Alligators verkaufen sich teuer

Gegen die Blue Devils Weiden hinterließ der HEC trotz Niederlage einen starken Eindruck und heizte die Vorfreude auf die Oberliga an.
Medwork-Chef Gerald Fischer (links) stattete Daniel Jun und Co. beim Sponsorenabend nicht nur mit den neuen Trikots, sondern auch mit Präsentations-Trainingsanzügen aus. Foto: Picturedreams
 
Noch zehn Tage, dann starten die Höchstadt Alligators in ihre erste Oberliga-Saison seit 2005. Fans und Team fiebern dieser Aufgabe gleichermaßen entgegen. "Es wird eine große Herausforderung. Aber wir sind heiß auf diese Spiele und wollen uns in der Oberliga etablieren", sagte Spielertrainer Daniel Jun, der seit 2011 für den Aufschwung beim HEC neben Sportvorstand Jörg Schobert verantwortlich zeichnet, beim Sponsorenabend im Höchstadter Autohaus Feser-Biemann.
Kernpunkt dieser Veranstaltung war die Trikotübergabe an die Mannschaft, die bei dieser Gelegenheit auch auf Tuchfühlung mit den Freunden und Förderern des Vereins gehen konnte. Davor sprach HEC-Verwaltungsratschef Axel Rogner über die aktuelle Situation des Klubs und dankte den rund 100 Sponsoren, ohne deren Engagement das "Abenteuer Oberliga" nicht denkbar wäre. Großes Lob sprach Rogner auch den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern aus, die diesen Abend mitgestalteten - nachdem sie zuvor schon bei der Montage der neuen Sitztribüne im Eisstadion kräftig mit angepackt hatten.
Anschließend holten Medwork-Geschäftsführer Gerald Fischer, größter Sponsor des HEC, und Stadionsprecher Markus Langosch die Spieler nacheinander auf die Bühne, um sie den Gäste vorzustellen und sie mit den neuen Trikots sowie Präsentations-Trainingsanzügen auszustatten. Besonderes Augenmerk wurde natürlich auf die Neuzugänge gelegt, die den Panzerechsen in der kommenden Saison zu noch mehr Durchschlagskraft verhelfen sollen. Eine Position im Kader ist dabei aktuell noch offen, nämlich die des zweiten Kontingentspielers. Hier hofft der Verein, in Kürze Vollzug vermelden zu können. Beim Testspiel in Weiden (s. Bericht unten) stand jedenfalls ein aussichtsreicher Kandidat auf dem Eis.


HEC bekommt eine Hymne

Zum Abschluss des offiziellen Teils verkündete Christian Götz aus der Marketingabteilung des HEC noch einige schöne Überraschungen: Zum einen werden die Alligators in Zukunft mit einem eigens für sie gestalteten Mannschaftsbus des Busunternehmens Kohler zu den Auswärtsspielen fahren können - was in der Oberliga wohl Seltenheitswert hat. Außerdem haben die Alligators mit dem Universitätsklinikum Erlangen einen weiteren wichtigen Partner gewonnen, der gewährleistet, dass zu jedem Spiel ein Mannschaftsarzt abgestellt wird. Und dann gab es noch eine echte Premiere: Erstmals wurde der eigens komponierte Song "Immer wieder HEC" der Öffentlichkeit vorgestellt. Das in den vergangenen Wochen frisch aufgenommene Musikstück wird wahrscheinlich schon am kommenden Wochenende beim Stadionfest als neue Hymne zu hören sein.


