Ich willige einX

Diese Website verwendet das Besucheraktions-Pixel von Facebook für statistische Zwecke. Mit einem Cookie kann so nachvollzogen werden, wie unser Marketing auf Facebook wirkt und wie wir es verbessern können. Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihr Einverständnis hierzu erteilen. Eine genaue Beschreibung zum „Besucheraktions-Pixel“, zu Cookies im Allgemeinen und Ihrem Widerspruchsrecht, das Sie jederzeit ausüben können, steht Ihnen in unserer Datenschutzerklärung unter hier zur Verfügung.

Sport  // Coburg

1. Handball-Bundesliga

Erlangen-Fan schießt gegen HSC 2000 Coburg

Das Derby hallt weiter nach: Ein Fan des HC Erlangen hat sich beim Deutschen Handballbund über vereinzelte Coburger Fans und die Sitzverteilung beschwert
Ausgelassen bejubelten die Fans und Spieler des HSC den wichtigen Derbysieg über Erlangen. Über das Verhalten einiger Coburger Anhänger und die Sitzverteilung in der Halle hat sich ein Erlanger Fan beim Deutschen Handballbund ausgelassen.  Foto: Uwe Gick
 
Das Frankenderby in der Handball-Bundesliga zwischen dem HSC 2000 Coburg und dem HC Erlangen beschäftigt nun den Deutschen Handballbund. Eine Privatperson aus Schwaig bei Nürnberg hat sich mit einem Schreiben nicht nur an den HSC und den HC, sondern auch Präsident Andreas Michelmann gewandt.

Demnach sei er als Gästefan in der HUK-Arena Zeuge "unangenehmer Zusammenstöße" beider Fangruppen geworden. Konkret beschwert er sich über die "unglückliche Organisation", die rund 650 angekündigten Erlanger Fans in einem Block unterzubringen mit "gewaltbereiten Fans des Fanclubs Westkurve Coburg". Diese macht er auch als die Übeltäter aus: Sie hätten die Erlanger Fans während des Spiels beleidigt, nach dem Spiel sogar versucht zu attackieren.

Aktenkundig geworden ist bei der Polizei allerdings nichts dergleichen: Wie berichtet, haben vier Beamte für Ruhe und Ordnung gesorgt - Handgreiflichkeiten, Schlägereien oder Sachbeschädigungen aber sind nicht zu verzeichnen gewesen. Lediglich eine Anzeige wegen Beleidigung war gestellt worden. Der Halle verwiesen worden sind am Derbytag nur drei Besucher, und zwar HC-Fans ohne Benehmen.


HSC über Seitenhieb verägert

Auch seitens des HSC ("Bisher wurden hier [zur Westkurve; Anm. der Red.] noch von keiner Gastmannschaft Beschwerden geäußert") ist man verwundert über diese Kritik. Und fast schon verärgert über einen erneuten Seitenhieb aus Mittelfranken. Nicht nur, weil die Verteilung der Fanlager vor dem Spiel natürlich mit dem Sicherheitsdienst besprochen und für gut befunden worden war.

In seinem Antwort-Schreiben an den Beschwerdeführer stellt HSC-Vorstandssprecher Stefan Apfel fest, dass die vier Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes ("in direkter Nähe postiert") während des Spiels nicht einen Grund zum Eingreifen verzeichnet hätten. Möglicherweise auch, weil vor den Coburger Fans bewusst keine Erlanger Fangruppen platziert worden waren.

Was seitens der HSC-Verantwortlichen bislang nicht öffentlich angeprangert worden war, beschreibt Apfel so: "Beim Aufwärmen wurden unsere Spieler aus dem Erlanger Block rüde beschimpft und teilweise leider sogar bespuckt." Zumindest bis der Sicherheitsdienst eingegriffen habe. Der HSC habe insofern die Ankündigung, deeskalierend zu wirken, ernsthaft umgesetzt. Selbst auf dem Parkplatz sei keine Gewaltbereitschaft zu erkennen gewesen, nichts sei über verbale Scharmützel hinaus gegangen.


Liga wird mit Klubs sprechen

Dem Deutschen Handballbund ist das Schreiben der Privatperson bekannt. Das bestätigte DHB-Pressesprecher Tim Oliver Kalle auf Anfrage des Coburger Tageblatts, verweist aber auf den Zuständigkeitsbereich.. "Die Handball-Bundesliga verantwortet den Spielbetrieb der Handball-Bundesliga", so Kalle. "Wir haben vollstes Vertrauen in das Team der Liga, das sich auch mit den Informationen des Fans zum Frankenderby beschäftigt." So erreichte auch die Liga der Brief durch Umwege vor zwei Tagen. "Bisher ist die Handball-Bundesliga in der Angelegenheit nicht tätig geworden, da wir keine Kenntnis davon hatten", teilte Oliver Lücke, Leiter Unternehmenskommunikation, mit.

So habe es am Spieltag keinen Eintrag in den Spielbericht gegeben. "Hätte es einen solchen Eintrag von offizieller Seite gegeben, wären wir nach der Begegnung tätig geworden. Da es keinen Vermerk gab, wird sich der Vorfall außerhalb des Sichtfeldes der offiziellen Vertreter ereignet haben", so Lücke weiter. Ob die Beteiligten nun Konsequenzen zu befürchten haben, steht noch nicht fest. "Wir werden uns zu Beginn der kommenden Woche mit beiden Clubs in Verbindung setzen, um deren Meinung zu dem im Brief beschriebenen Vorfall einzuholen", erklärt Lücke.

Generell wünscht sich Apfel von beiden Vereinen, sich bei aller sportlicher Rivalität nicht in Kleinkriegen zu verlieren - nachdem sich beide Seiten samt Anhänger zugegeben in der Vergangenheit nicht immer mit Ruhm bekleckert hätten.


"Handball lebt von Nähe"

Der versöhnliche Ton endet auch mit einer persönlichen Einladung an den Beschwerdeführer und seine Frau zu einem der nächsten Heimspiele: Damit sie sich erneut ein Bild der Halle, der Fans und des Umfelds machen. Losgelöst vom Einzelfall appelliert auch Lücke im Namen der Liga: "Der Handballsport und sein Umfeld ist geprägt durch familiäre Atmosphäre und dafür bekannt. Die unmittelbare Nähe zwischen Fans und Spielern ist ein hohes Gut, für das wir stehen und das wir pflegen. Verfehlungen von Fans kommen vor, sind die Ausnahme und werden von uns sehr ernst genommen." hol/mg
Newsletter kostenlos abonnieren


noch Zeichen



Bitte melden Sie sich an, um kommentieren zu können:

Sie sind noch nicht registriert? Bitte hier registrieren.