Sulzdorf

Tolle Motorsport-Show ist garantiert

Die Grabfeld-Rallye bleibt wie sie war. Zur traditionsreichen Veranstaltung des AMC Bad Königshofen werden 130 Starter erwartet.
An diesem Samstag ist es vorübergehend vorbei mit der Beschaulichkeit im Grabfeld. Foto: Anand Anders
 
Zum 24. Mal geht am Samstag, 1. Juli, die ADAC-Grabfeldrallye in Sulzdorf an den Start. Diesmal werden rund 130 Rallyeteams und acht historische Vorausfahrzeuge erwartet. Es gibt auch eine neue Strecke mit der Wertungsprüfung Baunachgrund, die den Piloten einiges abverlangen dürfte. Nach dem Wegfall der traditionellen Gruppe H-Fahrzeuge aufgrund einer Regeländerung des deutschen Motorsportbundes sind in diesem Jahr schwer Favoriten auszumachen. Nichtsdestotrotz kommen fast alle Top-Piloten der letzten Jahre ins Grabfeld, um sich auf den anspruchsvollen Pisten zu messen und den Zuschauern und Rallye-Sportfans ab der Mittagszeit wieder eine tolle Show mit sportlichen Höchstleistungen zu liefern.
Für sieben verschiedene Meisterschaften und Pokale, von der Bayerischen Rallye-Meisterschaft bis zum Golf II Cup, können Wertungspunkte erfahren werden. Allen Sorgenfalten zum Trotz beim Thema Starterzahlen haben die Macher der Grabfeld-Rallye um Sportleiter Bernd Menzel beschlossen: "Wir lassen die Grabfeld wie sie war und sie jeder kennt." Was bedeutet, "dass keine Prüfung zwei Mal gefahren wird, außer dem Zuschauer-Rundkurs zum Abschluss in Sulzdorf", so Patrick Mohr, der Pressesprecher des AMC Bad Königshofen. "Das ist einzigartig in Deutschland. Wir kommen mit allen Wertungsprüfungen (WP) auf 35 WP-Kilometer und schöpfen damit die zulässigen 35 km voll aus."


Kult-Zuschauer-Rundkurs

In einer neuen Variante wird heuer die legendäre "Bayernturm XL" gefahren. So erwartet die Teilnehmer gleich am Start eine Ortsdurchfahrt. Natürlich ist auch der Kult-Zuschauer-Rundkurs auf dem "Sulzdorf-Ring" wieder der krönende Abschluss. An zwölf Zuschauerpunkten haben Rallye-Fans die Möglichkeit, von gesicherten Positionen aus das Geschehen zu verfolgen. "Wir sind zusammen mit einer Rallye in Ungarn, mit der wir uns immer gecovert haben, die Teilnehmer-stärkste Automobil-Rallye-Straßenveranstaltung in Europa", hebt Patrick Mohr hervor. Außerdem seien alle Autos für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen. "Sie fahren ja auch auf den Verbindungs-Etappen nach der Straßenverkehrsordnung. Die Wertungsprüfungen hingegen, zum Beispiel in Sulzdorf, zwischen Schweinshaupten und Sulzbach oder die 10-km-Königsetappe rund um den Bayernturm bei Zimmerau, sind vom Landratsamt genehmigt und vom Veranstalter als Rennstrecke für diesen Tag gesperrt. Verstöße gegen die StVO auf den Verbindungsetappen im Punktebereich führen zur Disqualifikation des Fahrers. Wer auch nur mehr als fünf Stundenkilometer zu schnell fährt oder in gefährlicher Weise überholt, wird von der Tages-Wertung ausgeschlossen.


700 ehrenamtliche Helfer

Geschultes Personal, so Mohr, überwache die Einhaltung dieser Sicherheitsmaßnahmen. Über 700 ehrenamtliche Helfer sind bei der Grabfeld-Rallye im Einsatz, die natürlich nur zu einem Bruchteil vom AMC Bad Königshofen gestellt werden können. Es helfen viele Einheimische, die nicht im AMC sind, mit, die Feuerwehren, das Rote Kreuz und viele Helfer von befreundeten Motorsportclubs. Sie kommen von Neuruppin bei Berlin, aus Sachsen-Anhalt, aus Sachsen, Hessen, Thüringen und Südbayern. Wettgemacht wird diese Hilfe bei Veranstaltungen dieser Clubs, wo die AMC?er dann ihrerseits als Helfer anrücken müssen.


Den Fluch besiegt

Leider sei vom Motorsport-Dachverband die Teilnehmer-stärkste Gruppe H gestrichen worden, was zu Starter-Einbrüchen zu einem guten Drittel bei den Veranstaltungen führte. "Die Kreativität des Menschen lässt sich aber nicht immer von der Sport-Obrigkeit eingrenzen", so der trotzige Kommentar des AMC-Pressesprechers. Das bedeutet, "dass die guten Fahrer eben auf andere Klassen umgestiegen sind und entsprechend umgerüstet haben." Als Favorit geht nach Mohrs Einschätzung Vorjahressieger Raphael Ramonat aus Trusetal/Thüringen an den Start. "Es hat über 20 Jahre gedauert, bis einer die Grabfeld-Rallye mehr als zwei Mal gewonnen hat. Es sind ja selbst deutsche Rallyemeister daran gescheitert. Der Ramonat hat den Fluch besiegt", hat im letzten Jahr zum vierten Mal gewonnen und geht deshalb mit der Startnummer 1 ins Rennen. Rudi Dümpert
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