Vorbilder für die Schiedsrichter-Zunft

Bei der Schiedsrichter-Gruppe Bad Kissingen wurden Mitglieder für ihre langjährige Treue geehrt. Das junge Führungsteam ist stolz auf seine Altvorderen.
Sie haben den Landkreis-Fußball auf Funktionärsebene maßgeblich geprägt: Gerd Hartung (links) und Rudi Müller. Foto: Jürgen Schmitt
 
von PETER BALTHASAR
Ganz im Zeichen von Ehrungen stand die Weihnachtsfeier der Bad Kissinger Schiedsrichter-Zunft im Waldberger Sportheim, zu der sich neben den Funktionären des BFV-Kreises mit BFV-Vizepräsident Jürgen Pfau (Frankenwinheim) und dem Vorsitzenden des Verband-Schiedsrichterausschusses Walter Moritz (Steinsfeld) auch Vertreter befreundeter Gruppen eingefunden hatten. Nachdem der Nikolaus (Georg Sittler) einige tadelnde Worte gesprochen, aber vorwiegend Lob gezollt hatte, folgte nach dem Abendessen und den Grußworten von Funktionären des Kreises und Bezirkes unter Moderation von Gruppenlehrwart Sebastian Wieber (Ramsthal) der Jahresrückblick von Gruppenobmann Alexander Arnold (Waldberg).


106 aktive Schiedsrichter

Dieser wies auf die insgesamt gute Qualität der 106 aktiven Schiedsrichter der Gruppe hin, die im abgelaufenen Jahr 2560 Spiele geleitet hatten. Dass die jungen Schiedsrichter leistungsmäßig zugelegt haben, betonte in seinem Grußwort auch Peter Balthasar als Vertreter der Heimatzeitung, der die unproblematische Zusammenarbeit hervorhob. Laut Arnold verfügt die Gruppe über etliche qualifizierte Referees. Ein Aushängeschild ist unter anderem Sebastian Wieber, der jetzt Bundesligaspiele der B-Junioren leiten darf. Auch der Sprung von jungen Schiedsrichtern in höhere Ligen sei erfreulich, das Ansteigen des Altersdurchschnittes (40,8 Jahre) allerdings nicht.

Bei den Ehrungen wurde unterschieden zwischen gruppeninternen und Verbands-Ehrungen. Von Seiten des Verbandes wurden mit der Ehrennadel in Gold Bayernliga-Schiedsrichter Alexander Arnold, Michael Balling (Steinach) und Sebastian Dorn (Schönderling), die seit zehn Jahren der Gruppe angehören, ausgezeichnet. Für 20-Jährige Mitgliedschaft wurde Jürgen Büttner (Arnshausen) und Karl-Heinz Erlwein (FC 06 Bad Kissingen) das Verbandsehrenzeichen in Silber ans Revers geheftet. Das Verbandsehrenzeichen in Gold für 30 Jahre Dienst am Fußball wurde Eckhard Fehr (Hausen) überreicht. Einen größeren Umfang nahm die Ehrung für 40-jährige Mitgliedschaft ein, die Verdienstmedaille in Silber bekamen Rudolf Müller (Hausen), Hans Jopp (Pfarrweisach) und Norbert Kröckel angeheftet. Die Laudatio für die ersten beiden Schiris übernahm noch Kröckel selbst und berichtete in launigen Worten über gemeinsame Erlebnisse der drei Geehrten, beginnend ab der Schiedsrichterprüfung.

"Die habe ich eigentlich nur absolviert, weil ich den Schein für die Trainerausbildung brauchte", sagte Rudolf Müller, "doch dann hat es mir immer mehr Spaß gemacht, die Zeit möchte ich nicht missen. Gerade die Fahrten über die unterfränkischen Plätze hinaus waren immer ein Erlebnis." Der schon wegen seiner Verbandstätigkeiten (Juniorenkreisspielleiter etc.) hochdekorierte Müller, auch Ehrenmitglied der Gruppe, "könnte ein ganzes Buch über die Erlebnisse der letzten 40 Jahre schreiben."

Gleiches gilt für Hans Jopp, in Schiedsrichterkreisen besser bekannt als "Pater Johann" oder wegen seines Berufes (Fliesenleger) auch "Platte-Hans" genannt. Die Laudatio für Norbert Kröckel übernahm Jürgen Pfau. Und der erinnerte an so manch frühere gemeinsamen Erlebnisse. "Der Norbert hat als Mitglied des Verbandslehrstabes meine Prüfung in der Sportschule Oberhaching abgenommen." Kröckel, Pfaus Stellvertreter im unterfränkischen Bezirksverband, betonte später, "dass mich das Schiedsrichtersein auch privat geprägt hat. Das Lösen schwieriger Situationen auf dem Platz war auch beruflich von Nutzen, weil man einfach souveräner agiert".


Mit 91 Jahren der Älteste

Ganz souverän agierten während ihrer aktiven Schiedsrichterzeit auch vier Referees, die sage und schreibe vor 50 Jahren ihre Prüfung ablegten. Aufgrund Erkrankung konnten Toni Schindler (Bad Brückenau), mit 91 Jahren das älteste Mitglied der Gruppe, und Wolfgang Berghoff (Garitz), der auch 25 Jahre SR-Beobachter des Bezirkes war, an der Feier nicht teilnehmen. Anwesend war allerdings ein Urgestein der Gruppe. Der Pfaffenhausener Heinz Danz, der Spiele bis in die Landesliga hinauf leitete und seit 2004 Ehrenmitglied ist, ließ es sich nicht nehmen, die Ehrenmedaille in Gold persönlich in Empfang zu nehmen. Der Vierte im Bunde der 50-Jährigen ist Gerd Hartung (Bad Kissingen), für den ein Leben ohne Fußball wahrscheinlich unvorstellbar wäre. Der 74-jährige frühere Kreisspielleiter wurde gleich nach seiner Prüfung mit verschiedensten Aufgaben der Gruppe, unter anderem als Lehrwart, betraut. Darüber hinaus hatte er auch Spielleiterfunktionen in allen möglichen Altersklassen wahrgenommen, war unter anderem von 1990 bis 2002 Spielleiter der Landesliga Nord.
Der hochdekorierte Fußballfan, "wenn ich alle Orden anstecke, käme ich wahrscheinlich daher wie ein russischer Militärveteran", ist heute noch als SR-Beobachter unterwegs. Sein Ruf als fairer und gerechter Leistungsrichter lässt so manches Nachwuchstalent bei Hartungs Erscheinen aufatmen. Die Geehrten wurden mit großem Applaus ihrer Kollegen bedacht, wollten ihr Licht aber auch nicht über den Scheffel hängen. "Denn es war und ist unser liebstes Hobby", so Hartung.

50 Jahre Wolfgang Berghoff, Heinz Danz, Gerd Hartung, Toni Schindler

45 Jahre Siegfried Kiesel

40 Jahre Hans Jopp, Gerhard Kirchner, Norbert Kröckel, Rudolf Müller

35 Jahre Klaus Faulstich, Waldemar Hein, Karl Neufang

30 Jahre Eckhard Fehr

25 Jahre Peter Kaupp, Michael Walter

20 Jahre Jürgen Büttner, Karl-Heinz Erlwein, Oswald Metz

15 Jahre Paul Jablonski

10 Jahre Alexander Arnold, Michael Balling, Felix Dorn, Sebastian Dorn, Hermann Freibott

5 Jahre Simon Schmitt, Alexander Schreiner, Jan Wetekam





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