Gummersbacher Tradition beflügelt den HSC

Beim VfL Gummersbach ist der HSC 2000 Coburg einmal mehr in der Außenseiterrolle. Barsties und Wetzel müssen noch passen, Billek kehrt zurück.
Kräftig zupacken müssen die Coburger Handballer auch heute in Gummersbach, um die Angriffe der Hausherren zu unterbinden wie hier (von links) Stefan Lex, Markus Hagelin und Romas Kirveliavicius im Heimspiel gegen die Rhein Neckar Löwen.Timo  Fotos: Geldner
 
von RALPH BILEK
"Liga-Dino" gegen Neueinsteiger - auf diesen einfachen Nenner lässt sich die nächste Partie des HSC 2000 Coburg bringen. Denn heute (Anwurf 19 Uhr) müssen die Coburger in der "Schwalbe-Arena" beim VfL Gummersbach antreten - einem Gegner mit viel Tradition in Sachen deutscher Handball.
Gummersbach ist als einziger Erstligist von Anfang an ohne Unterbrechung in der 1. Liga dabei und will fünf Jahre nach dem letzten internationalen Titel bei der Vergabe der internationalen Startplätze wieder ein Wörtchen mitreden.
Der zwölfmalige deutsche Meister scheint es mit seinem Angriff auf die Europapokalplätze auch ernst zu meinen. Denn im bergischen Derby kanzelte der VfL den gastgebenden Bergischen HC mit 34:25 ab, Coburg muss sich wohl trotz der hochsommerlichen Witterung warm anziehen.
"Das ist eine absolute Traditionsmannschaft, die gerade in eigener Halle mit viel Energie und Power zu Werke geht. Mit 4:0 Punkten ist sie zudem top gestartet", weiß Coburgs Trainer Jan Gorr, dass sein Team einmal mehr "und das wird uns in dieser Saison noch oft so gehen", vor einer Mammutaufgabe steht. Doch: "die Tradition beim Gastgeber motiviert uns eher."
In Gummersbach, wo man den 3. Tabellenplatz am liebsten "einfrieren" würde, wird deutsch gesprochen. Lediglich zwei Ausländer hat der VfL in seinem Team, die beide im rechten Rückraum zuhause sind. Neben dem Niederländer Mark Bult Neuzugang ist dies Alix Kevynn Nyokas.
Der Linkshänder befand sich im erweiterten Kader der französischen Nationalmannschaft für Olympia, kam von Ligakonkurrent Frisch Auf Göppingen, war jedoch mit einer Knieverletzung fast ein Jahr ohne Spielpraxis. Diese Position hatte man in Gummersbach als Schwachstelle der vergangenen Saison ausgemacht.
Beim HSC-Spiel gegen den Meister, die Rhein-Neckar Löwen, war sie bei den Coburgern ebenfalls etwas wie die Achillesferse. Weder Stefan Lex noch Girts Lilienfelds kamen richtig zurecht. Auch wenn ein Spiel gegen einen übermächtigen Gegner nicht gerade als Maßstab dienen sollte.
Beide werden nun auch in der Abwehr ordentlich was zu tun bekommen, wenn Julius Kühn, Europameister und Bronzemedaillengewinner von Rio auf sie zurollt.
Daneben ist mit Simon Ernst ein weiterer Europameister auf der Rückraum Mitte-Position nicht nur jemand der ein Auge für seine Nebenspieler hat, sondern gerne auch mal selbst "geht".
Nicht zu vergessen Nationaltorwart Carsten Lichtlein, der in Würzburg bei der TG Heidingsfeld das Handballspielen gelernt hat.
"Gummersbach ist aber gerade deswegen schwerer auszurechnen, weil es zwar starke Individualisten hat, aber mannschaftlich auch sehr geschlossen agiert." Da ist wohl verstärkt der Taktiker Gorr beim HSC gefragt. Nah an die Leistungsgrenze wird sein Team schon gehen müssen, um mitzuhalten und möglicherweise sogar Zählbares mitzunehmen.
Erstmals in der ersten Liga wird Florian Billek für den HSC auflaufen, wobei Gorr wichtig war, "dass er in der 2. Mannschaft beim Sieg gegen Springe noch einmal Wettkampfpraxis sammeln konnte." Für die verletzten Spieler Philipp Barsties und Tom Wetzel kommt die Partie im bergischen Land und wohl auch noch das am Sonntag anschließende Heimspiel gegen den SC DHfK Leipzig zu früh.

So sieht's der Gegner

"Wir spielen konzentriert und siegen"

Auf der vereinseigenen Homepage hat sich der Trainer des VfL Gummersbach, Emir Kurtagic, zum HSC 2000 Coburg geäußert:
"Wir hatten uns in den letzten Tagen gegen den Bergischen HC intensiv mit der Vorbereitung auf das Derby beschäftigt. Jetzt geht es Schlag auf Schlag weiter. Ab Montag haben wir uns ebenso intensiv mit Coburg beschäftigt". Der Auftakterfolg des HSC hat den VfL Coach nur bedingt überrascht: "Wir wussten, dass die Coburger eine starke und erfahrene Mannschaft haben. Fast alle Akteure haben Bundesligaerfahrung. Wir waren und sind gewarnt."


Der Favorit sind wir

Dennoch gibt es natürlich keinen Platz für Understatement. Der VfL geht als Favorit in diese Partie und möchte dieser Rolle auch gerecht werden. "Wir werden hochkonzentriert zur Sache gehen und dann auch als Sieger das Feld verlassen", so Kurtagic. "Natürlich können und müssen wir uns noch steigern und die Fehlerquote weiter minimieren, aber wir sind auf dem richtigen Weg." Besonders positiv erwähnte der VfL-Coach, dass sich gegen den Bergischen HC zwölf Spieler in die Torschützenliste eintragen konnten. Kurtagic: "Wir brauchen jeden einzelnen Spieler, wenn wir unsere Ziele erreichen wollen." rbi

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