Fussball Bezirksliga

Lutz fordert mehr Leidenschaft und positive Aggressivität

Bad Kissingens Trainer will im Derby gegen den TSV Münnerstadt deutlich erhöhten Einsatz sehen.
Eine gute Leistung von Kissingens Keeper Florian Rottenberger wird es allemal brauchen, will der FC 06 das Derby gegen den TSV Münnerstadt siegreich gestalten. Foto: Rene Ruprecht
 
von STEPHAN PENQUITT
FC 06 Bad Kissingen - TSV Münnerstadt (Samstag, 15 Uhr)
Gleich am zweiten Spieltag der Bezirksliga kommt es zum Derbyknaller zwischen dem FC 06 Bad Kissingen und dem TSV Münnerstadt. Der Start in die Runde und damit die Aufarbeitung des vergangenen Wochenendes fielen sehr unterschiedlich aus. Während Münnerstadt beim 3:0 über Aufsteiger Knetzgau wenig Probleme hatte und von der Tabellenspitze grüßt, gingen die 06er beim schweren Auswärtsspiel in Dampfach (0:2) leer aus. "Der Wille, Wege nach vorne zu gehen, hat gefehlt. Da hatte Dampfach mit Stefan Greb und Tim Wagner Leute in seinen Reihen, die den Unterschied ausmachten, um drei Punkte zu holen", kritisierte 06-Coach Thomas Lutz und fordert für das Derby mehr Power: "Ich verlange wesentlich mehr Leidenschaft und positive Aggressivität. Es muss der unbedingte Ehrgeiz zu sehen sein." Zumindest leichtes Aufatmen gibt es hinsichtlich des Personals mit der Rückkehr der Urlauber Philip Greubel und Paul Füller. Freuen tut man sich im FC-Lager zudem über einen Verbleib von Torjäger Andrej Puscas, der mit einem Wechsel zu Bayernligist Großbardorf geliebäugelt hatte. Auch TSV-Trainer Thomas Dietz stellt sich auf eine schwere Partie ein: "In Dampfach haben die Kissinger ohne einige etablierte Kräfte antreten müssen, doch vorne sind sie sehr gut besetzt und es wartet viel Arbeit auf unsere Abwehr. Nach zwei Niederlagen in der vergangenen Saison hoffen wir, diesmal etwas mitnehmen zu können." Besonders motiviert im Dress der Nägelsieder dürften Lucas Fleischmann und Lukas Schmittzeh sein, die in Knetzgau ihre ersten Bezirksliga-Tore erzielten. Zu Einsatzminuten im Sportpark könnte auch der lange verletzte Julian Göller kommen. Dietz: "Wir wollen ihn langsam heranführen und hoffen, dass seine Seuchenjahre mit vielen Verletzungen nun vorbei sind."

FC Thulba - SV-DJK Unterspiesheim (Samstag, 16 Uhr)
Ein erstes Ausrufezeichen in der Bezirksliga haben die Jungs vom FC Thulba mit dem 3:2-Sieg in Gochsheim gesetzt. Jetzt kann sich die Mannschaft von Spielertrainer Victor Kleinhenz den Saisonstart gegen den SV-DJK Unterspiesheim veredeln. Doch Vorsicht, mit den ebenfalls zum Auftakt siegreichen "Spesemern" - 2:0 gegen den FC Strahlungen - ist schwer Kirschen essen. Der Mannschaft vom erfahrenen Coach Reinhard Seger, mittlerweile seit knapp 30 Jahren im Trainergeschäft, eilt der Ruf voraus, um jeden Zentimeter Grasnarbe zu fighten. Zudem verfügt man über eine ganze Reihe wieselflinker Akteure, die von Andreas Brendler auf dem Platz geführt wird. Allerdings ist der Dreh- und Angelpunkt aufgrund seines Berufes nicht bei jedem Spiel dabei. Trotz des gebührenden Respektes ist man im Frankonen-Lager heiß auf das erste Heimspiel. "Unsere Trainingswoche war sehr gut, die Stimmung sehr positiv. Ich erwarte aber ein anderes Spiel als in Gochsheim." Da überließ man dem Gegner die größeren Spielanteile, schlug trotz der ungewohnten Spielsituation aber eiskalt zu. "Das war im Vergleich zur Kreisliga ein enormer Unterschied. Gochsheim hatte 60 Prozent Ballbesitz und wir waren viel mit Abwehrarbeit beschäftigt. Das haben wir aber sehr gut gemacht und zudem schnell umgeschalten", freute sich Kleinhenz und erwartet gegen Unterspiesheim ein Match auf Augenhöhe, "in dem Kleinigkeiten entscheiden werden, und zwar hoffentlich zu unseren Gunsten".

