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Motorsport

Die Erfolgsformel für Studenten in Franken

Wenn sich Ingenieure von morgen am Hockenheimring treffen, setzen sie sich nicht hinters Steuer, sondern bitten Rennfahrer in die selbst gebauten Wagen.
Ein Studenten-Team aus Aachen hatte ein Bobbycar für ein Spaßrennen in eine Art Go-Kart umgebaut.  Foto: Schaeffler
 
von DANIEL RUPPERT
Der Wunsch, am Steuer eines schnellen Autos zu sitzen, ist weit verbreitet. Die Teilnehmer der "Formula Student" träumen stattdessen davon, ein Fahrzeug zu konstruieren, mit dem die Nachfolger von Niki Lauda und Michael Schumacher über die Betonpiste flitzen. Da Kugellager nicht gerade sexy seien, wie es Corinna Schittenhelm, Personalchefin von Scha effler, ausdrückte, wurde dieser Konstruktionswettbewerb 2006 ins Leben gerufen, bei dem sich die Ingenieure von morgen unter Wettbewerbsbedingungen beweisen können. Wie in der Formel 1 treten sie in Teams gegeneinander an. Hinters Lenkrad der fertigen Testwagen setzen sich Motorsportler wie Mike Rockenfeller.

"Es ist ein ständiger Kampf", erklärte Rockenfeller auf einer Podiumsdiskussion im Rahmen der sogenannten "Motorsport Academy" am Firmensitz in Herzogenaurach. "Die Ingenieure wollen die Fenster des Rennautos zugunsten der Aerodynamik schließen, aber ich als Fahrer brauche Luft", sagte der frühere Champion der Deutschen Tourenwagen-Masters (DTM) im Schaeffler-Auditorium unter dem schelmischen Grinsen der rund 150 "Formula-Studenten".


Es wird englisch gesprochen

Da - anders als in den vergangenen Jahren - auch junge Erwachsene aus Italien, Spanien, Rumänien, Finnland und anderen europäischen Ländern unter den Zuhörern waren, wurde auf der seit 2014 bestehenden Veranstaltung englisch gesprochen. "Was theoretisch perfekt ist, muss auf der Strecke noch lange nicht funktionieren", gab Rockenfeller dem internationalen Publikum mit auf den Weg.

Netzwerken, querdenken, Tipps abholen - die Nachwuchstüftler kamen nicht nur in Kontakt mit Motorsportgrößen, sondern auch mit erfahrenen Ingenieuren. "Alle haben sich sehr um uns Studenten gekümmert", sagt die 24-jährige Olma Vilarrasa aus Barcelona. "Sie motivieren uns, indem sie uns von ihren Erfahrung im Rennsport erzählen."

Drei Tage lang drehte sich für die 35 von Schaeffler gesponserten Studenten-Teams in Workshops, Diskussionsrunden und der hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion alles um die Themen Elektromobilität, automatisiertes Fahren, Engineering sowie Datenanalyse und Projektmanagement. "In diesem Projekt habe ich die besten Chancen gesehen, mir theoretisches und praktisches Wissen anzueignen."

Neben Schaeffler-Markenbotschafter Rockenfeller und Porsche-Werksfahrer Neel Jani sollte eigentlich auch Formel-E-Pilot Daniel Abt als Gesprächspartner dem Publikum Rede und Antwort stehen. Da er kurzfristig verhindert war, schickte er zumindest eine Videobotschaft an die Studenten. Tenor: Ihr könnt die Zukunft verändern, aber das Wichtigste ist der Spaß an der Arbeit.


"Straßenverkehr ist gefährlicher"

Apropos Zukunft: Auf die Frage eines Studenten, wann ein fahrerloses Auto schneller sein werde als er, antwortete der 33-jährige Rockenfeller: "Hoffentlich nicht, solange ich Motorsport betreibe, also frühestens in zehn Jahren." Und wo ist es eigentlich gefährlicher: im Straßenverkehr oder auf der Rennstrecke? "Auf der Rennstrecke fahren alle in dieselbe Richtung", sagte der gebürtige Rheinland-Pfälzer und verwies auf die deutlich gesunkene Zahl von Todesfällen im Vergleich zu früheren Jahrzehnten. Ein Fan von Motorsport sei Vilarrasa zwar nach wie vor nicht, aber "seitdem ich bei ,Formula Student' mitmache, bin ich mehr daran interessiert, vor allem an der Formula E."

