Fussball Bayernliga

Großbardorfs Lukas Dinkel ist ein Glücksgriff

Beim ersten Jokereinsatz für die Grabfeld-Gallier trifft der 19-jährige Lukas Dinkel zum Ausgleich gegen die SpVgg Weiden.
Sensationelles Debüt in der Bayernliga Nord: Nur zwei Minuten nach seiner Einwechslung traf Lukas Dinkel (vorne) zum 3:3 für den TSV Großbardorf. Foto: Anand Anders
 
TSV Großbardorf - SpVgg SV Weiden 3:3 (1:1). Tore: 1:0 André Rieß (24.), 1:1 Josef Rodler (37., Foulelfmeter), 1:2 Thomas Wildenauer (46.), 1:3 Florian Rupprecht (49.), 2:3 Manuel Leicht (77.), 3:3 Lukas Dinkel (87.). Gelb-Rot: Benjamin Werner (89., Weiden).

Großbardorf Im ersten Spiel der Bayernliga-Nord-Saison 2017/18 erreichte der TSV Großbardorf gegen die SpVgg SV Weiden ein mehr als verdientes 3:3-(1:1)-Unentschieden. Und dies, obwohl man zwischenzeitlich mit 1:3 im Rückstand lag. "Es war sicher ein nervenaufregendes und äußerst spannendes Spiel, in dem unsere Mannschaft all das ausgepackt hat, was in der Vorbereitung eingepackt worden war. Sie hat eine tolle Moral nach den beiden Toren der Gäste kurz nach Wiederbeginn bewiesen und das Match fast sogar noch total gekippt", sagte Andreas Lampert von der sportlichen Leitung der Grabfeld-Gallier.

Gästetrainer Stefan Fink brachte das Geschehen der 90 Minuten auf den Punkt. "Es war ein schönes Spiel für die Zuschauer, aber ein nervenaufreibendes für uns Trainer. Das Endergebnis geht in Ordnung, da der TSV über weite Strecken sehr spielbestimmend war und mächtig Druck aufgebaut hat." TSV-Coach Dominik Schönhöfer indes war begeistert von seiner Elf, die nach dem 1:3-Rückstand "Unglaubliches" geleistet habe.

Aber der Reihe nach. In der Anfangsphase verwöhnten die Grabfeld-Gallier die Zuschauer mit gut vorgetragenen Angriffen. Sie verpufften allerdings ohne zählbaren Erfolg. Die totale TSV-Dominanz dauerte bis zur 36. Minute und wurde - nachdem zahlreiche Möglichkeiten unter anderem durch Björn Schönwiesner und Shaban Rugovaj ungenutzt blieben - mit dem verdienten Führungstreffer gekrönt. Nach einem genauen Diagonalball von Mannschaftskapitän Manuel Leicht auf André Rieß tanzte dieser seinen Gegenspieler aus und schloss mit seinem an sich schwächeren linken Fuß ab. Dabei erwischte er Weidens Keeper Marko Smodlaka auf dem falschen Fuß und das Leder landete zum 1:0 im Tor. "In den ersten 30 Minuten haben wir gut und flüssig gespielt, haben uns etliche Chancen erspielt und sind auch verdient in Führung gegangen", sagte Schönhöfer.

Doch dann kam jene 36. Minute, in der die Partie erstmals kippte. Nach einem Fehler im Spielaufbau wusste sich TSV-Schlussmann Christian Dietz nur mit einem Foul im Strafraum am völlig freistehenden Benjamin Werner zu helfen. Den berechtigten Foulelfmeter verwandelte dessen Sturmpartner Josef Rodler sehr sicher zum Ausgleich und zum Halbzeitstand.

Viel für die zweite Halbzeit vorgenommen, aber kalt erwischt. Innerhalb von vier Minuten lagen die Bardorfer mit 1:3 hinten. Erst traf Thomas Wildenauer, dann netzte Florian Rupprecht, der einen Freistoß aus 20 Metern über die Mauer in den Winkel setzte, ein. Zwei schöne Tore der Gäste, die die Qualität der Mannschaft aus der Oberpfalz bewiesen. Wer nun unter den Großbardorfer Fans befürchtete, dass die Elf zusammenbrechen und sich aufgeben würde, sah sich getäuscht. "Es war sensationell, was meine Jungs in den letzten 30 Minuten geleistet haben", sagte Schönhöfer. Er setzte nun voll auf Offensive und wechselte Benedikt Floth für Maximilian Zang und nach 85 Minuten Youngster Lukas Dinkel für Shaban Rugovaj ein.

Die Einwechslung Dinkels erwies sich als Glücksgriff. Zwei Minuten nach seiner Einwechslung gelang dem 19-Jährigen der Ausgleich, als er einen Torwartfehler ausnutzte und das Leder über die Linie drückte. Zehn Minuten vorher hatte Manuel Leicht den Anschluss besorgt, als er einen zunächst abgewehrten Rieß-Freistoß im langen Eck versenkte. Fast hätte es sogar noch zum Sieg für die Bardorfer gereicht, aber ein herrlicher Dinkel-Schuss zischte knapp über die Querlatte des Gästetores.

"Wir haben eine sehr gute Leistung abgeliefert, haben in den ersten 45 Minuten Weiden nicht zum Zug kommen lassen, haben auch nach dem schier aussichtslosen Rückstand nie aufgesteckt und verdient noch ausgeglichen" bilanzierte Mannschaftskapitän Manuel Leicht. "Das zeigt die tolle Moral meiner Mannschaft."
Großbardorf: Dietz - Zang (52. Floth), Orf, Hölderle, Seufert - Illig - Rieß, Zehe, Schönwiesner - Rugovaj (85. Dinkel), Leicht.

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