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Basketball-Pokal

Brose Baskets bei den Top Four: Wird Miller wieder zum Bayern-Killer?

Die Münchner sind für den Scharfschützen der Brose Baskets ein Lieblingsgegner. Schlägt der Bamberger auch im Top-Four-Halbfinale beim Erzrivalen zu?
Darius Miller (l.) und Brad Wanamaker freuen sich auf das Duell bei den Bayern. Foto: sportpress
 
von KLAUS GROH
Wenn die Brose Baskets gegen den Erzrivalen aus München gewinnen, steht ein Bamberger Scharfschütze oftmals im Rampenlicht: Darius Miller war sowohl in der Finalserie der letzten Saison, als das Team von Erfolgstrainer Andrea Trinchieri die Pesic-Truppe vom Thron stieß, als auch in der Bundesliga-Partie Anfang Dezember Bambergs X-Faktor. 27 Punkte - er traf neun von zehn Würfen aus dem Feld - steuerte der vielseitige Ex-NBA-Profi zum 100:87-Triumph über die "Roten Riesen" in der Frankenhölle bei. Aber der 2,03 Meter große, ungemein athletische Flügelspieler ist nicht nur in der Offensive eine Waffe, sondern auch in der Verteidigung in der Lage, beinahe jeden Gegenspieler zur Verzweiflung zu bringen.


Geschlossene Teamleistung nötig

Wenn es am Samstag (16 Uhr, ab 15.45 Uhr imLiveticker auf inFranken.de) im ersten Halbfinale des Top Four zwischen den beiden Großmächten aus dem Süden Deutschlands um den Einzug ins Pokalfinale tags darauf geht, sind aber nicht nur gute Individualisten, sondern vor allem eine geschlossene Leistung der gesamten Mannschaft gefragt.

Vor dem Duell der Erzrivalen schieben sich die Trainer gegenseitig die Favoritenrolle zu. "Alle behaupten, der Pokal hat seinen eigenen Gesetze. Ich sage auch, dass der Favorit nicht gewinnt - also ist Bamberg der Favorit", betonte Svetislav Pesic im Bayerischen Fernsehen. Bei diesem Gespräch ärgerte sich der Coach, der in Europa schon alles gewonnen hat, was es zu gewinnen gibt, auch ein bisschen über die Aussage seines Gegenübers, denn Trinchieri bezeichnete ihn "nur" als einen der besten Trainer in Europa.

"Wir haben größten Respekt, denn die Bayern verfügen über ein sehr erfahrenes Team. Und sie haben einen der besten Trainer der Welt, nicht nur in Europa", schob der Italiener am Donnerstag mit einem Grinsen im Gesicht nach und meinte süffisant: "Ich bin ja noch jung und lernfähig."


Fragezeichen hinter Wanamaker - Entscheidung erst am Samstag

Auf der anderen Seite verschoss auch Trinchieri kleine Giftpfeile in Richtung der "weltweiten Marke" aus München: "Es lässt sich ganz leicht erklären, wer sie sind. Die Euroleague hat ein Video über sie gemacht - und wir müssen es uns anschauen. Das einzig Gute daran ist, wir brauchen dafür nichts zu bezahlen."

Für den 47-Jährigen ist klar, wer die Favoritenbürde trägt: "Sie spielen daheim. Und wir wissen noch nicht, ob Brad Wanamaker zur Verfügung steht. Das ist ein ganz wichtiger Spieler für uns." Bambergs Kapitän pausierte am Dienstag auf Grund muskulärer Probleme beim 98:68-Kantersieg beim Mitteldeutschen BC. Ob Wanamaker, der vor Partien gegen die ungeliebten Bayern immer von "Krieg" spricht, aufläuft, wird sich am Samstag nach dem Abschlusstraining entscheiden.

Und wie will Trinchieri den Erzrivalen diesmal besiegen? "Wir müssen unseren Bus in der Zone parken, damit die Münchner dort keinen Platz finden. Und wir brauchen zwei Panzer an der Seite, um unsere Verteidigung zu unterstützen", betonte der Meistermacher martialisch und fügte in Richtung Pesic an: "Ich bin Italiener - und meine Rolle ist zu weinen. Und ich heule besser."