Simon Opel, der in der Firma die Motorsport-Sonderprojekte leitet, betonte während der Veranstaltung: "Unsere Motorsportabteilung besteht zu einem großen Teil aus Mitarbeitern, die Erfahrungen aus der ,Formula Student' mitbringen. Die gesammelten Erkenntnisse sind beispielsweise bei der Entwicklung des elektrischen Antriebsstrangs sehr wertvoll. Ich kann jeden Studierenden nur ermutigen, sich bei diesem spannenden Projekt zu engagieren."


Frauenanteil steigt

Das tun auch immer mehr Frauen. Der Anteil des weiblichen Geschlechts in dieser Branche ist zwar noch relativ klein, "ich habe aber das Gefühl, dass jedes Jahr mehr Mädchen an Ingenieurwesen und Motorsport interessiert sind", sagt Vilarrasa, die sich in Herzogenaurach deshalb nie fehl am Platz fühlte. Neben der Aufgabe, etwas so Komplexes wie ein Elektrofahrzeug zu bauen, schätze sie die internationale Erfahrung und das Lernen fremder Sprachen. "Jetzt fühle ich mich besser auf meine Karriere vorbereitet", sagt sie.


Mike Rockenfeller und Marco Wittmann auf dem Norisring live erleben

Schaeffler fördert nicht nur Akademiker, sondern mischt auch seit einigen Jahren in der realen Motorsportwelt mit. Während der Automobilzulieferer aus Herzogenaurach in der World Endurance Championship (WEC) mit Porsche zusammenarbeitet, ist in der Deutschen Tourenwagen-Masters (DTM) und in der 2014 gegründeten Formel E(lektro) Audi der Partner. Das Unternehmen engagiert sich seit den 80er Jahren in dieser Rennserie, seit 2011 ist es Namenspate eines kompletten Rennautos des Audi-Sport-Teams Phoenix.


Lokalmatador ist Titelträger

Den größten Erfolg in der seit dem Jahr 2000 bestehenden Serie verzeichnete Schaeffler 2013, als Mike Rockenfeller den Gesamtsieg holte. Im Auftaktwettkampf der aktuellen Saison, Anfang Mai in Hockenheim, fuhr der 33-Jährige aufs Podium, in der Gesamtwertung liegt er nach drei Rennwochenenden auf Rang 6. Amtierender Champion und Gewinner von 2014 ist der Fürther Marco Wittmann (27), dessen Verein Motorsportclub Nürnberg (MCN) vom 30. Juni bis 2. Juli auf dem Norisring als Veranstalter auftritt.

Am Freitag absolvieren die DTM-Fahrer ihr erstes freies Training, am Samstag finden das zweite freie Training, das Qualifying und der neunte Lauf der Saison statt. Am Sonntag folgen drittes freies Training, wiederum ein Qualifikationswettkampf, das zehnte Rennen und schließlich die Siegerehrung. Parallel stehen auf dem Nürnberger Stadtkurs an den drei Tagen vor erwarteten 130 000 Zuschauern unter anderem Formel-3-Rennen, Tourenwagen Classics, der Porsche-Carrera- sowie der Audi-Sport-TT-Cup auf dem Programm.


Die MGO verlost DTM-Tickets

Die Mediengruppe Oberfranken und der MCN verlosen für das Motorsport-Wochenende 2x2 Gold-Tickets inklusive Sitzplatzreservierung auf der Schöller-Tribüne. Damit können Sie an allen Veranstaltungstagen durch das Fahrerlager flanieren, sich am Samstag und Sonntag mit den "Grid Girls" fotografieren lassen, bei Autogrammstunden Ihre persönliche Widmung von den DTM-Stars erhalten, vor den Rennen am Samstag und Sonntag beim "Pitwalk" in der Boxengasse den Mechanikern bei den letzten Vorbereitungen zusehen, vielfältige Programmpunkte auf der DTM-Showbühne erleben und sind live bei den beiden Läufen sowie der Rahmenrennserien vor Ort. Ein Gewinnerpaar erhält zusätzlich eine exklusive Boxengassenführung am Samstag.

