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Frankens Fussball-Tempel (7)

VfL Frohnlach: Zwischen Stolz und Schwermut

Beim VfL läuft es nicht mehr so gut wie in den 80er Jahren, als das Team den bayerischen Fußball aufmischte. Ein Besuch bei der Frohnlacher Fußball-Familie.
Das Willi-Schillig-Stadion hat die glorreichen Zeiten hinter sich. Früher kamen im Schnitt über 1000 Zuschauer zu den Heimspielen des VfL, heute sind es noch 200. Fotos: Martin Kreklau
 
von MARTIN KREKLAU
Es liegt eine eigenartige, schwermütige Stille über dem Willi-Schillig-Stadion in Frohnlach. Als hätte die Tribüne gerade einen tiefen Seufzer gemacht und sich an eine Zeit zurückerinnert, als hier der 1. FC Nürnberg oder der TSV 1860 München vor tausenden Zuschauern gastiert hatten. Eine Zeit, in der große Namen auf dem Frohnlacher Platz nicht nur mit ihren Stollen Eindruck hinterließen. "Kalle" Riedle etwa, oder Armin Veh, oder Dietmar Bayersdorfer - Alex Ferguson nicht zu vergessen.


Die goldene Zeit ist vorbei

Damals, das war in den 1980er Jahren, als Frohnlach den Aufstieg in die Bayernliga geschafft hatte, die zu dieser Zeit die dritthöchste Fußball-Liga Deutschlands war. Der Erfolg des Vereins hatte zwei wesentliche Stützen: Zum einen war da das Sponsoring durch die ortsansässigen Unternehmer Kirchner, Knorr und Schillig. Zum anderen war da auf dem Feld Karl-Heinz Zapf. "Charly war für die Mannschaft wie ein ,Sechser' im Lotto", sagt Hilmar Nemmert. Der 76-Jährige ist seit einer gefühlten Ewigkeit beim VfL und hat den rasanten Aufstieg des Vereins nicht nur miterlebt, sondern auch mitgetragen. "Er war nicht nur sportlich ein absoluter Glücksgriff, sondern auch menschlich ein großartiger Typ", sagt Nemmert über Zapf, "und er hat den Aufstieg erst ermöglicht." Ebenso wie Willi Schillig mit seiner finanziellen Unterstützung.
Das Stadiongelände wuchs proportional zum sportlichen Erfolg. 1958 kaufte der Verein das Gelände "Am Wirtsteich" und ließ einen ersten Platz anlegen, auf dem Nemmert noch persönlich als Fußballer unterwegs war. "Da war so einiges anders als heute. Wenn wir uns zum Beispiel nach dem Training waschen wollten, mussten wir das Wasser erst per Handpumpe zum Fließen bringen", sagt er. Strom gab es damals natürlich auch nicht.
Das änderte sich erst in den 70er Jahren, als der Verein sich dazu entschloss, zum 50-jährigen Bestehen ein neues Sportheim zu bauen. Nun traten die Sponsoren auf den Plan, mit deren Hilfe es der VfL in die höchste bayerische Amateurklasse schaffte. 1980 wurde schließlich die Arena mit dem Namen Waldstadion eingeweiht. Zum Eröffnungsspiel gegen den 1. FC Nürnberg kamen 5000 Zuschauer, die Ränge waren brechend voll. Nemmert, der kurze Zeit später das Amt des Platzkassiers übernahm, das er bis heute ausübt, erinnert sich noch gerne an die Zeit. "Ohne Willi hätten wir das aber nicht geschafft", sagt er. Schillig war der großzügigste Gönner des Vereins, und so wurde auch das Stadion schließlich nach ihm benannt.
Heute sei alles nicht mehr so einfach, sagt Nemmert. Die nächste Generation hat inzwischen das Schillig-Unternehmen übernommen und hat deutlich weniger Interesse am Fußball. Das Sponsoring gebe es zwar noch immer, doch das Geld sitze nicht mehr so locker wie früher. Auch das Interesse der Zuschauer ist in den vergangenen Jahren - obwohl Frohnlach noch immer in der Bayernliga spielt - zurückgegangen. Früher wollten knapp über 1000 Besucher die Spiele der "Wischi-Elf" sehen, heute sind es im Schnitt noch knapp 200. Zudem werde es immer schwieriger, junge Menschen für Posten und Ämter im Verein zu gewinnen - Nemmert seufzt. Man merkt ihm an, dass er stolz ist auf diesen Verein, seine Geschichte und die Spieler, die sich Woche für Woche reinhängen. Doch man merkt auch, dass er sich die gute alte Zeit zurückwünscht.
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