Eishockey Landesliga

Kissinger Wölfe: Lust auf neue Abenteuer

Am Sonntag (18 Uhr) steht gegen den EHC Königsbrunn das erste Heimspiel auf dem Programm. Davor gilt es in Amberg zu bestehen.
Sind schon komplett im Eishockey-Modus: Wölfe-Vorsitzender Michael Rosin (rechts) und sein Stellvertreter Ralph Kiesel.Jürgen Schmitt
 
von JÜRGEN SCHMITT
Noch vor dem Interviewtermin wird natürlich angepackt. Neue Banner, echte Blickfänge, sind gekommen. Und müssen jetzt ihren Platz in der Eishalle finden. Idealismus in allen Ehren, aber ohne ein vernünftiges Sponsoring ist Eishockey-Sport halt nicht zu finanzieren. Und die Ziele in Bad Kissingen sind hoch. "Wir wollen an die Erfolge der Vorsaison anknüpfen", sagt Michael Rosin. Da hatten die Kissinger Wölfe schließlich mit dem sportlichen Aufstieg in die Bayernliga so etwas wie ein Eishockey-Wunder vollbracht, ehe der Bayerische Eissport-Verband in der Sommerpause den Daumen senkte aufgrund nicht erfüllter Voraussetzungen.


Mit positiver Energie

Die Enttäuschung darüber soll in positive Energie umgewandelt werden, und dafür wurde wieder ein schlagkräftiger Kader zusammengestellt, der sich auch in der Breite sehen lassen kann. Schade, dass das finnische Verteidiger-Duo gesprengt ist, weil Rami Heikkilä nicht aus seiner Heimat losgeeist werden konnte. Ganz im Gegensatz zu Niko Samuel Grönstrand, der mit Georgiy Buga, Richard Adam und Adrian Persch gleich drei neue Defensivkollegen bekommt. Dazu gesellt sich der alte und neue Kapitän Simon Eirenschmalz, womit der chronische Verteidigermangel der Vorsaison Geschichte sein dürfte. Zwischen den Pfosten stehen wieder der litauische Ausnahme-Goalie Donatas Zukovas sowie Timo Jung und Lars Torben Franz.


Der Königstransfer?

Auch in der Offensive haben sich die Wölfe prächtig verstärkt. Als Königstransfer entpuppen könnte sich die Verpflichtung von Anton Seewald. Der Neuzugang aus der dritten russischen Liga hatte bei der 6:7-Niederlage zum Saisonauftakt beim ESC Haßfurt schließlich drei Tore erzielt. Einiges erwartet werden darf auch von Nikolai Varianov, Marc Zajic und Brett Wur. Für geballte Routine sorgen Spielertrainer Mikhail Nemirovsky, Roman Nikitin, Eugen Nold und Viktor Ledin, die dem Verein ebenso treu geblieben sind wie die jungen Wilden um Christian Masel und Lukas Zänglein. Richtung Erfurt hat den Verein Chad Evans verlassen.

Ein Kader, der Erfolg verspricht. Und der möglichst viele Fans in die Halle locken soll. Denn mit dem Verkauf an den neuen Investor (lesen Sie hierzu auch die Story auf der Titelseite dieser Ausgabe) sind auch die Ausgaben für den Trainings- und Spielbetrieb gestiegen. "Die deutlich höheren Kosten hoffen wir durch Sponsoring, Mitgliedsbeiträge und Arbeitsstunden zu refinanzieren", sagt der Vorsitzende, der seit den jüngsten Neuwahlen unterstützt wird von Ralph Kiesel als seinem Stellvertreter und Daniel Wehner als dem Herrn der Finanzen. "Seit Jahren bin ich Fan der Wölfe. Und dann hat es sich halt so ergeben, dass ich Verantwortung übernommen habe. Die vergangenen Monate waren eine echte Herausforderung, weil wir uns ja erst mit dem Verkauf der Halle um die Kaderplanung kümmern konnten", erzählt Kiesel. Spielernamen wurden diskutiert, Probetrainings vereinbart und im besten Falle Vertragsabschlüsse getätigt nach bestandenem Gesundheits-Check. Stolz sind die Verantwortlichen auch darauf, dass in der vergangenen Saison ein mittlerer fünfstelliger Betrag zur Schulden-Tilgung aufgebracht werden konnte, "ohne neue Schulden zu machen", wie Rosin betont.
Am Wochenende geht es sportlich gleich richtig zur Sache mit dem Doppelspieltag am Freitag (20 Uhr) in Amberg und mit dem ersten Heimspiel der Saison am Sonntag (18 Uhr). Mit einem 4:3-Sieg über den EV Dingolfing in die Saison gestartet ist der ERSC Amberg. Mit 4:1 hatten die Oberpfälzer bereits geführt, sogar einen Penalty verschossen, ehe um den Sieg gezittert werden musste. Die Spiele in jüngerer Vergangenheit waren mitunter höchst emotional, und auch diesmal darf ein enges Spiel erwartet werden. Verstärkt haben sich die "Löwen" nämlich unter anderem mit Dan Heilman. Der mittlerweile 42-Jährige trug in der vergangenen Saison das Trikot des Oberligisten VER Selb und hat auch eine Schweinfurter Vergangenheit aus der Saison 2009/2010. Weitere Neuzugänge sind Simon Bogner (EV Pegnitz), Felix Köbele (EHC Neuwied) und Thomas Schreier (Blue Devils Weiden). Womöglich nicht im Kader der "Lions" stehen wird der Ex-Kissinger Andi Hampl, der im Testspiel gegen den EV Pegnitz (2:3) nach einem harten Check und minutenlanger Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden musste.


Wiedersehen mit den Pinguinen

Zu den Mitfavoriten um den Aufstieg in die Bayernliga wird auch der Sonntags-Gegner vom EHC Königsbrunn gezählt, der allerdings mit einer 1:4-Niederlage in Schweinfurt klar kommen muss. In der vergangenen Saison zogen die "Pinguine" im Playoff-Halbfinale in drei Spielen den Kürzeren gegen die Wölfe, die somit doppelt motivierte Gäste erwarten dürfen. Allerdings müssen die Schwaben den kurzfristigen Abgang ihres erfahrenen Verteidigers Markus Jänichen verkraften. Auf unbestimmte Zeit fehlen Hans-Jörg Traxinger und wohl auch Top-Scorer Henning Schütz. Einziger Kontingentspieler der von Alexander Wedl trainierten Brunnenstädter ist der treffsichere US-Amerikaner Hayden Trupp.

zum Thema "EC Bad Kissinger Wölfe"

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