Handball 3. Liga

Der HSC macht das Unmögliche möglich

Die Rothosen holen in den finalen 33 Sekunden einen Zweitore-Rückstand auf.
Die letzten Sekunden des Spiels auf einen Blick: HSC-Torhüter Felix Schmidl (hinten) hat einen Wurf von Nieder-Rodens Timo Kaiser (links) pariert, Gary Hines (vorne) macht sich auf den Weg zum Ausgleich. Anand Anders
 
von PETER BALTHASAR
HSC Bad Neustadt-Rhön - HSG Rodgau Nieder-Roden 22:22 (12:10).
Als der HSC 33 Sekunden vor dem Abpfiff mit zwei Toren in Rückstand lag (20:22), schien die erste Heimniederlage der noch frischen Saison unabwendbar. Doch mit dem Anschlusstreffer von Geburtstagskind Franziskus Gerr keimte noch einmal Hoffnung bei den Einheimischen auf. Die Gastgeber gingen nach dem Anwurf notgedrungen in eine offene Manndeckung über, konnten aber nicht verhindern, dass der tagesbeste Schütze, HSG-Torjäger Timo Kaiser (8/4), frei zum Wurf kam. Dieser beging fünf Sekunden vor Matchende den taktischen Fehler, die Kugel Richtung Tor zu werfen. Taktisch falsch deswegen, weil die Partie entschieden gewesen wäre, wenn er den Ball einfach ins Nirgendwo gewuchtet hätte. HSC-Keeper Felix Schmidl, einer der Helden des Abends aus HSC-Sicht, parierte den Wurf, der Ball kam über Gerr zu Gary Hines, der das Leder eine Sekunde vor Spielende zum Endstand in die Maschen hämmerte. Die Schlusssirene löste eine kollektive Jubelfeier bei den Kurstädtern aus. Hines verschwand unter einer Spielertraube, während HSG-Coach Jan Redmann frustriert durch die Halle rannte. Der untröstliche Kaiser hockte sich an eine Werbebande und zog sich das Trikot übers Gesicht.


Früh und hoch geführt

Diese dramatische Endphase hätten sich die Schützlinge von Margots Valkovskis allerdings ersparen können. Schließlich hatten die Rothhosen bereits mit 8:3 und 11:6 geführt, um den wertvollen Vorsprung beim Pausenpfiff fast aufgebraucht zu haben aufgrund zu überdrehter Angriffsaktionen. Ab dem 17:14 geriet das Aufbauspiel der Gastgeber aus den Fugen, Fehlpässe und technische Fehler brachten den Gegner endgültig zurück im Spiel. Der Treffer von Jan Wicklen zum 18:17 (43.) sollte den letzten Torjubel für die folgenden zwölf Minuten auslösen. Der Gäste-Keeper wurde regelrecht warmgeworfen, Schrittfehler, Kreisübertritte und Unterzahlsituationen ließen den Gegner aufkommen mit drei Treffern in Folge, ehe die dramatische Schlussphase die Bad Neustädter, die am Wochenende nach Großwallstadt reisen, als gefühlten Sieger hinterließ.
Tore für den HSC: Maximilian Schmitt (5), Gary Hines (5), Jan Wicklein (3), Filip Milutinovic (3), Franziskus Gerr (2), Vilim Leskovec (2), Felix Wolf (1), Timo Riesenberger (1/1).

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