Um die Tickets zu gewinnen, beantworten Sie bis Sonntag, 25. Juni, per E-Mail an leserreporter@infranken.de unter dem Betreff "DTM-Gewinnspiel" folgende Frage: Wie viele Minuten dauert ein DTM-Rennen auf dem Norisring in der Saison 2017 mindestens? Die Nachricht sollte Ihren vollständigen Namen, Adresse und Telefonnummer enthalten. Die Gewinner werden ausgelost. Eine Barauszahlung der Gewinne ist nicht möglich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.


Brose unterstützt Ex- Formel-1-Piloten

Als weltweit tätiger Automobilzulieferer beteiligt sich Brose im Umfeld seiner 60 globalen Standorte an verschiedenen Projekten aus den Bereichen Sport, Kultur, Bildung und Soziales. Die Sportler sind als Markenbotschafter für das Unternehmen unterwegs. Brose sponsert auch den Motorsport und unterstützt etwa den portugiesischen Ex-Formel-1-Piloten Tiago Monteiro, der inzwischen in der World-Touring-Car-Championship (WTCC) an den Start geht, Gran-Turismo-Fahrer Christian Engelhart aus Ingolstadt und Rallyepilot Dominik Dinkel, der in Rossach im Landkreis Coburg wohnt. red


Bosch trumpft in Le Mans groß auf

Seit mehr als 100 Jahren arbeitet Bosch im Motorsport mit großen Automobilherstellern, Rennställen und Teams auf der ganzen Welt zusammen. In der DTM, Formel 3 und in verschiedenen Cup-Serien tritt die Firma als Exklusivausrüster auf. Darüber hinaus unterstützt Bosch zahlreiche Teams von 24-Stunden-Rennen, der Formel 1 sowie Teams unterschiedlicher Rallye- und nationaler Rennserien. Ein Mercedes-Benz-Formel-Rennwagen gewann 1954 den großen Preis von Frankreich mit einer erstmals im Motorsport eingesetzten mechanischen Benzin-Direkteinspritzung. 1983 sprang in der Formel 1 der Weltmeisterschaftstitel mit Brabham BMW heraus. Von 2001 bis 2005 fuhren alle Gesamtsieger beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans mit der elektronischen Benzin-Direkteinspritzung von Bosch. Von 2006 bis 2011 gewannen Fahrzeuge mit Diesel-Common-Rail-Systemen des Unternehmens, 2012 der erste Bosch-Diesel-Hybrid.


KSF repräsentierte Bamberg

Eine 1998 entstandene Sportgruppe von Bosch nennt sich KSF-Kart-Racing-Team, dessen Chef seit 2013 Matthias Tuttor (27) ist. 2008 repräsentierte das Team Bamberg bei einem Städterennen in Villach (Österreich). Seit etwa fünf Jahren betreiben die rund 25 Mitglieder den Motorsport professioneller und treten unter anderem in der German Team Championship in sieben Rennen gegen 49 andere Teams an. Einige KSFler sind beim DTM-Rennen in Nürnberg als Streckenposten im Einsatz.


Pfister war zwei Mal Vize in der ETCC

Die Pfister-Racing-GmbH ist seit 2004 im professionellen Tourenwagen-Motorsport aktiv. Sie bietet Workshops zur Sichtung für zukünftige Rennfahrer zum Einstieg in den Motorsport und Lehrgänge zur Erlangung der nationalen und internationalen Rennlizenz des Deutschen Motorsport-Bunds sowie der Austrian Motorsport Federation an. Mit der Pfister-Racing-E-Kart-Series organisiert die Gesellschaft eine professionelle Rennserie für Elektro-Karts. Das Racing-Team aus dem Landkreis Main-Spessart nimmt seit 2012 an der Tourenwagen-Europameisterschaft ETCC teil, wobei zwei Vizetitel heraussprangen. red/rup

zum Thema "Sport in Franken"

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