SV Sömmersdorf - SV Riedenberg (Sonntag, 15 Uhr)
Mit einem guten Gefühl reist der SV Riedenberg zum SV Sömmersdorf, hat man doch vor Wochenfrist dem Geesdorfer Titelmitfavoriten ein Schnippchen geschlagen beim 2:1-Erfolg. "Das war ein perfekter Einstand. Auch für unsere Zuschauer, die in der vergangenen Saison öfter leidgeplagt waren. Kevin Lormehs hat sich mit seinem Premierentreffer gut eingefügt und wir haben einem spielstarken Gegner nicht viele Möglichkeiten gegeben", freute sich Marius Kubo. Der Aufsteiger ist für den SV-Coach ein gänzlich unbeschriebenes Blatt: "Klar, Daniel May ist mir von früher noch gut bekannt und sie haben einen flinken Stürmer. Aber letztlich müssen wir auf uns schauen. Es darf niemand unterschätzt werden. Dieses Spiel wird genau wie die ganze Saison eine enge Kiste." Sömmersdorfs Himmelsstürmer, die nach einem Fast-Abstieg in der Saison 15/16 in der abgelaufenen Runde völlig überraschend den Meistertitel in der Kreisliga Schweinfurt holten, mussten sich im ersten Spiel Mitaufsteiger Rannungen mit 1:2 beugen. Kubo baut wieder auf sein starkes Innenverteidiger-Duo Thomas Vorndran und Manuel Schuhmann, während er auf Philipp Dorn diesmal wohl verzichten muss. "Er hat sich gegen Geesdorf erneut verletzt. Die Wadenverletzung lässt kaum einen Einsatz zu. Das ist bitter für uns."

TSV/DJK Wiesentheid - TSV Rannungen (Sonntag, 15 Uhr)
Mit dem ersten Bezirksliga-Dreier der Vereinsgeschichte im Gepäck, fährt der TSV Rannungen zum TSV/DJK Wiesentheid, der am vergangenen Wochenende das Steigerwald-Derby vor rund 500 Zuschauern bei Titelfavorit SV-DJK Oberschwarzach etwas überraschend mit 1:0 für sich entschieden hatte. Dabei erwies sich vor allem der 19-jährige Schlussmann Jan Molitor als Turm in der Schlacht, der mit tollen Paraden den Sieg festhielt. Der Aufsteiger aus Rannungen indes hat eine turbulente Woche hinter sich gebracht. Erst der Auftaktsieg gegen Sömmersdorf, dann das Pokal-Highlight gegen Drittligist Kickers Würzburg am Mittwochabend, das trotz der 0:8-Niederlage vor 900 Zuschauern den "Gückern" ewig in Erinnerung bleiben wird. Denn wann hat man als Amateur schon mal die Möglichkeit, gegen Profis ein Pflichtspiel zu bestreiten. "Der Sieg gegen Sömmersdorf war letztlich verdient, weil wir im Gegensatz zum Gegner noch einer Schippe drauflegen konnten", bewertete TSV-Trainer Klaus Seufert die Auftaktpartie kurz und knapp, um auf die Pokalpartie angesprochen, fast ins Schwärmen zu geraten. "Das war richtig toll, wie sich Mannschaft und Verein hier präsentiert haben. Die Jungs haben sich sehr gut verkauft." Wermutstropfen war natürlich die möglicherweise schwere Verletzung von Julian Stahl. "Wir müssen in jedem Fall gegen diese gestandene Bezirksliga-Mannschaft über 90 Minuten konzentriert sein, denn man hat beim Gegentor von Sömmersdorf gesehen, wie schnell Nachlässigkeiten in der Bezirksliga bestraft werden."
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