Blue Devils Weiden - Höchstadter EC 5:3

Im ersten Testspiel für die kommende Oberligasaison legten die Alligators einen richtig guten Auftritt hin, denn sie bewegten sich lange Zeit auf Augenhöhe und gerieten erst drei Minuten vor dem Ende zum ersten Mal in Rückstand. Danach gingen sie volles Risiko und fingen sich mit der Schlussirene noch ein Empty Net Goal. Neben den bereits bekannten Neuzugängen lief auch Tomas Rousek zum ersten Mal für die Alligators auf. Rousek ist momentan im Probetraining für Höchstadt auf dem Eis und konnte mit einer Tryout-Lizenz auflaufen. Spielertrainer Daniel Jun schnürte seine Schlittschuhe nicht, um die Mannschaft von der Bande aus taktisch besser einstellen und die Spielzüge besser beobachten zu können.
Und was er sah, war absolut zufriedenstellend: Stephan Hiendlmeyer und Martin Vojcak setzten erste Duftmarken, Neuzugang Michal Petrak traf auf kurzer Distanz zum 0:1 (10.). Patrick Dzemla hatte den zweiten Treffer auf dem Schläger, scheiterte jedoch an Goalie Hönkhaus. Im zweiten Drittel wurde es ruppiger, was den HEC jedoch einigermaßen kalt ließ - Rousek schloss einen Konter zum 0:2 ab (24.). Die 588 Zuschauer rieben sich die Augen. Ab der 30. Minute machte der überragende Philipp Schnierstein - wie vorher abgesprochen - im Tor Platz für Carsten Metz, der gleich hinter sich greifen musste, als Heinisch im Powerplay eiskalt zuschlug (35.). Wenig später leisteten sich die Alligators einen Puckverlust im Spielaufbau, Abercrombie nutzte dies zum 2:2 (38.).
Auch im Schlussdrittel bleib die Gangart hart, erst nach zwei Unterbrechungen wegen Box-Einlagen wurde es ruhiger auf dem Eis. Und das nutzten die Alligators zu ihrem Vorteil, Rousek krönte eine schöne Aktion mit dem 2:3 (47.). In der Folge hätte Höchstadt nachlegen können, vielleicht sogar müssen, denn im Powerplay hatte der HEC einige Möglichkeiten. Doch der Puck wollte nicht über die Linie. Das rächte sich, als Jirik bei einemKonter in Unterzahl das 3:3 markierte. Höchstadt drängte weiter nach vorn, doch Sikorski verpasste die neuerliche Führung (55.). Stattdessen gelang Babic mit einem Flachschuss das 4:3 (57.). Als ein Weidener 100 Sekunden vor Schluss auf die Strafbank musste, witterten die Gäste noch einmal ihre Chance, wechselten Metz zu Gunsten eines weiteren Feldspielers aus und griffen in doppelter Überzahl an. Doch Hönkhaus vernagelte sein Gehäuse und wenige Sekunden vor Schluss trudelte ein Befreiungsschlag von Abercrombie ins verwaiste Höchstadter Tor.


Mighty Dogs Schweinfurt - Höchstadter EC 0:8

Das Weiden-Spiel noch in den Knochen, taten sich die Alligators am Tag nach dem langen Sponsorenabend beim Landesligisten etwas schwer, in Tritt zu kommen. Gegen tief stehende Schweinfurter dauerte es neun Minuten, ehe der HEC erstmals gefährlich wurde. Thilo Grau zielte noch zu ungenau, Daniel Sikorski machte es eine Minute später besser. Der HEC spielte nun druckvoll weiter, Neuzugang Max Cejka (16.) und Jiri Ryzuk (17.) bauten den Vorsprung auf 3:0 aus. Das zweite Drittel war recht zerfahren. Schweinfurt setzte einige Konter, ohne zwingend zu werden, Höchstadt ließ im Abschluss die letzte Konsequenz vermissen.
Erst im Schlussdrittel drückten die Aischgründer wieder aufs Gaspedal, Lukas Lenk (45.), Thilo Grau (46.) und Philipp Seelmann (50.) schossen einen beruhigenden Vorsprung heraus. In der 58. Spielminute besiegelten Ales Kreuzer und Patrik Dzemla mit einem Doppelpack innerhalb weniger Sekunden das Schicksal der Mighty Dogs.


Härtetest auf eigenem Eis

Mit dem Vorbereitungswochenende können die Alligators sehr zufrieden sein. Am kommenden Wochenende sind sie dann endlich auf eigenem Eis im Einsatz: Am Samstag, 24. September, gastiert der Bayernligist EV Pegnitz zum Test am Kieferndorfer Weg, tags darauf kommt Schweinfurt zum Rückspiel. Beide Partien beginnen um 18 Uhr.

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