Die Favoriten können Henning Frey nicht folgen

Den 32-Jährigen hatten die Experten bei der fünften Auflage des Medwork-Triathlons in Höchstadt mit 584 Teilnehmern nicht auf dem Zettel.
 
von JOHANNES HÖLLEIN
Fast perfekte Bedingungen bot die fünfte Auflage des Medwork-Triathlons in Höchstad, den 584 Teilnehmern, die das Ziel erreichten. Fast, denn in der Mittagssonne bei fast 30 Grad, war an neue Rekorde nicht zu denken. Trotzdem gingen alle an ihre Grenzen, und am Ende setzte sich einer durch, der vorher nicht unbedingt zum engsten Favoritenkreis gezählt worden war. Henning Frey vom Audi-Zentrum Graf in Fürth erreichte nach 2:00:03 Stunden das Ziel, mit 17 Sekunden Vorsprung auf "Mr. Unbreakable" Bernd Hagen (Team Arndt), der sich wenige Tage zuvor bei der 70.3-Ironman-Europameisterschaft am Walchsee die Krone aufgesetzt hatte.

Die Moderatoren Willi Wahl und Carsten Wink hatten schon während des Schwimmens darüber gerätselt, ob Sebastian Bleisteiner (Team Memmert) seinen Triumph von 2015 wiederholen kann oder ob es vielleicht sogar erstmals eine Staffel schaffen könnte, schneller als der Einzelsieger zu sein. Beide Male sollten sie Unrecht behalten. Der Vorjahressieger kam an seine 1:54:33 Stunden nicht heran, musste sich am Ende mit Rang 3 zufriedengeben (2:01:01). Die hoch gehandelte Staffel mit dem Ironman-Hawaii-Weltmeister von 2005, Faris Al-Sultan, Medwork-Chef Gerald Fischer und dem in der Region bekannten Profi-Triathleten Swen Sundberg, die für den guten Zweck zugunsten der World Bycicle Relief startete, konnte die Erwartungen nicht ganz erfüllen.

2:06:21 Stunden bedeuten Platz 3 in der Staffelwertung hinter den Teams von "Hermann baut Ideen aus" (2:03:58) und "TV 48 Erlangen Triathlongäääng" (2:05:38), die den Einzelstartern aber auch nicht die schnellste Zeit abnehmen konnten. Und das, obwohl Al-Sultan das Schwimmbecken im Höchstadter Freibad mit großem Abstand als Erster verlassen hatte. "Es hat sich heute sehr gut angefühlt. Ich bin so schnell geschwommen, wie ich konnte, auch wenn es für frühere Bestzeiten nicht mehr reicht. Die 100 Meter zu Fuß in die Wechselzone waren fast anstrengender als das Schwimmen", erklärte der 38-jährige Münchner hinterher.


Doppelerfolg in den Staffeln

Die schnellste Frau über die olympische Distanz (1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren, zehn Kilometer Laufen) war Clara-Maria Bader (Post-SV Nürnberg) in 2:24:18 Stunden, was ihr unter den 135 Einzel-Finishern im Gesamklassement Rang 21 bescherte. Im Staffelwettbewerb ging die Taktik des Teams "Hoffentlich nicht Letzter" nicht ganz auf, unter 27 Trios belegte es den 27. Rang.

Über die Jedermann-Distanz (400 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren, fünf Kilometer Laufen) hatte es Lasse Ibert (Team Arndt), der kurzfristig nachgemeldet hatte, unter den 156 Männern besonders eilig: Nach 57 Minuten und sechs Sekunden siegte er vor Peter Huber (Airstream, 0:57:30) und Lokalmatador Johannes Will vom ESC Höchstadt (0:59:51). Bei den Frauen setzte sich Rita Gottleuber (1:08:37) vor Larissa Korn (LG Erlangen, 1:10:18) und Maria Leidenberger (SSV Forchheim, 1:11:20) durch. In der Jedermann-Staffel machte die zweite Mannschaft den Doppelsieg von "Hermann baut Ideen aus" perfekt (1:06:47) und verwies "AnToSt" (1:08:08) sowie "Medwork Team BAV?Iron" (1:10:25) auf die Plätze.

Die Stimmung unter den Sportlern und den zahlreichen Zuschauern war gut. Im Zielbereich wurden Essen und Trinken für den Energie-Ausgleich oder Massagen gern angenommen, Fachgespräche über Krämpfe in den Fußsohlen geführt oder - nach erfolgreichem Zieleinlauf - die zum Anfeuern vom Ehepartner mitgebrachten Haustiere geherzt. Ein Zuschauer schaute ganz verdutzt, als ihm eine Teilnehmerin im Vorbeilaufen den gebrauchten Wasserbecher in die Hand drückte. Sein oranges T-Shirt hatte wohl den Eindruck erweckt, dass er zum Helferteam gehört.

Moderator Willi Wahl hatte für die Triathleten noch den einen oder anderen Tipp aus dem Läufer-ABC parat. So empfahl er einem Starter, beim Laufen etwas weniger mit den Schultern zu arbeiten. "Dadurch lässt sich die Schrittweite um ein paar Zentimeter verlängern. Das macht bei zehn Kilometern 160 Meter. Ohne viel Zutun kann man so eine Minute schneller werden", rechnete Wahl vor. Ob sich der Sportler den Rat zu Herzen nimmt, wird sich im nächsten Jahr zeigen, wenn der Höchstadter Triathlon - und das ist sicher - zum sechsten Mal ausgetragen wird.





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