Aber in erster Linie ist der Mailänder auch abergläubisch. Nachdem die Bamberger bei der Auslosung zuerst gezogen wurden, genießen sie Heimrecht, nehmen also auf der Bank der Bayern Platz. Und die Brose Baskets durften als "Gastgeber" die Trikotfarbe wählen. Trinchieri entschied sich selbstverständlich für die roten Jerseys - denn die hatten in der Finalserie 2015 und auch Anfang Dezember im Duell gegen die Bayern Glück gebracht.


Berlin oder Frankfurt im Finale?

Im Hype um das Gipfeltreffen geriet dieser Tage im Süden Deutschlands fast in Vergessenheit, dass sich im zweiten Halbfinale mit Alba Berlin und vor allem den Skyliners Frankfurt zwei Teams gegenüberstehen, die sich berechtigte Chancen ausrechnen dürfen, die Nachfolge der EWE Baskets Oldenburg als Pokalsieger 2016 anzutreten.


Interview mit Anton Gavel vor dem Top Four

Anton Gavel, der mit den Brose Baskets vier Meistertitel und drei Pokalsiege feierte, trifft im Top-Four-Halbfinale mit den Bayern auf seinen Ex-Klub aus Bamberg. Im Vorfeld steht der 31-Jährige Rede und Antwort.

Die Topteams der Bundesliga treffen im ersten Pokal-Halbfinale aufeinander. Wer hat aus Ihrer Sicht die besseren Karten?
Anton Gavel: Das Top Four ist ja immer ein bisschen was anderes. Wir spielen zu Hause, das ist ein gewisser Vorteil. Aber die Bamberger sind momentan in einer hervorragenden Form. Ich glaube, das wird ein sehr spannendes und interessantes Spiel. Ich würde unsere Partie nicht als vorweg genommenes Endspiel bezeichnen, aber auf Grund des Derbycharakters als ein sehr spezielles Halbfinale.

Wie beurteilen Sie den Saisonverlauf Ihrer Mannschaft bisher?
Wir hatten eine schwierige Euroleague-Gruppe. Die Tatsache, dass Real Madrid sich so schwer getan hat, machte alles noch ein bisschen schwieriger. Aber wir hatten trotzdem die Chance weiterzukommen. Am Ende haben wir die zwei Spiele leider nicht gewonnen. Das war natürlich enttäuschend. Dass wir im Eurocup weitergekommen sind, das war schon Pflicht. Jetzt müssen wir im Achtelfinale wieder gegen Alba antreten. Wir bekamen aber inzwischen mehrere Spieler hinzu und haben uns verbessert. Es gibt noch ein paar kleine Blessuren, doch ich glaube, es wird noch besser werden."

Bei Ihnen persönlich läuft es nach der Verpflichtung von Spielmacher Justin Cobbs vor allem offensiv deutlich besser.
Es ist so, dass wir einen reinen Point Guard geholt haben. Ich wurde auf die Position 2 verschoben. Ich versuche, meine Rolle so oder so zu erfüllen und das umzusetzen, was der Trainer sagt. Mir ist die Position eigentlich egal, Hauptsache, wir spielen erfolgreich.

Im Bundesliga-Hinrundenspiel in Bamberg drückten die Brose Baskets der Partie ihren Stempel auf. Wie werden die Bayern diesmal versuchen, ihren Spielstil durchzusetzen?
Wir haben das Spiel im letzten Viertel verloren. Wir werden natürlich versuchen, diesmal unser Spiel durchzuziehen. Bamberg ist in bestechender Form, aber wir wollen vor allem zu Hause versuchen, uns für die Niederlage in Bamberg zu revanchieren.

Haben Sie noch Kontakte nach Bamberg, nachdem sich mit Karsten Tadda auch der Letzte aus der gemeinsamen Zeit bei den Brose Baskets in Richtung Gießen verabschiedet hat?
Mit Daniel Schmidt und Elias Harris sowie mit Lucca Staiger und Yassin Idbihi, mit denen ich in München gespielt habe, schreibe ich ab und zu. Lucca habe ich zur Geburt seiner Tochter gratuliert. Aber nachdem Karsten weg ist, schließt sich so ein bisschen der Kreis.


