Sensationeller Sieg der Brose Baskets über ZSKA Moskau

Die Brose Baskets kämpfen leidenschaftlich und bezwingen den Titelanwärter ZSKA Moskau nach drei Niederlagen in dieser Saison erstmals mit 91:83.
Nicolo Melli (l.) jubelt nach dem Sieg. Fotos: sportpress
 
von KLAUS GROH
Im zwölften Anlauf hat es geklappt - die Brose Baskets besiegten mit einer begeisterten Leistung ZSKA Moskau zum ersten Mal und dürfen nach dem 91:83-Triumph über den Eroleague-Titelanwärter weiter vom Erreichen der Viertelfinal-Play-offs träumen. Freak City feierte einen außergewöhnlichen Basketball-Feiertag und schrieb einmal mehr Geschichte.

Angeführt von Nicolo Melli machten die Brose Baskets von Beginn an deutlich, dass sie trotz der elf Niederlagen gegen ZSKA Moskau bisher alles versuchen wollten, den ersten Sieg gegen den Armeesportklub einzufahren. Nikos Zisis sorgte per Drei-Punkte-Spiel für das 10:5. Doch das russische Starensemble fand nach und nach in die Partie und ging nach acht Minuten mit 16:14 in Front. Melli, Janis Strelnieks und Daniel Theis wendeten aber schnell wieder das Blatt (20:16).



Dann blieben die Bamberger aber viertelübergreifend viereinhalb Minuten ohne Korberfolg, sodass Andrey Voronsetvich, der drei Dreier versenkte, sein Team wieder in Front bringen konnte. Jetzt war richtig Feuer im Spiel, die Schiedsrichter sorgten mit ihren Foulpfiffen hüben wie drüben für Unmut. Richtig Gift in der Partie war nach einem vermeintlich unsportlichen Foul gegen Leon Radosevic. Der Bamberger Center bekam danach ebenso wie Trainer Andrea Trinchieri noch ein Technisches aufgebrummt. Von den vier Freiwürfen nutzte Nando de Colo aber nur zwei - der anschließende Einwurf für ZSKA endete mit einem Offensivfoul.

Die Fans peitschten ihr Team jetzt nach vorne: Elias Harris, Zisis mit seinem zweiten Dreier und Strelnieks sicherten den Hausherren erstmals einen Acht-Punkte-Vorsprung, der bis zur Pause aber wieder auf 43:39 zusammenschmolz. Die Brose Baskets verteidigten mit viel Leidenschaft und hatten auch offensiv die besseren Wurfquoten. Dank ihrer 16 verwandelten Freiwürfe blieben die Russen aber im Spiel.

Das Bamberger Hoch hielt auch im dritten Viertel an: Mit 53:46 lag der deutsche Meister nach 24 Minuten vorn. Die 6800 Freaks standen wie eine Wand hinter ihrem Team und feierten Zisis, der seine Nebenleute mit Zuckerpässen bediente. Ali Nikolic sprang für den mit vier Fouls auf der Bank sitzenden Brad Wanamaker in die Bresche und verwandelte einen Dreier zum 62:55. Der starke Vorontsevich und Superstar Milos Teodosic sorgten dann aber dafür, dass die Gäste, die bei den Rebounds mit 26:16 vorne lagen, vor dem letzten Viertel nur mit einem Punkt im Hintertreffen waren.

Die Spannung stieg: Beinahe bei jedem Angriff wechselte die Führung. Dann explodierte Darius Miller und sorgte mit sieben Punkte in Folge zusammen mit Melli dafür, dass der Gastgeber fünf Minuten vor dem Ende mit 80:75 vorne lag. Trotz der dreieinhalb Minuten ohne Korb blieben die Bamberger, die leidenschaftlich kämpften, vorn und gingen durch Mellis zwei Punkte 84 Sekunden vor dem Ende mit 84:81 in Front. Würde die nächste Sensation gelingen? Euroleague-Topscorer Nando de Colo verkürzte auf einen Zähler. Doch Melli und Wanamaker verwandelten ihre Freiwürfe eiskalt - der krasse Außenseiter lag 25,2 Sekunden mit 88:83 vorn. Kurz darauf kannte die Begeisterung keine Grenzen mehr: Melli pflückt den Rebound herunter, Wanamaker schließt den Fastbreak mit einem krachenden Dunking ab - die Sensation ist perfekt.


Die Statistik

Brose Baskets Bamberg -
ZSKA Moskau 91:83

(22:20, 21:19, 25:28, 23:16)
Bamberg Melli (17 Punkte/2 Dreier), Zisis (14/3), Radosevic (14), Wanamaker (11/1), Strelnieks (10), Miller (9/1), Harris (8), Nikolic (5/1), Theis (3), Staiger
Moskau De Colo (21/1), Teodosic (19/3), Vorontsevich (17/5), Hines (9), Kurbanov (7/1), Jackson (4), Higgins (4), Korobkov (2), Kulagin, Fridzon, Lazarev, Freeland
SR Radovic (Kroatien), Perez Perez (Spanien), Koljensic (Montenegro)
Zuschauer 6800 (ausverk.)
Gesamtwurfquote Bamberg 46 Prozent (30 Treffer/64 Versuche), Moskau 40 (25/62)
Dreierquote Bamberg 38 Prozent (8/21), Moskau 32 (10/31)
Freiwurfquote Bamberg 77 Prozent (23/30), Moskau 79 (23/29)
Rebounds Bamberg 31 (28 defensiv/3 offensiv), Moskau 32 (22/10)
Ballgewinne/-verluste Bamberg 1/9, Moskau 2/9
Assists Bamberg 24 / Moskau 13
Fouls Bamberg 26 / Moskau 30

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