Handball 3. Liga

Die pure Erleichterung beim HSC

Nach einem Krimi gewinnen die Unterfranken gegen Gelnhausen ihr erstes Saisonspiel.
Jan Wicklein am Boden - aber trotzdem in Siegerpose. Bei der letzten Aktion des Spiels kam es zwischen Wicklein und dem TVler Botzenhardt zum Körperkontakt. Während die Gäste einen Siebenmeter forderten, entschied das Schiedsrichter-Duo auf Stürmerfoul.  Foto: Anand Anders
 
von PETER BALTHASAR
HSC Bad Neustadt-Rhön - TV Gelnhausen 21:20 (10:13).
Nach Spielende war es auf Seiten der HSCler die pure Erleichterung. Nach einer Begegnung, die von der Dramatik her nicht spannender hätte verlaufen können, feierten die Unterfranken den ersten Sieg in dieser Saison. "Der tut unserem Punktekonto und unserem Selbstvertrauen gut", sagte Rechtsaußen Jan Wicklein, der sich im Foyer mit seinen Mannschaftskameraden, ganz gelöst den Fragen der Fans stellte. "Denen gilt heute unser großer Dank. Ohne diese großartige Unterstützung wäre die Wende nach der drohenden Niederlage nicht eingeläutet worden", so HSC-Coach Margots Valkovskis.

Die Partie begann aus Sicht der Gastgeber vor 516 Zuschauern ordentlich. Den schnellen Rückstand durch einen Siebenmeter wendeten Vilim Leskovec, der viel Verantwortung im Angriff übernahm und bester Schütze des Abends war, sowie Maxi Schmitt, der sich desöfteren aus zentraler Position in die TV-Deckung warf, in eine erste Führung. Diese glichen die Hessen zwar bis zum 4:4 immer wieder aus, doch zwei schnelle Kontertore über Felix Wolf sowie Gary Hines sorgten für das 6:4 und die erste 2-Tore-Führung. Ausgangspunkt dieser Schnellangriffe waren Paraden von Keeper Nick Weber - der Neuzugang war starker Rückhalt, präsentierte sich mit guten Reflexen und war nach Ansicht der Fans bester Akteur auf dem Parkett. Als Filip Milutinovic mit seinem einzigen Treffer das 9:7 (19.) erzielte, war die Welt bei den Einheimischen noch in Ordnung. Gut zehn Minuten später nicht mehr, denn in dieser Phase leistete sich die Offensivabteilung zu viele Fehler, die Defensive hatte schwer an den Zeitstrafen für Leskovec und Wicklein zu knabbern. All das sollte sich bis zum Pausenpfiff zu einem gänzlich unerwarteten Dreitore-Rückstand summieren.


Fehlerfestival

Aus der Kabine kamen beide Kontrahenten dann eher schlecht, es folgte ein wahres Fehlerfestival. In einer nun beidseits mit vielen Unzulänglichkeiten geführten Auseinandersetzung, dessen schwaches Niveau die Magdeburger Referees mit einigen überraschenden Entscheidungen würzten, ging es beim Stand von 16:19 in die letzten zehn Minuten. In einer Überzahlsituation sorgte Wicklein mit einem Siebenmeter und einer seiner diesmal eher seltenen Flugeinlagen für den Anschlusstreffer und der nun zunehmend mutigere Gary Hines für das umjubelte 19:19 (55.). Die Führung sollte zunächst nicht gelingen, weil die HSCler gleich dreimal den TV-Torwart nicht überwinden konnten, auf der Gegenseite parierte Weber ebenfalls freie Würfe der Hessen.


Spannender geht es kaum

49 Sekunden vor Matchende holte sich der HSC-Trainer seine Mannen zu einer letzten Besprechung an die Außenlinie, beruhigte deren Nerven. 14 Sekunden später hämmerte Hines die Kugel in den Winkel. Es folgte ein Auszeit der Gäste, deren nächster Angriff in einem Zusammenprall zwischen Gerr und Kulenovic endete und in eine Rote Karte für den HSCler mündete. Die Schlussaktion rief die letzten Proteste auf der TV-Bank hervor. Zwischen dem in den Kreis einfliegenden Botzenhardt und Wicklein kam es zum Körperkontakt. Während die TVler mit einem Strafwurf rechneten, entschied das Schiedsrichter-Duo auf Stürmerfoul. Der Abpfiff ging in stehenden Ovationen des Publikums unter, das sich in acht Tagen gegen einen der Meisterschaftsfavoriten, der Eintracht aus Baunatal, wohl wieder auf den Schulberg begeben wird.
Tore für den HSC: Vilim Leskovec (6), Jan Wicklein (5/3), Gary Hines (4), Maximilian Schmitt (3), Filip Milutinovic (1), Felix Wolf (1).

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