Viele Wege führen zum Titel - so wird in anderen Ländern der Pokalsieger ermittelt

Nach der Qualifikation für das Top Four mit dem Sieg in Ludwigsburg reihte sich Andrea Trinchieri in die Reihe der Kritiker des Pokalwettbewerbs ein. "Über das Format des Pokals sollte man nachdenken, aktuell schadet es dem Wettbewerb mehr, als es hilft", meinte der Trainer der Brose Baskets nach dem 71:58-Viertelfinalerfolg bei den MHP Riesen. Denn insgesamt nehmen nur sieben Mannschaften teil, und dem gesetzten Gastgeber des Pokal-Endturniers (Top Four) reichen zwei Siege zum Titel. Davon profitierten die EWE Baskets Oldenburg im vergangenen Jahr. So einfach wie in Deutschland wird es den Teams in den anderen europäischen Basketball-Nationen nicht gemacht, wie der nachfolgende Streifzug verdeutlicht.

SPANIEN
Der Pokalsieger in Spanien wird seit dem Jahr 1987 in einem "Final Eight" ermittelt. Das Turnier um den "Königspokal" (Copa del Rey) ist alljährlich ein Höhepunkt der Saison auf der iberischen Halbinsel. Viertelfinale, Halbfinale und Endspiel finden innerhalb von vier Tagen an einem Ort statt. Für den "Königspokal", der seit 1933 ausgetragen wird, qualifizieren sich die Mannschaften, die nach Ende der Hinrunde in der Eliteliga die Plätze 1 bis 8 einnehmen.

ITALIEN
Wie in Spanien wird der Pokalsieger in einem "Final Eight" ermittelt, das allerdings nur über drei Tage andauert. Auch hier qualifizieren sich die acht besten Teams der 1. Liga nach Ende der Hinrunde für das Viertelfinale.

GRIECHENLAND
In Griechenland wird der Pokalsieger seit 2004 nicht mehr in einem "Final Four" ermittelt. Qualifiziert für den Wettbewerb sind die sechs besten Mannschaften der Vorsaison. Die übrigen acht Teams der 14 Vereine umfassenden 1. Liga ermitteln in K.o.-Spielen zwei weitere Viertelfinalteilnehmer. Von dort an geht es in weiteren K.o-Runden bis ins Finale, das an einem neutralen Ort ausgetragen wird.

FRANKREICH
32 Teams aus den ersten drei Ligen, basierend auf dem Pokal-Abschneiden im Vorjahr, bilden das Feld. Für die ersten beiden K.o.-Runden werden die Kontrahenten in regionale Gruppen eingeteilt. Anschließend werden die Paarungen bis zum Finale ausgelost. Der Pokalsieger ist für den Eurocup qualifiziert.

RUSSLAND
In Russland wird erst seit 2003 jährlich ein Pokalsieger ermittelt. Allerdings scheint der Titel bei den Spitzenklubs nicht sehr begehrt zu sein. In der Saison 2010/11 nahmen mit ZSKA Moskau, Dynamo Moskau, Khimki Moskau and Unics Kasan vier Mannschaften nicht am Wettbewerb teil. Ein Jahr später waren es sogar fünf Teams.


Informationen zum Top Four

Spielplan 1. Halbfinale - Samstag, 16 Uhr: Brose Baskets - Bayern München; 2. Halbfinale - Samstag, 19 Uhr: Alba Berlin - Fraport Skyliners Frankfurt; Spiel um Platz 3 - Sonntag, 12 Uhr; Finale - Sonntag, 14.45 Uhr

Fans Alle drei Gastmannschaften erhielten von der Basketball-Bundesliga jeweils ein Kontingent von 450 Karten. Es ist aber davon auszugehen, dass sich die Freaks auch im freien Verkauf bedient haben, wo am Donnerstag noch Karten erhältlich waren. Bei den Brose Baskets rechnet man mit bis zu 600 Anhängern aus dem Lager des deutschen Meisters. Abzuwarten bleibt, auf welche Seite die Anhänger aus Frankfurt und Berlin sich schlagen, wenn sich zunächst der Meister und der Gastgeber gegenüberstehen.


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