Eishockey Landesliga

Wölfe starten mit knapper Derby-Niederlage

Wohl jeder, der am Sonntagabend im Haßfurter Eisstadion war, wird zustimmen: Das war Werbung für Eishockey.
Haßfurts Jakub Sramek (links), zum ESC-"Spieler des Abends" gewählt, kann sich in dieser Szene gegen den Kissinger Spielertrainer Mikhail Nemirowksy durchsetzen. Mit dabei Teamkollege Marc Zajic.Ralf Naumann
 
von RALF NAUMANN
ESC Haßfurt - EC Bad Kissingen 7:6 (2:3, 3:2, 2:1).
In einem wahren Krimi zur besten Tatort-Zeit lieferten sich die Haßfurter "Hawks" und die Wölfe des EC Bad Kissingen einen tollen Schlagabtausch von der ersten bis zur letzten Minute. Nach der Schlusssirene hatten die Hausherren im Auftaktderby der Landesligasaison 2017/2018 knapp mit 7:6 die Nase vorn.


Exzellente Goalies

Kein Wunder, dass der Jubel bei den meisten der gut 600 Zuschauer riesengroß war. "Besser für die Landesliga geht's wirklich nicht", zeigte sich auch Martin Reichert begeistert, obwohl ihm während der Partie nicht nur einmal der Atem stockte. Der ESC-Trainer sah jedenfalls zwei "zwei gleichwertige Mannschaften" mit "zwei sehr guten Torhütern. Die haben hervorragend gehalten", gab es ein Sonderlob für den ESC-Hexer Martin Hildenbrand sowie seinem gegenüber, dem Litauer Donatas Zukovas, die beide reihenweise Großchancen zunichte machten. Zumindest in der Anfangsphase aber schien sich die Partie recht einseitig zu entwickeln, denn die beiden Tschechen im ESC-Dress, Jakub Sramek und Petr Krepelka, die zusammen elf Scorerpunkte (fünf Tore) zum Erfolg beitrugen, brachten die Haßfurter innerhalb von nur 39 Sekunden schnell mit 2:0 in Führung (2./3.). Dies beeindruckte die Kurstädter, die keine einzige Vorbereitungspartie bestritten haben, jedoch nicht wirklich. Die mit zahlreichen exzellenten Spielern bestückte Mannschaft, die später von drei auf zwei Reihen umstellte, schlug dank der sehenswerten Vorstellung eines Neuzuganges zurück: Anton Zeivald, 20 Jahre junger Russe aus der dortigen 3. Liga seines Heimatlandes, brachte das Wolfsrudel mit einem lupenreien Hattrick erstmals nach vorne (8./10./16.). Der ehemalige Haßfurter Eugen Nold erhöhte nach dem ersten Seitenwechsel dann auf 2:4 (26.), womit sich die hochklassige Partie total gedreht hatte und nun die gut 100 Kissinger Anhänger lautstark jubelten. Davon wiederum zeigten sich die "Hawks" nur kurz geschockt, denn der unbändige Siegeswille war weiter vorhanden. Georg Lang (33./37.) sowie dazwischen der überragend auftrumpfende Jakub Sramek, nach der Begegnung zum ESC-"Spieler des Abends" gewählt, brachten mit einem fulminanten Zwischenspurt wieder die Gastgeber nach vorne. Kissingens Roman Nikitin markierte in der Schlussminute des zweiten Abschnittes schließlich das 5:5 (40.), sodass für die letzten 20 Minuten für Hochspannung gesorgt war.


Später Knockout

Nach zwei weiteren Treffern für beide Kontrahenten - Sramek erhöhte mit seinem dritten ESC-Treffer auf 6:5 (46.), Christian Masel glich erneut aus (58.) - war es schließlich Petr Krepelka, der 104 Sekunden vor der Schlusssirene EC-Keeper Donats Zukovas zum siebten Male am Sonntagabend überwand und den Siegtreffer erzielte (59.). Zwar bemühten sich EC-Spielertrainer Mikhail Nemirowski und Co. um einen weiteren Ausgleich, letztlich jedoch vergebens.
"Die Mannschaft hat es sich letztlich verdient", sagte Martin Reichert zum Sieg und fügte hinzu: "Hier zu Hause gegen die Wölfe gewinnen. Es gibt nichts Schöneres und macht Lust auf mehr." Auch David Franek, der zwar nur einen Assist zum Erfolg besteuerte, während der 60 Minuten aber eine tadellose Leistung bot, war bis auf einige Ausnahmen zufrieden mit dem ersten Pflichtauftritt der Hawks. "Es ist schon schwer, gegen Kissingen zu spielen. Die sind erfahren und waren wirklich sehr gut", war er deshalb mit hartumkämpften Derbysieg einverstanden. "Super, super", so der 31-Jährige.


Zwei Verteidiger im Wartestand

Nicht unzufrieden war trotz der Niederlage Wölfe-Vorsitzender Michael Rosin, schließlich hatten den Gästen mit Niko Grönstrand und Richard Adam zwei defensive Stützen aufgrund noch nicht vorhandener Spielberechtigung gefehlt, sodass gelernte Stürmer auf die Verteidiger-Position rückten. Darunter auch der erst vor wenigen Tagen verpflichtete Kanadier Brett Wur, der zuletzt in Italien aktiv war und sich über einen Spielervermittler selbst bei den Kurstädtern ins Gespräch gebracht hatte. "Man hat schon gesehen, dass uns noch die Feinjustierung fehlt aufgrund der schwierigen Trainingsumstände. Aber die Ansätze in unserem Spiel waren vielversprechend", so Rosin, der ab Dienstag mit eigenem Eis im Wolfsbau rechnet. Am Freitag treten Nemirovsky und Co. beim ERSC Amberg an, ehe am Sonntag (18 Uhr) das erste Heimspiel gegen den EHC Königsbrunn stattfindet.

zum Thema "EC Bad Kissinger Wölfe"

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