Skispringen

Fliegende Freunde auf den Kreuzbergschanzen

Bei den Deutschen Seniorenmeisterschaften wird guter Sport in familiärer Atmosphäre geboten. Walter Gräf ist mit 73 Jahren der älteste Teilnehmer.
Weite Sprünge in der Rhöner Idylle. Unser Bild zeigt Maik Fraulob (SV Blau Weiß Dittersbach). Foto: ssp
 
Der große Regen am Vortag? Über den freuten sich die Skispringer sogar. "Die Niederschläge haben die Wiese des Auslaufhanges kräftig angefeuchtet und damit für eine gute Gleitfähigkeit gesorgt", sagte Wettkampfleiter André Eichel, denn an den beiden Wettkampftagen sollte wieder die Sonne scheinen. Nebenbei sorgte das feucht-warme Klima im Wald wohl für kräftiges Pilzwachstum, am Sonntagmorgen stand in einem der Mannschaftsbusse jedenfalls ein Körbchen voller frischer Waldpilze.

Mindestalter 30 Jahre und seit zwei Jahren weder einem Kader angehörig noch an einem Weltcupwettkampf teilgenommen - das waren die Bedingungen für einen Start bei den 16. Deutschen Seniorenmeisterschaften der Skispringer, die nach 2006 zum zweiten Mal auf den Kreuzbergschanzen ausgetragen wurden. Und das in einer wunderbaren, familiären Atmosphäre. Der Eindruck, dass hier jeder jeden kannte, bestätigte sich im Laufe der Wettkampftage immer wieder. Fröhlich-freundlicher Beifall für gute Sprünge oder frech-kumpelhafte Sprüche für Patzer schallten im Wechsel übers Gelände.

Zuschauer waren für eine Veranstaltung dieser Kategorie allerdings relativ spärlich gekommen, jedoch hatte es sich einige Prominenz aus Politik und Sport nicht nehmen lassen, zur Eröffnung und zur späteren Siegerehrung zu kommen, allen voran Bischofsheims Bürgermeister Georg Seiffert und der Beauftragte "Nordischer Wettkampfsport" des Deutschen Skiverbandes, Andreas Lange (Bad Dürrenberg). Zu den besonderen Gästen gehörte auch Skeletonfahrer Michael Zachrau (Oberhof). Der gebürtige Frammersbacher hatte als Junge auf den Kreuzbergschanzen mit dem Skisprung begonnen.


Rhönadler dürfen nicht fehlen

Im Einzelspringen flogen insgesamt 70 Sportler aus Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Nordrheinwestfalen nacheinander über die vier verschiedenen Schanzen. Dazu selbstverständlich auch die jungen Rhönadler, die im Rahmenprogramm gute Platzierungen erreichten. Tim Dickas (RWV Haselbach) wurde bei den Schülern S10/11 Erster, Franz Eisenmann (WSV Oberweißenbrunn) belegte den dritten Platz der S12/14.

Beim Springen auf der K-50-Schanze wurden die Deutschen Seniorenmeister ermittelt. Viele dieser Sportler nehmen ihr Training erst kurz vor den Wettkämpfen auf und sind wirklich als Hobbysportler einzustufen. Erfolgreiche Titelverteidiger in ihren Klasse waren Gerd Brose vom SV Blau Weiß Dittersbach (Herren-31), Marko Gohlke vom Tabarzer SV (Herren-46) und Maik Fraunlob, ebenfalls vom SV Blau Weiß Dittersbach (Herren-51).
Mit seinen fast 73 Jahren war Walter Gräf der älteste Teilnehmer. Mit bereits 63 Jahren wagte er seinen ersten Skisprung. Der Sportler vom Tabarzer SV ist übrigens kein Unbekannter auf den Kreuzbergschanzen, alljährlich zum Springen um den Kloster Kreuzbergpokal reist der Senior aus dem Thüringer Wald an. Walter Gräf startete auf der K-30-Schanze, da sein Trainer, wie er schmunzelnd erwähnte, ihn nicht auf die K-50 gelassen hatte, und gewann gegen den 16 Jahre jüngeren Hans-Jörg Hochsattel (WSV 08 Ilmenau). Im Mannschaftsspringen am Sonntagvormittag siegte das Team Harzgerode I mit Falko Schmelzer, Jens Jungk und Heiko Hackl vor Blau-Weiß Dittersbach I mit Henrik Vogel, Gerd Brose und Michael Dieckmann sowie Team Eilenburg I mit Tino Koß, Swen Lengwenus und Florian Kunath. Barbara Enders
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