom Streckenrand und singende Kinder. Eine Woge der Begeisterung treibt uns durch die Kleeblattstadt. Als Zug- und Bremsläufer hat der Querläufer die Aufgabe, das Tempo zu machen. Wieder ist er für eine Zielzeit von 3:45 Stunden eingeteilt. Das bedeutet ein Lauftempo von 5:20 Minuten pro Kilometer. In der Gruppe sind unterschiedliche Läufertypen. Bernhard läuft seinen zweiten Marathon. Günther war mit mir vor drei Jahren schon in der 3:30er-Gruppe dabei. Die Einen zieht es vorne weg, die Anderen bleiben immer hinter mir.

Mittlerweile sind wir schon einige Kilometer unterwegs. Glücklicherweise ist es nicht so heiß wie in den vergangenen Tagen. Das Anlaufen der Verpflegungsstationen funktioniert reibungslos. Wie an einer Perlenkette aufgereiht holen wir uns Getränke, gehen danach wieder in Formation und finden nach kurzer Zeit unseren Schritt im gemeinsamen Takt. Trapp, trapp, trapp.

Wir, die 3:45er, mittendrin im Läuferfeld. Die Spitze ist längst enteilt. Stimmt das Tempo? Es kommt Unruhe in der Gruppe auf. Aber alles ist im grünen Bereich. Am Anfang ist es wichtig, die Läufer zu bremsen. Für mich gibt es nur eine Taktik, und zwar von Anfang bis Ende gleichmäßig durchlaufen. Keine Temposchwankungen, so kommen die 3:45er am besten durch den Marathon.

Als Zugläufer muss man unterhaltsam sein. "Seid ihr noch alle fit und gut drauf?" Immer wieder die Läufer beruhigen. Ablenken, Geschichten erzählen und motivieren. Die Gruppe wird schneller. Wieder muss ich bremsen. Es kommt auf ein gleichmäßiges Tempo an. Getreu meinem Motto: Run happy and smile! Abwechslung tut immer gut. Ein bisschen plaudern, mit den Zuschauern abklatschen und ruckzuck sind wir an der Fürther Freiheit.

Die letzte Kurve. Es ist nicht mehr weit. Und wir sind so schnell. Noch mehr Tempo. Die Zuschauer toben. Gas geben. Wir sehen ein Meer von Menschen. Weiter Tempo machen. Die Freude herausschreien. Was für ein Zieleinlauf!

Das schönste Geschenk für einen Zugläufer sind die glücklichen Gesichter seiner Schützlinge im Ziel. Die Glücksmomente der Finisher. Dieses Strahlen in den Augen, das mir sagt: "Wahnsinn. Wir haben es geschafft. Wow!"

Run happy and smile!
Euer Querläufer

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