Und wieder liegt Julian Grell goldrichtig

Aubstadts Kapitän hatte den Derbysieg seiner Elf beim TSV Großbardorf vorhergesagt.
Packendes Kopfballduell zwischen Manuel Orf (links, Großbardorf) und Julian Grell (Aubstadt).  Foto: Anand Anders
 
TSV Großbardorf - TSV Aubstadt 0:1 (0:0). Tor: 0:1 Max Schebak (88.).
Julian Grell hatte einmal mehr den "siebten Sinn". Hatte er schon im März einen Sieg seiner Mannschaft prognostiziert, lag er erneut richtig. Wieder bejubelte der TSV Aubstadt einen 1:0 (0:0)-Sieg im prestigeträchtigen Grabfeld-Derby der Bayernliga Nord beim TSV Großbardorf vor der imposanten Kulisse von 1050 Zuschauern. Der Erfolg war nicht einmal unverdient, wie auch Großbardorfs Trainer Dominik Schönhöfer in der Pressekonferenz einräumte. "In der ersten Halbzeit war die Partie ausgeglichen. In den zweiten 45 Minuten hatte Aubstadt eine Chance mehr als wir. Das reichte zum Sieg."

Sein Gegenüber Josef Francic freute sich, dass seine Taktik mit der Dreierkette aufgegangen war. "Die Dreierkette hat ordentlich gespielt. Wir waren gut im Raum gestanden und haben nur wenig zugelassen." Das Einzige, was ihm fehlte, war "die Lebendigkeit im Sturm". Francic wechselte zur Pause für den Ex-Bardorfer Philipp Kleinhenz ("Philipp hatte nicht seinen besten Tag") Max Schebak ein. Dadurch wurde das Sturmspiel der Gäste wesentlich belebt und gefährlicher, wie Francic analysierte. Dennoch war eine Viertelstunde vor Schluss auch ihm wie sicher allen Zuschauern klar, dass das prestigeträchtige Derby entweder torlos enden oder durch einen einzigen Treffer entschieden werden würde.


Kritik am Schiedsrichter

Dass dieses entscheidende Tor seiner Mannschaft gelang, machte Francic so richtig happy. "Wäre das Spiel 0:0 ausgegangen, wären wir beide zufrieden gewesen", versuchte er Schönhöfer zu trösten. Doch dem war nicht so, da Joker Max Schebak stach. Umstritten war der entscheidende Treffer deshalb, weil in der Szene kurz vorher die Großbardorfer Spieler ein Foul an Dominik Zehe in der Hälfte der Gäste gesehen hatten. Für Zehe eine klare Fehlentscheidung von Schiedsrichter Sven Bode. "Mir wurde klar in die Hacken getreten. Das muss der Schiedsrichter pfeifen." Ihm stimmte Manager Gerhard Schüler zu. "So ein eindeutiges Foulspiel muss er einfach sehen."

So war der Weg frei zum Siegtreffer der Gäste - bedingt durch die Tatsache, dass sich die Hausherren lautstark beschwerten und aufregten, dafür aber die Rückwärtsbewegung fast völlig vergaßen. Das nutzte Schebak aus: Mit einem langen Ball bedient, ließ er allein vor Marcel Wehr dem Keeper keine Abwehrchance mit einem platzierten Rechtsschuss, der vom Innenpfosten ins Netz prallte. "Mich ärgert die Niederlage an sich nicht so sehr, aber ihr Zustandekommen. Es kann nicht sein, dass man diskutiert und dabei eine intensive Rückwärtsbewegung vergisst", ärgerte sich Schüler. Dagegen war der Torschütze nach dem Abpfiff der glücklichste Mensch auf dem Platz. "Es ist ein geiles Gefühl, so ein Tor zu erzielen und damit der Mannschaft zu helfen."

In der Beurteilung der Qualität der Partie gingen die Meinungen weit auseinander. So sprach Großbardorfs Innenverteidiger Manuel Orf von einem "guten Derby auf hohem Niveau", während Aubstadts Mannschaftskapitän Julian Grell ganz anderer Ansicht war. "Es war ein schwaches Spiel. Es wurden auf beiden Seiten viel zu viele lange Bälle gespielt. Außerdem gab es viele taktische Fouls."

Die Höhepunkte, die Torraumszenen, lagen vorwiegend in den zweiten 45 Minuten, da in der ersten Halbzeit beide Abwehrreihen eindeutig das Geschehen beherrschten. Nur Pascal Stahl war zweimal, einmal per Kopf, einmal mit dem Fuß, für die Platzherren gefährlich, traf aber beide Male das Tor nicht, während Ingo Feser die einzige Chance für die Gäste auf dem Fuß hatte. Wesentlich mehr zu bieten hatte die zweite Halbzeit. Erst rettete Hausherren-Keeper Marcel Wehr mit dem Gesicht gegen Schebak, dann hatte Pascal Stahl das 1:0 auf dem Fuß, doch er traf frei stehend nur den am Boden liegenden Dominik Grader.

In der Schlussphase schlug die Stunde von Max Schebak. Erst lenkte Wehr seinen fulminanten 17-Meter-Knaller noch gegen die Latte, dann aber war er machtlos beim entscheidenden Treffer. "Es war klar, dass es ein Geduldsspiel werden würde. Zum Glück waren wir das glücklichere Team. Unser Sieg geht in Ordnung", urteilte Aubstadts Christoph Rützel und erhielt allgemeine Zustimmung, jedenfalls bei denen, die es mit dem TSV Aubstadt halten.
TSV Großbardorf: Wehr - Seufert, Orf, Hölderle, Kanz - Kirchner, Piecha - Schönwiesner (57. Leicht), Zehe, Breunig (69. Etzel) - Stahl (75. Rugovj).
TSV Aubstadt: Reusch - Benkenstein, Köttler, Grader - Trunk, Rützel - Noack, Feser, Kleinhenz (46. Schebak), Thomann (82. Dellinger) - Grell (74. Hümme

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