Volleyball

Es ist angerichtet bei den Hammelburg Volleys

Die TV/DJK-Elite startet mit einem Heimspiel-Doppel in die Saison, weil auch die Frauen ihr erstes Saisonspiel bestreiten.
Es geht wieder rund in der Hammelburger Saaletalhalle: Die TV/DJK-Volleyballer (blaue Trikots) starten am Samstag in ihre dritte Zweitliga-Saison.ssp
 
von OLIVER WENDT
TV/DJK Hammelburg - SSC Karlsruhe (Samstag, 20 Uhr)
Monatelange Vorbereitungen auf die neue Saison, die Verpflichtung neuer Spieler, die Professionalisierung der Strukturen. Das alles liegt zurück. Nun dürfen Spieler und Zuschauer endlich wieder in die so lange vermisste Live-Atmosphäre in einer sicher lautstarken und gut gefüllten Saaletalhalle eintauchen. "Vielleicht gibt es ja wieder diese Gänsehaut-Momente", hofft Hammelburgs Trainer Tado Karlovic auf eine tolle Heimpremiere. Die Top-Aufsteiger aus Karlsruhe reisen mit großem Selbstbewusstsein im Gepäck nach Hammelburg und bringen gleich mal einen Fanbus mit zur eigenen Ligapremiere. Stöbert man in den lokalen Medien der Badener, sehen die Jungs von Trainer Diego Ronconi in Liga Zwei keinesfalls die Endstation ihrer sportlichen Ambitionen. Dieses Team will ins Liga-Oberhaus, vielleicht noch nicht im ersten Jahr, aber zumindest perspektivisch. "Ich finde es klasse, wenn Teams ihre Ziele so klar formulieren und würde den Karlsruhern das auch wünschen, auch wenn die Punkte dann doch in Hammelburg bleiben sollen", schmunzelt Karlovic, der ansonsten vom Konzept in Karlsruhe überzeugt ist: "Die Jungs haben die Strukturen, gute Spieler auch längerfristig zu binden. Deshalb glaube ich, dass wir sie bald in der ersten Liga sehen werden, auch wenn der Aufstieg heuer vielleicht noch zu früh ist." Zumindest in puncto Körpergröße werden die Jungs aus der zweitgrößten Stadt Baden-Württembergs die Nase vorn haben, immerhin haben sie mit Mittelblocker Jonathan-Leon Finkbeiner einen der größten Akteure der Liga in ihren Reihen: 2,11 Meter misst der Hüne und wird am Netz die Lufthoheit für sich beanspruchen wollen. "Karlsruhe ist groß gewachsen und spielt dennoch einen schnellen Volleyball", verrät Karlovic. Dass es bei den Unterfranken goldrichtig war, den Kader zu verbreitern, zeigt sich vor dem Ligastart: Neben Johannes Becker (Meniskus) fehlen urlaubsbedingt auch die beiden Mittelblocker Mario Radman und Michi Schottdorf.


TV/DJK Hammelburg - TSV Ansbach (Samstag, 16 Uhr)

"In der Überschaubarkeit der Kadergröße besteht unsere Chance." Vor der Heimpremiere der Hammelburger Volleyballdamen am Samstag übt sich Trainer Oliver Möller ob des übersichtlichen Kaders in Zuversicht. Die Teamgröße ist freilich nicht die einzige Herausforderung, welche die Saalestädterinnen im Vorfeld ihrer dritten Saison in Liga Drei meistern mussten. Der Trainer selbst hatte nämlich nach Saisonende verkündet, aus familiären Gründen etwas kürzer zu treten. Möller, der erneut Vaterfreuden entgegenfiebert, wird also nicht mehr bei jedem Spiel die taktische Marschroute ausgeben können. Somit begaben sich die Abteilungsverantwortlichen auf die Suche nach einem Co-Trainer - und waren erfolgreich: Mit Patrick Franke aus Neustadt am Main komplettiert nun ein Trainer mit B-Schein das zukünftige Duo an der Seitenlinie. Eigenwillig kann man indes den Spielplan bezeichnen, mit dem sich Zuschauer und Spielerinnen in dieser Saison arrangieren müssen: Gleich vier Mal in Folge dürfen oder besser müssen die Damen vor Heimpublikum ran. Die Gründe hierfür liegen in der Hallenverfügbarkeit bei den gegnerischen Mannschaften. Gerade Teams aus größeren Städten hatten erhebliche Probleme, Hallenzeiten zu bekommen und diese an den Verband zurückzumelden. Olli Möller sieht es pragmatisch, auch wenn die vielen Heimspiele zu Beginn "gefühlt ein Nachteil sind, weil wir in der wichtigen Rückrunde eben fast nur auswärts spielen". Dennoch sind die TV/DJK-Verantwortlichen den vielen Anträgen auf Spielverlegung nachgekommen. Für Möller "ein Zeichen von Fairness und Professionalität".

Die eigentlichen Probleme liegen ohnehin in einem ganz anderen Bereich: dem überschaubaren Spielerkader. Mit Johanna Lesch, Paula Hepp und Maxi Bindrum haben wichtige Spielerinnen das Team verlassen. Auf der vereinseigenen Facebook-Seite wurde daher zum Probetraining geladen und im Umfeld der Spielerinnen die Werbetrommel gerührt. Rekrutierungsmaßnahmen, die sich schwierig gestalteten und für die Olli Möller die Gründe kennt: "In der Dritten Liga zu spielen, ist gerade wegen der teilweise sehr langen Auswärtsfahrten ein sehr zeitaufwendiges Hobby." Selina Helfmann ist damit der einzige "halbe" Neuzugang in dieser Saison, die ihr Doppelspielrecht aufgegeben hat und künftig ausschließlich in der 1. Damenmannschaft aktiv sein wird. Ein kleines "Comeback" können die Saaledamen auch vermelden: Nach ihrem Auslandssemester in Italien macht Theresa von Waldenfels ihren Master in Würzburg und steht dem Team ab Mitte Oktober wieder zur Verfügung. "Damit war die Saisonvorbereitung natürlich alles andere als Bombe", gesteht Möller, dessen Team in Ermangelung an Akteurinnen sogar ein Turnier hatte vorzeitig verlassen müssen.
Für den Hammelburger Trainerfuchs besteht dennoch kein Grund zur Melancholie: "Gejammer hilft nichts. Und ich weiß, dass die Mädels trotzdem Bock auf die Saison haben. Die Liga hat sich verändert. Es gibt neue Trainer, neue Spielerinnen und eine Mannschaft mehr", sagt Möller, der zusammen mit Co-Trainer Franke auf eines hinarbeitet: "Ein viertes Jahr in Liga Drei."

Den Grundstein dafür gilt es zum Auftakt gegen einen Neuling zu legen. "Ansbach ist souverän aufgestiegen und verfügt mit Conny Eichler über eine Spielerin mit Erfahrung aus 204 A-Länderspielen." Und mit Anna Eisenberger wird die Freundin von Hammelburgs Bundesliga-Libero Lukas Spachmann im TSV-Trikot aufschlagen. Laut Möller "eine athletische und sprungstarke Spielerin, die man erstmal wieder einfangen muss, wenn sie loslegt". Mit Alexandra Mock, die in Hammelburg vielen unter ihrem Mädchennamen Koziol bekannt sein dürfte, kommt eine ehemalige TV/DJK-Spielerin zurück an alte Wirkungsstätte.

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